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Dirk Schindelbeck » Blog Archiv » Die Reklamemarke - klassisches Werbemittel im Briefmarkenformat

Die Reklamemarke - klassisches Werbemittel im Briefmarkenformat

© 2008 Dirk Schindelbeck

Reklamenarke als Mittel zur Eigenwerbung in Übergröße (7x8 cm)

Reklamenarke als Mittel zur Eigenwerbung in Übergröße (7x8 cm)

Verschiedene Siegelmarken (ca. 1910)

Verschiedene Siegelmarken (ca. 1910)

Vom Briefsiegel zur Reklamemarke

Kurz nach der Reichsgründung 1871 beschlossen die Postverwaltungen, anstelle des bis dahin üblichen Siegellackverfahrens zum Verschließen von Briefen fortan selbstklebende Siegelmarken aus Papier einzuführen. Diese wurden im einfachen Prägedruck hergestellt und trugen anfangs nur Amtswappen sowie Namen bzw. Initialen der jeweiligen Behörde. Mit den Fortschritten in der Drucktechnik und der Einführung der Chromolithographie in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Siegelmarke zu einem eigenständigen Werbeträger weiter.

Reklamemarken für Sinner-Backpulver (1912)

Reklamemarkenbogen für Sinner-Backpulver (1912)

Bislang meist rund, wurde sie nun zunehmend eckig und farbig ausgeführt und glich sich immer mehr der Briefmarke an - mit gezackten Rändern und ästhetisch ansprechend ausgeführten Motiven. Wie Briefmarken wurden solche Reklamemarken ebenfalls in großen Bögen gedruckt, wobei die einzelnen Stücke nicht immer gleichartig ausfallen mussten, sondern jedes einzelne Exemplar ein anderes Motiv oder Produkt zeigen konnte, je nachdem, wie viele verschiedene Entwürfe das Unternehmen anfertigen ließ. Die preisgünstige Herstellung führte so zugleich zu einer Demokratisierung der Werbung, da sich nun auch Firmen mit schmalen Werbe-Etats und sogar Einzelhandelsgeschäfte in die Lage versetzt sahen, eigene Marken drucken zu können. Der Kaufmann vor Ort schließlich riss oder schnitt die kleinen Werbeträger vom Bogen ab und gab sie der Kundschaft über den Ladentresen mit. Aber auch die Kunden konnten sie kaufen und sie taten es - für 2 bis 5 Pfennig pro Stück.

Die Reklamemarke - Plakatkunst en miniature

Reklamemarke für Biomalz (1911)

Reklamemarke für Biomalz (1911)

Da sich die Markenartikel-Industrie in Deutschland um 1900 zunehmend an grafische Künstler wandte, um ihre Produkte durch Plakate oder Emailschilder „geschmackvoll” zu bewerben, entstand in dieser Zeit das Berufsbild des Gebrauchsgrafikers. Sehr bald kehrten die von ihnen gestalten Motive der Großplakate auf den Reklamemarken als deren verkleinerte Abbilder wieder. Auf diese Weise ließ sich die Botschaft der „Galerie der Straße” durch die Reklamemarke preisgünstig multiplizieren, popularisieren und durch millionenfachen Briefversand auch an die entlegendsten Kunden vermitteln.

Reklamemarken für Continental-Absätze als Block (Flugzeugtypen über deutsche Städten, ca. 1913)

Reklamemarken für Continental-Absätze als Block (Flugzeugtypen über deutsche Städten, ca. 1913)

Die ästhetische Wertigkeit der Reklamemarke wurde sehr wohl wahrgenommen, so dass schon in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg ein gewaltiger Sammelboom in der Bevölkerung einsetzte - und ihr zu einer außerordentlichen Popularität verhalf. Schon 1912 gab es in München eine „Propagandamarkenausstellung”. Ihre gewaltigen Produktionszahlen lassen sich heute nicht einmal mehr schätzen. Allein in Berlin wurden zwischen 1900 und 1910 jedenfalls von über 1100 Firmen über 4500 verschiedene Reklamemarken herausgegeben.

Welche Bedeutung das Medium Reklamemarke in der zeitgenössischen Werbegrafik besaß, versinnbildlicht auch eine Austellung von Entwürfen für die Sekt-Marke Matheus Müller im Leipziger Grassi-Museum 1914. Für ein einziges Motiv waren dort 1800 Entwürfe von zahllosen Künstlern zu sehen. Insofern nimmt es nicht wunder, dass der große Hype um das neue Reklamemittel schon vor dem Ersten Weltkrieg vorüber war. Mit großer Heftigkeit war ein Sammelgebiet explodiert (vgl. hierzu Grundlegendes zum Phänomen des Sammelns): In der Folge sank nicht nur die ästhetische Durchschnittsqualität der Marken, auch die bald unüberschaubare Anzahl der Motive frustrierte die Sammler. Besaßen die Marken in der Anfangszeit noch einen gewissen Kultcharakter, sodass sich mit ihnen gut ein Nebengeschäft machen ließ, so wurden sie in ihrer inflationären Phase ab 1913 zunehmend als kostenlose Werbezugaben verteilt.

