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Dirk Schindelbeck » Blog Archiv » Der Dauerhamster - ein Pädagogenprojekt

Der Dauerhamster - ein Pädagogenprojekt

© 2005 Dirk Schindelbeck

Irgendwann war er da - der Tag, als der Hamster ins Haus kam!
Monatelang schon hatte der Wunsch bestanden, ein Haustier
ganz sein eigen zu nennen, wie klein auch immer, ein Wesen
voller Unschuld und Sanftmut, ein Meerschweinchen oder ein Hamster.
Und doch waren Geburtstag, Weihnachten, Ostern verstrichen,
ohne dass dieser Wunsch der Erfüllung näher gerückt war.
Ines, neunjährig, hatte ihm dennoch stets Stimme verliehen,
und ihn beharrlich erneuert durch ständiges Bohren und Fragen.
Endlich sollten die Dinge sich wenden. Was war geschehen?

Mit den Monaten hatte der Vater - er war Pädagoge -
durch die Ernsthaftigkeit der Willenserklärung der Tochter
sich zur erneuten Prüfung der Frage getrieben gesehen.
Zwar verriet seine Miene bei weitem noch keine Erweichung
einer Haltung, die hart bis unnachgiebig im Grundsatz
immer noch war - denn als Definition blieb unangetastet,
dass ein Haustier an sich schon Unbehagen bereitet,
Ruhe und Sauberkeit in den Räumen empfindlich herabsetzt,
Wohnqualitäten, mühsam erkämpft, womöglich gefährdet.
Pädagogen-Mutter teilte diese Bedenken.

Dennoch hatten sich beide Erzieher in nächtlicher Stunde
zu einer Haltung durchgerungen, rückhaltlos offen
mit den verschiedenen Wünschen umzugehen, dazu auch
möglichst viel an Gerechtigkeit zu erstreben für alle.
Schließlich war Ines’ Wunsch ja Ausdruck ersten Erwachens
ihrer Persönlichkeit. Gefordert war mithin, Erziehung
neu und konzeptuell zu denken, am praktischen Beispiel
früh schon Verantwortung einzuüben fürs weitere Leben!
Positiv erschien ja immerhin dies: umso leichter
ließ sich der Einstieg ins große Verantwortungs-Thema
finden, je kleiner das Tier war, das anzuschaffen man plante.
Unter diesen Bedingungen hatte ein Nager von Haus aus,
Hamster zum Beispiel, reelle Chancen als neuer Bewohner.

So war gefallen die Grundsatzentscheidung, um bald schon
in einer Stunde innerer Sammlung verkündet zu werden.
Pädagogen-Vater entfaltete hierzu mit Würde
einen Bogen beschriebnen Papiers und forderte Ines
laut zu lesen auf. „Tierhaltungs-Vertrag” stand darüber.
Bei dem Wort „Paragraph” sprang er hilfreich noch bei, den Rest doch
schaffte das Mädchen allein: „Ich, Ines, bin für mein Haustier
ganz allein verantwortlich!” Folgten acht weitere Punkte,
Fütterung, Pflege und Sauberkeit des Tieres betreffend,
ferner die sachgemäße Behandlung seiner Behausung
wie auch des Zubehörs. Ein Abschnitt betraf alle Phasen
seiner Aktions- und Ruhezeiten - in lockeren Grenzen,
um die herum recht üppig bemessene Spielräume blieben -,
Raum für weitere Aktivitäten. Beigefügt war auch
eine Tabelle, knapp gehalten, der kommenden Kosten.
All dies war, pädagogisch geschickt, aus tiefem Verständnis
eines auf Taschengeld angewiesenen Menschen entwickelt:
Ines wurde denn auch nur ein Bruchteil des Aufwands berechnet.
Hierauf betonte der Vater Sinn und Bedeutung all jener
Paragraphen, in denen die Ferien- und Feiertagszeiten
festgelegt waren. Jedem der Partner wurde schlussendlich
ein Exemplar des unterschriebnen Vertrags übergeben.
Mit einem Apfelsaft stieß man an: Es gab der Geschichte
eine ebenso heitre wie festlich-besinnliche Note.

Dann aber sprach der Vater: „Bevor wir uns letztlich ein eignes
Tier anschaffen, werden wir vorerst einmal zur Probe
uns einen Hamster entleihn, das Zusammenleben zu üben,
auch um Erfahrung zu sammeln im Umgang mit solcherart Tieren.
Nur für eine Woche. Man weiß ja nie!” Und die Mutter
nickte beipflichtend: „Das wird das beste sein!” Allein Ines
schien es gar nicht das beste. Ein Probehamster, das war doch
nur ein Tier aus zweiter Hand! Doch sie sah keine Lösung,
das Verfahren zu ändern, im Augenblick, oder zu kürzen.

