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Dirk Schindelbeck » Blog Archiv » „Der Sozialismus in seinem Lauf…”

„Der Sozialismus in seinem Lauf…”

Preispolitik und Konsum in der DDR der Honecker-Ära

© 2003 Dirk Schindelbeck

Nur wenige Zeitgenossen nahmen - sowohl im Westen als auch in der DDR - den schleichenden ökonomischen Niedergang der sozialistischen Planwirtschaft schon während der Anfangsjahre der Ära Honecker wahr. Dies lag vor allem an der populistischen, auf stabile und für die Güter des täglichen Bedarfs garantierte Endverbraucherpreise ausgerichteten Wirtschaftspolitik. Wenngleich dieser Kurs Erich Honeckers von seinen Parteifreunden und -genossen immer wieder kritisch begleitet und kommentiert worden war, so wurde er in der letzten Konsequenz und wider besseres Wissen (freilich stets auch im Sinne des eigenen Machterhalts) mitgetragen, bis - spätestens wohl 1979 - alle Chancen eines grundlegenden Richtungswechsels vertan waren. In Wahrheit steuerte die Ära Honecker wirtschaftspolitisch von Anfang an auf ihren Untergang zu; ebenso wenig war das eingesetzte Instrument der Preispolitik geeignet, diesen aufzuhalten. Im Gegenteil: spätestens in den frühen achtziger Jahren konterkarierte, ja karikierte es die abenteuerliche Mischung aus immer unverhohlener zur Schau getragenem Populismus des Parteivorsitzenden - von der DDR-Bevölkerung als plumpe Anbiederungstaktik durchschaut und zunehmend abgelehnt - und astronomischen Phantasiepreisen für rare Gebrauchsgüter wie Autos oder Unterhaltungselektronik.

Freilich darf dabei nie aus den Augen verloren werden, dass Honeckers Interesse an Wirtschaftspolitik von Haus aus gering war. Das Feld, auf dem er zu punkten hoffte und auf Bestätigung (und vermutlich auch auf Nachsicht in anderen weniger erfolgreichen Politikfeldern) in den Augen seiner Landsleute spekulierte, war stets die Außenpolitik; das hieß für sein politisches Handeln, den Prozess der Anerkennung der DDR als zweiten deutschen Staat auf der Weltbühne voranzutreiben und zu vollenden. Und hier ließ sich während seiner Amtszeit in der Tat einiges vorzeigen und propagandistisch ausschlachten, sei es der sagenhafte Aufstieg der DDR zur Sportsupermacht seit den olympischen Spielen in München 1972 oder der noch Ende der siebziger Jahre nicht für möglich gehaltene Empfang auf dem roten Teppich in Bonn 1987 beim einstigen Klassenfeind und Erzwidersacher Helmut Kohl, den Honecker kaum anders denn als Krönung seines politischen Lebenswerks empfunden haben dürfte.

Angesichts solch großer außenpolitischer Zielvorgaben verblassten die innen- und wirtschaftspolitischen Fragen, so brennend sie auch sein mochten und sofern sie nicht eine unmittelbare Bedrohung der Honeckerschen Macht darstellten. Im Grunde beschränkte sich der wirtschaftspolitische Sachverstand des Parteivorsitzenden auf diesem Sektor auf einige Glaubenssätze und Reaktionsschemata auf traumatische Erfahrungen wie den Juni-Aufstand von 1953, aus dem er sein Credo abgeleitet hatte, dass man eben nicht „gegen die Arbeiter regieren” könne. In der innenpolitischen Praxis hieß dies: Als Garant der „Ruhigstellung” der Bevölkerung mussten die berühmten „Errungenschaften” des Sozialismus herhalten und ausreichen - die niedrigen, im Laufe der Jahre freilich immer stärker subventionierten Preise für die Güter des täglichen Bedarfs als den unveräußerlichen Besitzständen des weltanschaulichen Systems selbst (ein Brötchen 0,05 Mark, 1 kg Rogenmischbrot 0,52 Mark, 1kg Rinderschmorfleisch 9,80 Mark, 1 kg Salzheringe 1,20 Mark, eine Straßenbahnfahrt 0,20 Mark, eine Kilowattstunde Strom 0,08 Mark, ein qm Wohnfläche 0,80 bis 1,20 Mark).1

Auch wenn man sich mit Beginn der siebziger Jahre von den großen ökonomischen Ambitionen, wie dem „Überholen ohne einzuholen” der kapitalistischen Bundesrepublik, wie sie zu Zeiten einer noch offenen Grenze (1958/59) nicht nur Propagandamünze, sondern reale Zielstellung politischen Handelns gewesen waren2, verabschiedet hatte und zu ehrlicheren Formeln wie dem „real existierenden Sozialismus” übergegangen war, so lag doch gerade in der neuen Bescheidenheit einer solchen Selbstbeschreibung zunächst ein Stück Glaubwürdigkeit, das bei der eigenen Bevölkerung anfangs recht gut ankam. Als Erika Runge 1969 ihre berühmten Interviews mit Rostocker Bürgern machte, war sie als Bundesbürgerin jedenfalls überrascht über das gewachsene „Wir-Gefühl” der Ost-Menschen sowie deren bestimmtes, wenngleich bescheidenes Selbstbewusstsein als Bürger der DDR und deren relative Zufriedenheit auch mit den ökonomischen Verhältnissen, unter denen sie lebten.3

