Alaska

Gerd Grimm Alaska 1979

Kein Mensch wird ohne Not den Ort betreten,
wo sich die Welt so krümmt, wo selbst der Tag
von einem gnadenlosen Eis-Planeten
geschickt, am liebsten sofort wieder gehen mag.

Hier krampft vor Schmerz das Holz. Der Frost ist radikal,
der das Motorenöl verklumpt, den Müll.
Kein Vogel in der Luft, kein menschliches Signal.
Das Dorf wie tot. Und abgrundstill.

Die Spiegelungen aber dauern ewig an,
die Himmelsstücke in die Pfützen pressen,
und monoton schleift Wind an Eisfiguren.

Hier gibt es kein Erleben, kein Vergessen,
hier decken Schlamm und Schnee die Lebensspuren,
und nur die dürren Masten knacken dann und wann.

Bild: Gerd Grimm 1979

Text: Dirk Schindelbeck 2008

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Mittwoch, 22. Juli 2009 15:01
Themengebiet: Sonettwelt