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Dirk Schindelbeck » Blog Archiv » “Elf Freunde müßt ihr sein!”

“Elf Freunde müßt ihr sein!”

Einwürfe und Anstöße zur deutschen Fußballgeschichte

(= Geschichtswerkstatt Heft 28)

(hg. von Dirk Schindelbeck und  Andreas Weber, Freiburg 1996, ISBN3928276085

Elf Freunde muesst ihr sein ISBN 3928276085

Aus dem Editorial

Das nun vorliegende Fußball-Kompendium präsentiert und analysiert Männerdenken, Männerwelt. Wenngleich dies von vorn herein so gar nicht beabsichtigt war, die Parade der Artikel läßt wohl kein anderes Urteil zu: Frauen sind nicht vertreten, weder als Schreibende noch als Beschriebene. Offenbar wird in einer wie auch immer zu verstehenden Fußballgeschichte der weibliche Anteil (noch) nicht wahrgenommen. Was könnten (so wäre vielleicht zu fragen) eine Italia Walter, eine Lolita Matthäus, eine Martina Effenberg, einzeln oder gar als Gruppenbild ohne Herren genommen, der Fußballgeschichte nicht für Akzente geben? Doch nicht allein als sogenannte Randfiguren, die ja nicht selten die wichtigeren zu sein pflegen (siehe Gabi Schuster), sondern auch als Aktive auf dem Platz können Frauen in Zukunft von der Fußballgeschichte nicht mehr ausgeschlossen werden. Leuchtendstes Beispiel: die unlängst so vizeweltmeisterlich aufspielende Frauenfußballnationalmann– (?), die Nationalfußballfrauenschaft, die Nationalfrauenfußballschaft…Genug, auch die sogenannten Herren der Schöpfung sind Geschöpfe aus Blut und viel Fleisch und der Analyse wert. Vor allem dann, wenn die Mannen gnadenlos der Jubel übermannt. Leicht sind sie an ihren Gesten zu erkennen, Stefan Kuntz etwa, wenn er nach erfolgreichem Einlochen so unnachahmlich die sogenannte Säge ausführt (Preisfrage: warum nur sieht man sie bei Länderspielen nie?), oder Jürgen Klinsmann, wenn er, zunächst kühn wie ein Stuka, sich in der Ausgleitphase dann doch wieder liebevoll an die Muttererde schmiegt. So bemerkens wie nachdenkenswert: Deutsche Kicker sind immer noch schlechte (Samba ) Tänzer, und der virtuose Geschlechtsakt mit der Eckfahne wird auch in absehbarer Zukunft wohl noch das Privileg der Südamerikaner bleiben. Die Sprache der Bilder indessen ist deutlich: die Geschichte des Fußballs ist Potenzgeschichte, oder doch wenigstens des Traums von P0tenz (bzw. Erfolg).

»Elf Freunde müßt ihr sein!« Dieser Titel eines bekannten Schlagers der fünfziger Jahre bringt die fußballerischen Männerphantasien, Kollektiv und Kameradschaft, Macht und Sieg, auf den Punkt. Sein Appell gilt aber nicht nur jenen einzelnen (genannt Mannschaft), die diesen Sport ausüben, sondern auch jenem Millionenkollektiv, das gebannt dabei zuschaut, und das sind wir. Insofern ist Fußball nicht als Ergebnisgeschichte interessant, sondern als Gesellschafts-, als Kommunikations- und Mentalitätsgeschichte. Gerade das Umfeld, aus dem er erwächst, die Resonanz, die er hervorruft, die kollektiven Befindlichkeiten, die er spiegelt, bieten geschichtswerkstättlichen Ansätzen und Zugangsweisen ideale Voraussetzungen: umso verwunderlicher, daß es bis jetzt ein unbeackertes Feld geblieben ist.

Zu den genannten vom Fußball nicht abtrennbaren Erscheinungen gehört sicherlich die seit Ende der siebziger Jahre zunehmende Gewalt in den Stadien, auf den Bahnhöfen und Zufahrtswegen, unter dem Stichwort »Hooliganismus« inzwischen sattsam bekannt. Ihnen widmet sich der Beitrag von Michael Prosser, der den Band eröffnet. Eher angenehme Seiten des Bundesliga Fußballs beschreibt dagegen Thomas Hohner in seinem »Freiburger Fußballmärchen«. Daß die Zeit reif war, aus den gewohnten Gleisen auszubrechen, zeigt nicht nur sein munterer Essay über die Schwarzwald-Brasilianer aus der Öko Hauptstadt, sondern auch Ludger Lütkehaus’ abgründige Reflexion über den philosophischen Doppelpaß Martin Heideggers, des »Denkers auf der Tribüne«. Im Zentrum des Bandes steht das neudeutsche Identitäts Erwachen 1954, das ein Nations-, vor allem aber Männer-Erwachen vermöge des Fußballs war. Was die vielen, eiligst aufgelegten Publikationen anläßlich der 40jährigen Jubelfeier der »Sieger von Bern« 1994 nicht leisten konnten, da auf den Punkt hin und mit allzuviel Schielen auf Effekt produziert, kann so in Ruhe nachgeholt werden. Ein Spektrum verschiedenster historiographischer Methoden wird hier entfaltet. Sie reichen vom biographischen Ansatz anhand des Falles Rahn/SABA (Horst Steffens) über zwei aus dem »DFG Projekt Propagandageschichte Freiburg und Leipzig« hervorgegangene Beiträge wie die kommunikationsgeschichtliche Analyse der seinerzeitigen Dramaturgie im öffentlichen Raum der Bundesrepublik (Dirk Schindelbeck) und den ideologie- und propagandageschichtlichen Diskurs der entsprechenden DDR Verlautbarungen im »Neuen Deutschland« (Gerald Diesener), den klassischen wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Zugang (Hans Karl Rupp), die Analyse der Weiterungen aus dem damals neu begründeten Wechselverhältnis zwischen Fußball und Politik (Norbert Seitz), den synoptischen Vergleich der Reaktionen auf das Abschneiden der drei Erstplazierten in ihren Ländern (Michael John), die Zeitzeugenbefragung nach bewährter geschichtswerkstättlicher Tradition (Michael john) bis hin zum theoretischen Diskurs über das “WunderIdeologem” als konstituierendem Bewußtseinsinhalt neudeutschen Selbstverständnisses (Alfred Georg Frei). Schließlich auch das ist neu und bedarf innerhalb der Geschichtswerkstatt der Einübung wird die Sparte »Scherz, Satire, Ironie und tiefe Bedeutung«, in Grundsatzdiskussionen immer zu wenig genutzt und so oft schmerzlich vermißt, hier erstmals bedient. Pedusphärus Bombastus (= der unbekannte Barock Dichter Bernd Kickeschild, 1555-1666) versucht, dem Ballzauber der Rasenhelden mit seinen Zauberversen kalkulierter Redundanz nachzueilen. (hier..)

Unser Dank gilt Christian Becker und Alfred Georg Frei, weil ohne ihre intensiven Recherchen und Vorarbeiten zur Singener Ausstellung über die Heimkehr der Fußballweltmeister 1954 das Heft so niemals hätte zustande kommen können.

Wir wünschen allen eine angenehme und gewinnbringende Lektüre. Wir hoffen, daß die »Anstöße und Einwürfe« des ersten jahrbuchs der Geschichtswerkstatt mehr hinterlassen als ein Null zu Null.

Dirk Schindelbeck und Andreas Weber Freiburg und Marburg/Lahn im November 1995

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Montag, 26. Februar 1996 9:06
Themengebiet: Fußball-Ansichten