Das war in etwa die sozialpsychologisch gesehen durchaus tragfähige Ausgangslage, auf die Honecker bei seinem Regierungsantritt traf und von der er glaubte, dass dieses Proprium des Sozialismus - auch mithilfe von preis- bzw. konsumpolitischen Instrumenten - konservierbar bliebe und sich niemals zu einer akuten Bedrohung für das DDR-System auswachsen könnte. Doch in den siebziger und achtziger Jahren sollte sich bald deutlich zeigen, wie sehr das rohstoffarme Land äußeren Einflüssen ausgeliefert war, seien dies nun die überlebenswichtigen Wirtschaftsbeziehungen mit nichtsozialistischen Handelspartnern (insbesondere der BRD) oder die Erdöllieferungen vom großen Bruder Sowjetunion (um nur zwei entscheidende Faktoren zu nennen), und wie sehr schon allein diese beiden Interdependenzen auf Lebenswelt und Konsumalltag der DDR-Bevölkerung massiv durchschlugen, der rasch zunehmende Einfluss westlich-kapitalistischer Lebenszuschnitte noch gar nicht gerechnet.

Hinzu kam während der Regierungszeit Erich Honeckers ein für das Land fataler grundlegender technologisch-wirtschaftlicher Paradigmenwechsel, der sich weltweit vollziehende Übergang zum fünften Kondratieff-Zyklus (Informations- und Kommunikations-Technologie)4, welcher die DDR innerhalb weniger Jahre auf den Stand eines Entwicklungslandes zurückfallen ließ. Dieser Übergang in die neue Epoche wurde in der DDR, die in ihren Basisinnovationen noch eher im dritten (Elektrizität und Chemie) als im vierten Kondratieff (individueller Massenverkehr) verhaftet war, einerseits schlicht verschlafen, andererseits durch gezielte politische Maßnahmen seitens jener Staaten, die sich - wie die USA und die ihr angeschlossene Wertegemeinschaft - diesem Paradigmenwechsel stellten und mit Hochdruck an dessen Umsetzung machten, nicht nur erschwert, sondern bewusst blockiert (Embargopolitik der Reagan-Administration), sodass die Grundvoraussetzungen (Investitionen, Knowhow, Strukturmaßnahmen etc.) zum Einschwenken in diesen neuen Zyklus in der DDR letztendlich in keiner Weise mehr gegeben waren.5

Sie konnten schon deswegen nicht gegeben sein, weil sich die „Terms of Trade” im innerdeutschen Handelsverkehr während der Amtszeit Erich Honeckers zuungunsten der DDR dramatisch verschlechterten, was freilich erst nach dem Zusammenbruch des Systems in seinem ganzen Ausmaß deutlich werden sollte. Selbst ein intimer Kenner der DDR-Wirtschaftspolitik wie Harry Maier (der das Land 1986 verließ) zeigte sich 1993 in seinem Bericht vor der Eppelmannschen Enquete-Kommission außerordentlich schockiert darüber, in welcher Geschwindigkeit sich die technologische Lücke zwischen den beiden deutschen Staaten seit Beginn der siebziger Jahre aufgetan hatte. Selbst in ihren traditionell starken Industriesparten wie Maschinenbau, Chemie, Feinmechanik/Optik und Büromaschinen war die DDR kontinuierlich und bereits Mitte der siebziger Jahre hoffnungslos gegenüber der BRD ins Hintertreffen geraten: „Erzielte die Bundesrepublik im Jahr 1970 beim Maschinenbau pro Einheit Lieferung das 1,8-fache an Erlösen, so war es 1989 bereits das 5,2-fache. Bei den chemischen Erzeugnissen hatte die DDR noch 1970 pro Einheit Lieferung sogar eine höhere Wertschöpfung von 26,5 % gegenüber den westdeutschen Lieferanten. Im Jahre 1989 waren die Erlöse der westdeutschen Lieferanten bereits 3,7 mal so hoch wie die der DDR-Lieferanten.”6 Ähnlich sah es bei der klassischen Vorzeigeindustrie der DDR aus, der Feinmechanik/Optik. 1970 hatte man hier gegenüber der BRD noch ein Plus von 12,8 % erzielen können, 1989 hingegen hatte die BRD 3,5 Mal mehr an feinmechanischen/optischen Geräten in die DDR geliefert als diese auf dem umgekehrten Weg. Noch katastrophaler liest sich die Bilanz im Sektor Büromaschinen. 1970 lieferte die BRD 5,9 mal so viel davon in die DDR wie umgekehrt, 1989 war es bereits 15,3 mal so viel. De facto waren also wachsende Importe durch eine rapide steigende Staatsverschuldung und - daraus zwangsläufig folgend - Inflation erkauft worden. Mit anderen Worten und in rein quantitativen Größen: Noch 1970 konnte die DDR mit einer Ost-Mark 0,54 DM erwirtschaften, 1988 nur noch 0,25 DM, im selben Zeitraum war ihre Staatsverschuldung von 2,2 Mrd. Valuta-Mark im Jahre 1971 um das sage und schreibe 22-fache auf 49 Mrd. Valuta-Mark 1988 gestiegen.7