Reklamemarke für Opel-Fahrräder (1913)

Reklamemarke für Opel-Fahrräder (1913)

Der Erste Weltkrieg beendete ihre Blütezeit abrupt. Als die Reklamemarke in den zwanziger und dreißiger Jahren wieder auflebte, stand sie längst in Konkurrenz zu neuen für die Werbung interessanteren Medien wie Film oder Rundfunk. Ihre alte Bedeutung erlangte sie nie wieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie für die Werbewirtschaft kein Thema mehr.

Reklamemarken für "Torpedo"-Produkte (Kaffee + Fahrräder; 1912)

Reklamemarken für "Torpedo"-Produkte (Kaffee + Fahrräder; 1912)

Besonderheiten eines Werbemediums

Es gab kaum eine Branche oder Gruppierung im öffentlichen Raum, die auf den Einsatz der Reklamemarke als Werbemittel verzichten mochte: von Radiergummi über Schuhcreme, Bier, Hüte, Kekse, Kopfwehmittel, Zeitungen, Bücher, Kleider, Zigaretten, Wohnungen, Fischereiprodukte, Bäder, Skiorte, Gas, Elektrizität, Kohle bis hin zu Sportereignissen wie Schwimm-, Turn- oder Fechtwettkämpfen, für die Luftfahrt oder Passionsspiele, für Handwerk oder Musikwochen, Bauernvereinigungen, politische Parteien, Parfüm und deutsche Volkswappen reichte die Spanne der produzierten Reklamemarken.

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Reklamemarken anläslich der Bayerischen Gewerbeausstellung 1913

Je populärer das Medium wurde, desto mehr Aufwand wurde betrieben. So wurden - wie bei den Kaufmannsbildern - bald Serien und sogar eigene Alben herausgegeben. Die meisten umfassten sechs Sujets, doch teilweise wurden auch ganz andere Dimensionen erreicht: Eine Erdal-Serie etwa erteilte ABC-Schützen praktischen Nachhilfe-Unterricht in Sütterlin-Schrift. Jedes der 26 Bilder war einem Buchstaben des Alphabets gewidmet.

Die Reklamemarke als Sammelgebiet heute

In dem Maße, wie das Sammeln von Briefmarken heute an Attraktivität verloren hat, ist die Gemeinde der Reklamemarkensammler in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Dies liegt sicherlich auch daran, dass dieses Medium wie kaum ein anderes einen plastischen Zugang zur Alltagswelt des wilhelminischen Zeitalters eröffnet - in zudem oft künstlerisch hervorragenden Miniatur-Grafiken. Schließlich dokumentieren diese Marken Arbeiten der besten deutschen und mittlerweile zur Hochkunst zählenden Gebrauchsgrafiker wie Ludwig Hohlwein, Lucian Bernhard, Hans Rudi Erdt, Julius Gipkens und anderen.

Freiheitsheld Hermann über deutschen Städten (100 Jahre Freiheitskriege)

Freiheitsheld Hermann über deutschen Städten (100 Jahre Freiheitskriege)

Weiterführende Literatur:

Galandauer, Karl J. : Reklamemarken, in: P. Ruben (Hg.): Die Reklame. Ihre Kunst und Wissenschaft, Bd. 2, Berlin 1914)
Maier, Lotte: Reklame-Schau. Plakatkunst en miniature. Ausstellungs-, Reklame und Propagandamarken von 1896 bis 1939 aus der Sammlung König, Dortmund 1984
Reichel, Bernhard/ Meyer, Claudia/ Müller, Hans-Martin/ Nordmeyer, Helmut: Bitte bitte kleb mich. Werbemarken als Spiegel der Stadt- und Regionalgeschichte, Frankfurt 1998
Müller, Hans-Martin: Kleine Marken - große Marken. Werbemarken aus München und Umgebung - mit kurzen Firmengeschichten, Königsbach 1999
Ilgen, Volker/ Schindelbeck, Dirk: Am Anfang war die Litfasssäule. Illustrierte deutsche Reklamegeschichte, Darmstadt 2006

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Mittwoch, 20. Mai 2009 12:26
Themengebiet: Reklame & Werbung