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Dirk Schindelbeck » Blog Archiv » Besuch in schwerer Stunde

Besuch in schwerer Stunde

© 1979 Dirk Schindelbeck

Geli: Hei, wie die Wolken knallen! Der ganze Himmel ein Pumpwerk!
Wasserklöße klatschen herab, von Eingang zu Eingang
sprang ich und hab mich noch grad, und halbwegs trocken, gerettet
hierher! Grüß dich Andrea, ich hab dich so lang nicht gesehen.
Andrea: Geli, ich wünschte, du träfest mich glücklicher an. Verzeih mir!
Doch ich bin durchgedreht und mit Mühe verdrück’ ich die Tränen.
Geli: Gott, ich seh es dir an! Selbst dein Zimmer scheint wie verwandelt.
Umgestellt hast du die Couch und den Tisch, selbst die kleineren Möbel.
Kaum noch erkenn ich das wieder, und du sitzt verloren dazwischen.
Andrea: Aufgewühlt bin ich wie nie, ich musste mich einfach nur regen,
dabei blieb mir rein nichts als zu wüten in nächster Umgebung.
Geli: Liebe Andrea! So kenn ich dich nicht! Was soll das bedeuten?
Fröhlich schienst du mir stets im ernsthaft gewählten Berufe.
Selig kamst du des abends, erwartungsvoll gingst du zur Arbeit
jeden Morgen zu deinem Kindergarten hinüber.
Und wenn du dann gegen zehn die kleinen Leutchen ausführtest
auf den Spielplatz und ihnen aus nie versiegendem Fundus
deine Geschichten erzähltest, da dacht ich: Andrea ist glücklich.
Und dann legt ich auch gern all jenes Spielzeug zur Seite,
das, vom Transport beschädigt, zum Lager manchmal hereinkam,
das man doch nicht mehr verkaufen konnte. Wie oft dann, des abends
flickten wir Puppenglieder und leimten den Wagen die Räder.
Ganz begierig hörte ich dich am nächsten Tag dann berichten,
wie sich die Kinder gefreut an unsern Flickwerk-Aktionen.
Andrea: Aber das ist es ja grade, und deshalb gehn deine Worte,
treffen sie auch den Kern, mir wie bittere Milch an die Galle.
Denn es ist etwas geschehn von unabsehbarer Wirkung.
Letzte Woche durchkämmt ich die Abstellkammer. Da fand sich
zwischen krausem Gerümpel, beinlosen Tischen und Stühlen
eine Kiste mit angebrauchten Farben, daneben
die gehörigen Pinsel, noch halb in Ordnung, wohl übrig
von wer weiß welchem Vorgänger Mal- oder Zeichenaktionen.
Diese Kiste nun trug ich heraus und zeigt sie den Kindern,
und das war vielleicht schon Keim und Anfang des Übels.
Ölfarben waren es nämlich, dauerhafte. Nun weißt du
selbst gut genug, dass, zeigt man Kindern ein brauchbares Mittel,
die Begeisterung uferlos wächst und der Eifer gleich hochkocht.
Und ich selbst war schon mittendrin und konnt mich nicht bremsen -
ein Gedanke, schon früher erwogen, ergriff mich auf einmal,
mächtig war er jetzt da, und ich konnte mich ihm nicht entziehen.
Alle die Spiele schienen mir plötzlich, die Liederchen, wenig,
gar nichts zu sein, nur nützlich, die Zeit zu vertreiben, zum Zwecke
leerer Beschäftigung für die Kinder, allein doch im Sinne
der in Beruf und Gewerbe so arg beanspruchten Eltern.
Geli: Ja, sie stellen den Nachwuchs am liebsten ins sichere Glashaus,
und erwarten nichts mehr, als dass du ihn irgend beschäftigst.
Tust du es aber bewusst, so fürchten sie Einfluss von außen:
Kurzzuhalten wie Gras ihre Kinder, das bleibst das Genehmste.
Andrea: Lass es, Geli, lass ab, den Unmut weiter zu nähren,
hörtest du alles noch nicht. Ich hatte die Pinsel und Töpfe
ausgebreitet. Da lagen sie nun. Wie drängten die Kinder.
Jedes wollte zu malen beginnen; sie schienen zu platzen