Diese Entwicklungen waren, wenngleich Mitte der siebziger Jahren noch nicht in dieser Dramatik, so doch in ihrer Tendenz in der Führungselite um Honecker wohlbekannt und Besorgnis erregend genug. Spätestens 1975 - dieser Einsicht konnte sich niemand in der Führungsriege verschließen - war das Land auf dem Weltmarkt nur noch eingeschränkt konkurrenzfähig, man lebte schlicht auf Pump. Nur: nach innen, gegenüber der eigenen Bevölkerung, war man natürlich weit davon entfernt, diese sich schnell öffnende Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit, verursacht durch den rapiden Verfall der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und den parallel sich abzeichnenden Staatsbankrott, einzugestehen. Nach innen wurde nach wie vor die Mär vom stetig sich steigernden Lebensstandard breitester Bevölkerungskreise verbreitet. Allein die kontinuierlich anwachsenden Spareinlagen, um einen signifikanten Parameter zu nehmen, waren ja nichts anderes als ein solches Versprechen (zukünftiger) Konsummöglichkeiten. Die ökonomischen Konsequenzen allein aus diesem Umstand waren für das System DDR bedrohlich genug, schon weil anfangs der siebziger Jahre der Zinssatz auf Spareinlagen bei 3,25 Prozent festgeschrieben worden war, was in der Folge das Pro-Kopf-Guthaben von 3840 Mark (1970) über 7290 Mark (1980) auf 11 830 Mark (1989) ansteigen ließ8: es bedeutete in der Endphase des Systems zwischen 1986 und 1989 einen jährlichen Kaufkraftüberhang von 4 Milliarden Mark, welchem in keiner Weise ein reales Warenangebot gegenüberstand - zumindest nicht aus eigenen Ressourcen.

Welchen politischen Handlungsspielraum konnte es unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch geben, der sowohl geeignet war, die Machtbasis zu sichern als auch den drohenden Staatsbankrott abzuwenden? Man entschied sich zu einer Doppelstrategie: einerseits den Schein, die Fassade des sozialistischen Propriums unter allen Umständen zu wahren (und das hieß de facto: Propaganda), zugleich aber hinter den Kulissen mit allen Mitteln den erodierenden Unterbau des Systems aufzuhalten. Die Versuche zur Umsetzung dieser Doppelstrategie waren ebenso vielfältig wie trickreich und können im Folgenden nur an einzelnen Beispielen illustriert werden. Genannt seien hier wenigstens die Devisenbeschaffungsmaßnahmen im großen Stil (wie etwa das „Verschieben” von sowjetischem Erdöl in die Bundesrepublik: so waren Mitte der achtziger Jahre 22,8 % der Lieferungen aus der DDR im innerdeutschen Handel Erdöllieferungen, obwohl die DDR kein eigenes Erdöl förderte!) oder die massiven Geldabschöpfungsaktionen mit einhergehendem Etikettenschwindel im Konsumsektor (so verschwand zu Beginn der achtziger Jahre fast schlagartig die gesamte Bettwäsche aus dem Angebot der Geschäfte. Nach einigen Monaten tauchte sie in neuen Verpackungen und zu deutlich höheren Preisen wieder auf. Diese Preise mussten von der Bevölkerung zwangsweise akzeptiert werden, da sie ja nicht auf die alte qualitativ gleichwertige, aber billigere Bettwäsche ausweichen konnte.). Im Kern ging es bald nur noch darum, an gutes (= fremdes) Geld zu kommen und den Geltungsanspruch des eigenen Zahlungsmittels listig zu untergraben oder zu umgehen. Parallel dazu wurde, um die Fassade, zu der unter den Maßgaben der Entspannungspolitik ja auch ein Stück Liberalität gehörte, aufrecht zu erhalten, immer wieder zu kosmetischen Strategien gegriffen, wozu etwa die Einfuhr von 10.000 Fahrzeugen des Typs VW Golf oder Citroen GS zu zählen sind, die natürlich ihrerseits wieder rollende Werbungen für den genex-Geschenkdienst waren (einer weiteren Devisenquelle!) und überdies ein paar willkommene moderne Akzente ins marode DDR-Straßenbild setzten. Insgesamt betätigte sich die Führungselite unter Honecker - und die kriminellen Bezeichnungen seien hier bewusst gebraucht - zunehmend als Schieber und Etikettenschwindler, Betrüger und Hochstapler.