Diese Ereignisse im Pädagogen-Haushalt, sie blieben
keineswegs unverborgen. Am nächsten Tag wurde Sophia,
ebenfalls Pädagogen-Tochter und Freundin von Ines,
eingeweiht in den Stand des Hamster-Projekts; ja sie durfte
sogar anwesend sein, als bei entfernten Verwandten
jener Probe-Nager besichtigt und mit seinem Käfig
gleich nach Haus überführt wurde. Drollig, wie dieser Kleine
spielte, wie ausgelassen und frech er im Laufrädchen tobte!
Welche Freude hatten die Mädchen an diesem Tierchen.
Pädagogen-Vater empfand den Burschen hingegen
über die Maßen nervös, die Pfeiftöne, die er fortwährend
ausstieß, behagten ihm nicht. Doch ging die Woche vorüber
schneller als alle gedacht, und es nahte der Tag der Entscheidung:
jetzt war Ines das Recht auf den Dauerhamster erwachsen.

Eines freilich konnte das Mädchen noch nicht ermessen -
dass oft die retardierenden Phasen in der Erziehung
(auf die Länge gesehen!) die tieferen Wirkungen machen.
„Einen Käfig brauchen wir doch wohl zuerst!” verkündete Vater
listig (im Viertel lag der Sperrmüll noch auf der Straße).
„Machen wir doch eine kleine Hamster-Tour!” Leise schmunzelnd
ob seiner Worte zog er los - nach etlichen Stunden
mühsamer Müllberg-Inspektionen bescheiden und kleinlaut
wieder zurückzukehren, dem Schein nach ohne Ergebnis,
in der Sache indessen vorangekommen wie selten:
Es war gelungen, auf dem Pfade der Mühe zu zeigen,
dass ein Käfig niemals vom Himmel fiel, sondern ein echtes,
anzustrebendes Ziel bedeutete. Selbigen Abend
wurde ein alter Käfig beschafft, von alten Bekannten.

Damit rückte heran der Tag, an welchem der neue
Hausbewohner sein Heim beziehen sollte, noch einmal
aber entstand Verwirrung, zwar kurz, doch dafür recht heftig.
Pädagogen-Vater, mit allen Wassern gewaschen
in der Beschaffung von Infos, hatte verbürgte,
gleichwohl schlagende Tatsachen aufgespürt. Ob aus Büchern
oder von Zuträgern heimlich bezogen, blieb diesmal im Dunkeln.
Jedenfalls war ein andrer Beschaffungsmodus gefordert
als von allen bis dato gemutmaßt. „Hamster”, so sprach er,
„kauft man am besten am frühen Abend! Warum? Weil zu diesem
Zeitpunkt die Aktivität der Tiere ihr Maximum auslebt.”
Da es, wie er zudem erfahren habe, bei Hamstern
viele Charakterbilder gebe, aus einem breiten
Spektrum von hyperaktiven bis hin zu phlegmatischen Burschen
zieloptimiert die Auswahl zu treffen möglich sei, lohne
intensiver Vergleich verschiedener Prachtexemplare
in einem jeden Fall - das habe man glaubhaft versichert.

So, mit optimierten Erkenntnissen bestens versehen,
war die Beschaffung des neuen Hausgenossen ein Leichtes.
Schnell erzählt ist der Rest. Der Hamster, mit Namen
Schnuffi, hätte auch gut passieren können als Schlaffi:
Grundsolide der Bursche! Als Mensch unter Menschen geboren,
wär er vermutlich ein bayrischer Weißbiertrinker geworden.
Meist lag er träge herum oder schlief. Nur stank er zuweilen.
Pädagogen-Mutter empfand es als heftig. Der Vater
aber war hochzufrieden (im Stillen), bewunderte ehrlich
diese Gelassenheit, mit welcher der Bursche das Laufrad
vollkommen ignorierte, sich allen Beziehungsversuchen
menschlicherseits in stumpfer Gleichgültigkeit präsentierte.

Oft will es nicht so scheinen, doch feiert am Ende mitunter
auch die Pädagogik Triumphe, die niemand ihr ansieht.

zur Prosa-Fassung

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Donnerstag, 4. Juni 2009 5:46
Themengebiet: Balladen/Eklogen