Wann jedoch begann die sorgfältig durch Propaganda aufrecht erhaltene Fassade erstmals zu bröckeln? Wann nahmen auch Normalbürger wahr, dass die Versprechungen des langsam, aber stetig steigenden Lebensstandards keine direkte Korrelation mehr zur Höhe ihrer Sparguthaben aufwiesen? Nicht der Endverbraucher, sondern diejenigen Bürger der DDR, die im Bereich von Produktion und Verkauf tätig waren und somit unmittelbar mit der Umsetzung der Direktiven beschäftigt waren, bekamen zuerst einen tieferen Einblick in die zunehmenden Probleme der DDR-Volkswirtschaft während der Ära Honecker. So berichtete mir Frau Regehr, die bis Mitte der siebziger Jahre als Graphikerin beim Leipziger Versandhaus beschäftigt war, dass der gesamten Belegschaft im Jahr 1975 vom einen auf den anderen Tag eröffnet wurde, dass die „materiell-technische Basis” für diese Form der Warendistribution nicht mehr gegeben sei.9 „Ganz oben” sei deswegen entschieden worden, den Versandhandel in der DDR fortan gänzlich einzustellen. Dabei war doch gerade diese Verkaufsform 1954 mit großen Hoffnungen und dem Ziel eingeführt worden, den stets zu knappen Warenstrom besser und gezielter steuern und kontrollieren zu können und (über die dabei anfallenden Kundenkarteien) natürlich zugleich auch ein Instrument in die Hand zu bekommen, um etwa Hamsterkäufe wirkungsvoll zu unterbinden. Nach gut 20 Jahren sollte das Versandhaus-System also plötzlich nicht mehr praktikabel sein - warum? Die Erfahrungen der Versandhaus-Mitarbeiterin sind es wert, hier zusammengefasst wiedergegeben zu werden, bieten sie doch einen plastischen Eindruck in die logistischen Absonderlichkeiten innerhalb einer Mangelwirtschaft.

Ein Versandhaus-Katalog tritt dem Kunden als ein Angebot gegenüber, das ihm Wahlfreiheit verheißt. Schon das ist eigentlich nichts als Propaganda, da es jene unter planwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Wahrheit niemals gab bzw. geben kann. In der Praxis bedeutete dies für die Versandhausmitarbeiter nämlich die Wiederkehr stets desselben Problems: Kleid A erfreute sich bei den Kunden großer Beliebtheit und wurde entsprechend häufig geordert, Kleid B hingegen gefiel nicht und stellte sich schon nach wenigen Tagen als Ladenhüter heraus. Nun war aber vor Erscheinen des neuen Katalogs von jedem der beiden Modelle dieselbe Stückzahl auf Lager genommen worden, sodass das Verkaufsergebnis die Versandhausmitarbeiter regelmäßig in ein doppeltes Dilemma stürzte. Einerseits mussten nach Abverkauf von Kleid A weitere Bestellungen abschlägig beschieden werden, andererseits waren für den Ladenhüter Kleid B absatzfördernde - in der Praxis natürlich meist erfolglose - Werbemaßnahmen zu ersinnen und durchzuführen. Unterdessen lief der Strom der Bestellungen für Kleid A ungehemmt weiter ein, sodass jeder neu versendete Ausverkaufs-Bescheid bei den Kunden Anlass für Enttäuschung und Verärgerung bot. In den sechziger und frühen siebziger Jahren war es aber nun immer wieder vorgekommen, dass, wenn die Nachfrage nach einem bestimmten Artikel über Monate hin unvermindert stark anhielt, irgendwann „oben” die Einsicht reifte, davon schließlich doch noch ein gewisses Kontingent nachproduzieren zu lassen. Nun waren - an einem Zahlenbeispiel verdeutlicht - 10.000 am Lager vorhandene Stücke von Kleid A geordert und ausgeliefert worden. Ab der 10.001 Bestellung gingen die Kunden leer aus. Nachdem die weiterhin ungebremste Nachfrage dazu geführt hatte, dass ein halbes Jahr später der Artikel plötzlich wieder begrenzt verfügbar war, wurde die 15.001 bis 20.000 Bestellung wieder mit Ware beliefert. Dies wiederum sorgte im Nachhinein und zum zweiten Mal für sehr böses Blut bei jenen Kunden, die viel früher, nämlich als 10.001 bis 15.000 bestellt hatten und abschlägig beschieden worden waren, da ja zu jenem Zeitpunkt noch nicht abzusehen gewesen war, dass es den Artikel später wieder geben würde. So war also selbst das gutgemeinte Bemühen, einer starken Nachfrage wenigstens partiell zu entsprechen, im Endergebnis kontraproduktiv, da es den Unmut in der Bevölkerung in Hinsicht auf ihre Konsummöglichkeiten weiter schürte.

Solcherart Offenbarungseide des Systems häuften sich in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre, ob dies nun die Fernsehwerbung war, die, Ende der fünfziger Jahre zu Zeiten einer offenen Grenze eingeführt, noch ein Relikt aus der Wettlaufzeit mit der Bundesrepublik darstellte, und ebenfalls 1975 sang- und klanglos verschwand, oder die erste skandalös empfundene Mangelsituation wie die Kaffeekrise von 1977, die einen wahren Konsumentenaufstand hervorrief. Spätestens zu Beginn der achtziger Jahre stellte sich dann jene Situation ein, die Zeitgenossen als das Bild einer an ihrem Staat zunehmend desinteressierten und sich abwendenden Nischengesellschaft beschreiben, die, westlichen Lebensstilen huldigend, für die Protagonisten des eigenen Systems nur noch Verachtung und Spott übrig hatte. Der bekannte Populismus Erich Honeckers hatte wohl spätestens jetzt als Gewinnungsinstrument ausdient: ihm standen de facto ja auch keine Mittel mehr zur Verfügung.

Was konnte der Bevölkerung unter diesen Bedingungen überhaupt noch glaubhaft versprochen werden? Wir sehen eine - auch im konsumpolitischen Bereich - sich nahezu verselbständigende Propaganda, die weiterhin und anscheinend unbeirrt unter dem Titel „Errungenschaften” trommelt, aber immer mehr jede Bodenhaftung verlor, am sinnfälligsten in Honeckers groteskem „Endspiel” (die Anspielung auf das gleichnamige absurde Theaterstück Samuel Becketts ist beabsichtigt) am 14. August 1989. Längst war die Grenze in Ungarn gefallen, strömten Tausende von Ost-Bürgern in den Westen, da wurde ihm vom VEB Kombinat Mikro­elektronik „Karl Marx” das erste funk­tionsfähige Muster eines in der DDR hergestellten 32-Bit-Mikropro­zessors überreicht. Wie noch nie zuvor bediente sich der Ministerpräsident einer geradezu biblischen Bildersprache: „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!”10 Diese Anleihen bei der christlichen Heilsgeschichte kamen nicht von ungefähr, denn die vermeintliche Geburt des sozialistischen Super-Chips sollte augenscheinlich zur Er­lösung von der erdrückenden Überlegenheit des Westens in der Mikroelektronik und der Embargopolitik der Reagan-Administration führen. Doch wie teuer war dieser Propaganda­auftritt erkauft! Was Honecker überreicht wurde, war lediglich ein Labormuster, von der Serienfertigung war man noch weit entfernt. Der Herstel­lungspreis dieses Chips betrug 1675 Mark. Bei einem in der DDR angepeilten Verkaufspreis von 120 Mark hätten die staatli­chen Subventionen pro Stück also bei 1555 Mark gelegen. Auf dem Weltmark waren Chips dieser Leistungsfähigkeit inzwischen für 16 bis 18 (Valuta-) Mark zu haben.11 Konnte daraus auch nur im entferntesten noch eine Konsumhoffnung abgeleitet werden, dergestalt, dass in absehbarer Zukunft auch DDR-Bürger einen mit solchen Chips bestückten Heimcomputer erwerben konnten? Ganz offensichtlich nicht. Das Propaganda-Schauspiel war nur noch absurdes Theater - ohne jeden Realitätsbezug. In der Tat waren die Wünsche der Menschen im Lande zu dieser Zeit auf viel bescheidenere Dinge ausgerichtet und noch längst nicht im digitalen Zeitalter angekommen, wie es der Propagandaauftritt glauben machen wollte.

Ich möchte abschließend anhand dreier, sehr viel gewöhnlicherer Produkte versuchen nachzuzeichnen, wie auf dieser eher alltäglichen Ebene Konsumpolitik als Preispolitik aussah und welche Versprechungen, Einlösungen und Enttäuschungen sie transportierte. Solcherart Konsum- bzw. Gebrauchsgüter waren immerhin erreichbar, oder sie sollten es sein bzw. werden. 1.) der Videorekorder, 2.) der Wartburg mit 4-Takt-Otto-Motor, 3.) der Nordhäuser Doppelkorn. Neben einem Farbfernsehgerät wünschten sich viele DDR-Bürger etwa ab Mitte der achtziger Jahren auch einen Videorekorder. Auch auf dem Feld der Ausstattung der Haushalte mit Unterhaltungselektronik war der Westen inzwischen weit davongezogen. So hatte in der Bundesrepublik schon 1980 als das Jahr des Videorekorders gegolten, als anstatt der erwarteten 600.000 fast 800.000 Stück solcher Geräte verkauft werden konnten. In der DDR hingegen diskutierte man in der Fachpresse zwar eifrig über Für und Wider dieser neuen Medien, ohne dass die meisten der Diskussionsteilnehmer solche Geräte aus eigener Anschauung überhaupt gekannt hätten. Und so wurde spätestens vom 11. Parteitag 1986 erwartet, dass auch diese Bedürfnisse in den Beschlüssen endlich Berücksichtigung fanden. Für die Mehrzahl der Menschen (ohne entsprechende Finanzressourcen oder Westwährung) erfüllten sich die großen Erwartungen auf ein entsprechendes Geräteangebot jedoch nicht. „Die Verantwortlichen entschlossen sich lediglich Ende der achtziger Jahre zu einer einmaligen Importaktion von 50.000 Geräten im japanischen VHS-Standard, die für 7.300 Mark in den offiziellen Handel kamen. Eine eigene Lizenzfertigung, wie sie teilweise die UdSSR, CSSR und VR Polen eingeführt hatten, wurde nicht mehr in Angriff genommen. Darüber hinaus ließ der Stand der Produktivkräfte eine serienreife Herstellung weiterer Produktgruppen nicht zu, sodass selbst in den bevorzugt behandelten Bereichen des Fernsehens die Investitionen in den Bau eigener Studio- und Sendeanlagen längst eingestellt waren und Fremdfabrikate den Vorzug erhielten. So konnten kaufkräftige Interessenten offiziell nur mit ausländischen Währungen über Intershop-Verkaufsstellen oder einen Genex-Geschenkdienst die begehrte Elektronik legal in ihren Besitz bringen. Da das letztere Unternehmen nicht wie üblich der staatlichen Plankommission und den Fachministerien unterstand, sondern dem ausgegliederten Sonderreferat Kommerzielle Koordination (KoKo) beim Außenhandelsministerium zugeordnet war, flossen die hohen Valuta-Umsätze direkt den Parteikassen zu. Demzufolge wurde das lukrative Versandgeschäft von West nach Ost relativ großzügig gehandhabt und aus dem Zuständigkeitsbereich der Zollbehörde ausgeklammert.”12 Einmal mehr organisierte die SED auf diese Weise „einen staatlich gelenkten ‚Schwarzmarkt’ für chronische Mangelwaren im eigenen Land, um an gutgehütete Devisenvorräte ihrer Landsleute zu gelangen.” 13

Der Preis von 7.300 Mark wurde von der Bevölkerung als Beutelschneiderei empfunden, ähnlich wie der für den lange ersehnten Wartburg mit 4-Takt-Motor aus dem Hause VW. Als das Fahrzeug auf der Leipziger Messe 1988 vorgestellt wurde, nahmen viele Besucher den horrenden Preis von 32.000 Mark zum Anlass, das Ausstellungsstück mit Eiern zu bewerfen.14 Schon die Tatsache, dass das einstige Vorzeige-Automobil der DDR nach fast 22 Jahren Produktionszeit endlich mit einem VW-Polo-Motor ausgeliefert wurde, hatte auch dem letzten den Glauben an die Innovationsfähigkeit der DDR-Wirtschaft genommen. Hinzu kam, dass das 2-Takt-Prinzip über Jahrzehnte hin geradezu im Rang einer Staatsdoktrin gestanden hatte, vor diesem Hintergrund bedeutete diese Innovation schlicht und einfach eine Selbstdemontage. Wo immer solcherart „Weltniveau” in der DDR überhaupt noch auftauchte, es kam von außen und als Import herein. Die damit einhergehende staatliche Preispolitik musste im Hinblick auf die Wahrnehmung des eigenen Systems sozialpsychologisch verheerende Folgen zeitigen. Denn seine - zum Teil hoch subventionierten - originären Leistungen (Brötchen, Milch, Mieten) wurden in den Augen der Verbraucher in dem Maße entwertet wie die importierten Gebrauchsgüter astronomisch überteuert und automatisch eine Überbewertung erfuhren, die sie, unter Maßstäben marktwirtschaftlicher Konkurrenz betrachtet, keineswegs verdienten. Der DDR-Staat war de facto in seiner Endphase genau das geworden, was er seinem ideologischen Bonner Kontrahenten in der Ära des Kalten Krieges stereotyp vorgeworfen hatte, ein Monopolkapitalist.

Im Gegensatz zu Videorekorder und 4-Takt-Wartburg war der Nordhäuser Doppelkorn jedoch ein originärer DDR-Markenartikel und ein jedem ihrer Bürger erreichbares Produkt. Mitte der achtziger Jahre sollte nun selbst dieser originäre DDR-Artikel zum Gegenstand staatlicher Preispolitik werden, um auch ihn zum Instrument systematischer Kaufkraftabschöpfung zu machen - mithilfe dessen, was oben als Etikettenschwindel gebrandmarkt wurde. Die nun erwogenen Maßnahmen dazu sahen vor, gleich die ganze Marke - nach dem Motto „Schnaps ist Schnaps” - vom Markt zu nehmen und durch ein neues Produkt zu ersetzen, dessen Alkohol-Anteil von 38 auf 32 Prozent abzusenken, dessen Preis hingegen von 17,60 Mark auf 32 Mark anzuheben war.15 Doch die Parteigewaltigen hatten eins völlig übersehen. In diesem Fall war der Preis nicht nur eine quantitative Größe, die 17 Mark 60 für den Nordhäuser waren gewissermaßen Bestandteil der Marke selbst, hatten Zeichencharakter, standen für ein Qualitätsversprechen ein - ein Stück gewachsenes Verbrauchervertrauen. Es genügte, allein den Preis zu nennen, und auf der anderen Seite der Ladentheke war klar, was Gegenstand der Nachfrage war. Es mag sein, dass es ein solches Phänomen nur im Sozialismus mit seinen tonnenideologischen Denktraditionen gab - gleichviel: Es gelang den Verantwortlichen des Kombinats jedenfalls, dem Ansinnen der Plankommissionäre entgegen zu treten, ihren Markenartikel - und das heißt: deren Qualitätsversprechen und das dafür einstehende Preis-Äquivalent - durch die schwierigen achtziger Jahre zu retten. Dieses symbolische Kapital blieb unbeschädigt und konnte auch nach der Wende gute Zinsen tragen. Generell freilich galt: Für den Machterhalt des Systems war am Ende kein Preis zu hoch, wie Honeckers final-skurriler Propagandaauftritt zeigte. Lediglich dort, wo es um die wirklichen Errungenschaften des DDR-Systems ging, wo die lebensweltliche Geschichte von Produkten Spiegel der Menschen und ihrer Konsumgeschichte selbst geworden war, war willkürlicher Geldabschöpfungspolitik von oben Grenzen gesetzt, und zwar recht enge.

Sicherlich hat Erich Honecker schon früh das Gefühl für die schwindende symbolische Integrationskraft der Verbraucherpreise aus den Augen verloren. Einst dazu ersonnen, das Proprium des Sozialismus („billige Grundversorgung für alle!”) zu beglaubigen und die klassenlose Gesellschaft als Konsumgemeinschaft zu begründen, wurde der durch sie versinnbildlichte ideologische „Mehrwert” in den siebziger und erst recht den achtziger Jahren von der Bevölkerung nicht mehr wahrgenommen oder gar wertgeschätzt, sondern im Gegenteil mit Füßen getreten, wenn diese tonnenweise Brot an Haustiere verfütterte oder hemmungslos billige Heizenergie verpulverte. Wenn es in den Augen der DDR-Bevölkerung im letzten Jahrzehnt des Systems überhaupt noch einen symbolischen „Mehrwert” gab, so war er nicht genuin sozialistischen Ursprungs, wie es der Sozialpsychologe Hans-Joachim Maaz nach der Wende scharfsinnig analysierte und zusammenfasste: „Der ‚real existierende Sozialismus’ hat an keiner Stelle glaubhafte und überzeugende Werte schaffen können, die über das profane Leistungs- und Wohlstandsdenken hinaus reichten. Im ewig kränkenden Vergleich zu den überlegeneren und reicheren Westdeutschen waren die DDR-Bürger eher noch verrückter nach äußeren Werten. So hat sich eine Steigerungskultur entwickelt, die die sogenannte klassenlose Gesellschaft in neue ‚Klassen’ einteilte: wer es sich leisten konnte, in den Luxusläden ‚Delikat’ und ‚Exquisit’ einzukaufen, wer D-Mark besaß und sich aus dem Intershop versorgen konnte oder wer als höchsten Rang den Reisekaderstatus oder die Reiseerlaubnis mit Westverwandtschaft für sich in Anspruch nehmen konnte. Der Fetischcharakter westlicher Waren war nicht mehr zu überbieten: Leere Bier- und Coladosen wurden als Schmuckstücke auf die Schrankwand gestellt, Plastetüten mit Reklameaufschriften besaßen Handelswert, Westkleider machten Leute. Realer Mangel und qualitätsmindere Ware bei uns, der Warenüberfluss und der Qualitätsluxus im Westen waren der affektive Hintergrund für eine nie endende und nie befriedigende Konsumspirale. So war auch bei uns ‚Familie Neureich’ ein beliebtes Spiel mit Variationen des Kinderspiels ‚Meins ist besser als deins!’, wobei der Westartikel den absoluten Maßstab setzte.”16

Letzten Endes war in der DDR also durch die desaströse Politik der Verbraucherpreise eine Klassengesellschaft entstanden, die man - auch und mithilfe vor allem von Preispolitik - ideologisch ja ein für alle Mal abschaffen wollte.

1 Klaus Pötzsch: Von 5 Pfenningen für ein Brötchen bis 7000 Mark für ein Fernsehgerät - die Preise in der Planwirtschaft, in: Egon Hölder (Hg.): Im Trabi durch die Zeit - 40 ahre Leben in der DDR, Statistisches Bundesamt Wiesbaden 1992, S. 111-120.

2 Vgl. hierzu: Monika Gibas/Dirk Schindelbeck (Hg.): „Die Heimat hat sich schön gemacht!” 1959: Fallstudien zur deutsch-deutschen Propagandageschichte, Leipzig 1994

3 DDR-Jubiläum. Du, unsere Liebe, in: Der Spiegel, 23. Jg., Nr. 41 vom 6. 10. 1969.

Vgl. auch Neue Gesellschaft für Bildende Kunst 8Hg.): Wunderwirtschaft. DDR-Konsumkultur in den 60er Jahren, Köln/Wien/Weimar 1996, desgl: Annette Kaminsky: Illustrierte Konsumgeschichte der DDR, Erfurt 1999

4 Nikolai Dmitrievich Kondratieff erfand 1926 die Theorie von den langen Wellen von etwa 50 Jahren Dauer. Nach Kondratieff gibt es diese langen Zyklen erst seit Beginn moderner marktwirtschaftlicher Verhältnisse um 1800. Jede neue Welle wird dabei von Basisinnovationen angestoßen: im Zentrum des ersten Zyklus, der von etwa 1800 - 1850 dauerte, standen die Dampfmaschine und die Textilindustrie (mechanische Webstühle etc.), der zweite (1850 - 1900) entfaltete sich aus den Möglichkeiten der neuen Technologie der Stahlerzeugung (Eisenbahn etc.), im Kern des dritten Kondratieff-Zyklus (1900 -1950) standen Elektrizität und Chemie, der vierte Kondratieff (1950 - 1990) war geprägt vom individuellen Massenverkehr, der fünfte (etwa seit 1980) steht deutlich im Zeichen von Information und Kommunikation.

5 Vgl. Dirk Schindelbeck: Marken, Moden und Kampagnen. Illustrierte deutsche Konsumgeschichte, Darmstadt 2003, insbs. S. 79-94.

6 Deutscher Bundestag. 27. Sitzung der Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und folgen der SED-Diktatur in Deutschland” am 5. Februar 1993. Öffentliche Anhörung zum Thema „Die DDR-Volkswirtschaft als Instrument der SED-Diktatur”, S. 18-40

7 Ebda.

Vgl. auch: Rainer Gies: Die Mark der DDR. Eine Kommunikationsgeschichte der sozialistischen deutschen Währung, Erfurt 2003,

8 Edith Dabbert: Von 280 Mark zu 11 830 Mark - 40 Jahre Sparen, in: Egon Hölder (Hg.): Im Trabi durch die Zeit - 40 Jahre Leben in der DDR, Statistisches Bundesamt Wiesbaden 1992, S. 121-127

9 Interview mit Frau Regehr am 24.Juli 1993 in Leipzig im Rahmen der Recherchen des von 1992 bis 1997 durchgeführten DFG-Forschungsrojekts: „Propagandageschichte der beiden deutschen Staaten im Vergleich” (im Besitz des Verfassers)

10 André Beyermann: Staatsauftrag: „Höchstintegration”. Thüringen und das Mikroelektronik-Programm der DDR, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 1999

11 ebda.

12 Thomas Beutelschmidt: Von „Robotron” bis „Colortron”. Form und Funktion der Unterhaltungselektronik in der sozialistischen Medienlandschaft, in: Heide Riedel (Hg.): Mit uns zieht die neue Zeit. 40 Jahre DDR-Medien, S. 165-173.

13 „Da kriegst Du alles, was es nicht gibt.” Wie die SED den DDR-Schwarzmarkt auf Kosten der Bürger organisiert, in: der Spiegel, Nr. 41/1985, S. 131.

14 Zur Bedeutung des Wartburg vgl. Rainer Gries/Volker Ilgen/Dirk Schindelbeck: Perfekte Panne, perfide Performance. Opel baut auf Eisenach: Bemerkungen zu einer Einheits-Anzeige, In: dies.: „Ins Gehirn der Masse kriechen1″ Werbung und Mentalitätsgeschichte, Darmstadt 1995, S.173-192. desgl.: Dirk Schindelbeck: Die volkseigene Mobilität. Streiflichter aus der Geschichte des Zweitakt-Staates, in: praxis Geschichte, Hr. 4/1993, S. 60-62

15 Vgl. hierzu Rainer Gries: Produkte als Medien. Kulturgeschichte der Produktkommunikation in der Bundesrepublik und der DDR, Leipzig 2003, S. 440ff.

16 Hans-Joachim Maaz: der Gefühlsstau. Ein Psychogramm der DDR, Leipzig 1991, S. 95

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Freitag, 27. Februar 2009 11:04
Themengebiet: DDR-Geschichten