vor Ideen und fragten mich artig: Wo können wir malen?
Alle die Pappen sind doch bemalt, die sollen uns bleiben.
Da entschloss ich mich stracks, hinauszugehn an die hintre
Außenwand des Gebäudes. Im grauen Beton, ganz unfreundlich
steht sie da. Es könne nicht schaden, so trug ich die Hoffnung,
hier ein wenig zu schmücken mit Häusern, Bäumen und Tieren.
Dahin führt ich die ausgerüstete kleine Gesellschaft,
gab den Mädchen die Tiere in Auftrag, den Jungen die Pflanzen,
schon um zu sehn, wie die beiden Gruppen die Aufgabe lösen.
Gleich entstand auch ein See, ein Wasserfall, eine Lagune,
zahlloser Farbfische Haus. Ich selbst, ich malte die Sonne:
Gelbe Tupfer entflossen dem Leib auf die grünelnde Erde.
Kaum zwei Stunden, so war das gemeinsame Werkchen vollendet:
Auf die Wiese setzten wir uns und schautens voll Stolz an.
Liebe Geli, doch dies, dies war der Anfang vom Ende.
Geli: Ach, nun ahn ich es schon, wo der Ärger heute sich auftürmt!
Sicher kam der Direktor und hielt den gewöhnlichen Vortrag,
nur verschärfter, wie ich ihn kenne, mit Kündigung drohend.
Andrea: Ja, genauso kam es und schlimmer: Er ließ uns die Wände
wieder säubern mit scharfem Terpentin. Ach hättest
du die Kinder gesehen bei dieser erzwungenen Arbeit!
Immer muss ich dran denken, es geht mir so bitter zum Herzen!
Und wie sie später nach Hause schlichen, mit was für Gesichtern!
Ganze Stunden sitze ich da und sehe sie vor mir!
Heute nun wollt ich Blumenkohl schneiden, da glitt mir das Messer
in den Fingernagel, so wenig dacht ich ans Kochen.
Geli: O du Ärmste. Doch mit der Kündigung, meint er’s denn ernsthaft?
Andrea: Nein, das glaube ich nicht. Doch würd es mich auch nicht mehr treffen.
Geli: Hättst du ihn vorher gefragt, er hätt es vielleicht doch genehmigt.
Andrea: Ja, vielleicht. Ach, Geli, was meinst du, wie oft ich mir das schon
vorgeworfen habe. Du streust mir nur Salz in die Wunde.
Geli: Sag dann, wie kann ich dich trösten? Ich weiß, wir gehen aus dem Zimmer,
hier ist es schwül und dumpf. Wir suchen den freundlichen Park auf.
Schau, das Gewitter ist schon vorüber. Jetzt tropfen die Zweige,
gleich durchbricht die Sonne die massige Mauer der Wolken,
und dann spielen die Strahlen so schön, dann glitzern die Blätter.
Andrea: Nein, liebe Geli, ich möchte nicht fortgehn, ich möchte hier bleiben.
Hier ist es trocken und warm. Im Park sind jetzt überall Pfützen,
und die Erde dampft aus, und Wassernebel verdecken
alle Beete, und breiten sich aus, und nass sind die Bänke.
Geli: Lass uns ins Kino gehen! Du weißt doch, es läuft noch der hübsche
Zeichentrickfilm mit Benno, dem lustigen Nilpferd; ein kleiner
Vogel auf seinem Rücken pickt dauernd das Ungeziefer
aus den runzligen Falten. Da quiekt das lustige Nilpferd.
Andrea: Geli, nett ist dein Nilpferd bestimmt und vermutlich auch lustig,
gestern noch wäre ich gern, ja begeistert mit dir gegangen,
aber ich habe ein Nilpferd heut weggewischt, ein sehr schönes:
Ganzprofil und so prall, es stand inmitten von Schilfgras.
Geli: O, das tut mir so leid. Ich wollt dich nicht quälen, bestimmt nicht.
Soll ich uns etwas zu essen machen? Ich springe nur eben
in den Laden hinunter und hole kurz ein, was wir brauchen.
Andrea: Aber du siehst doch, Geli, der Blumenkohl liegt in der Spüle,
wellig und gelb sind die Blätter längst, ich mag heut nichts essen.
Selbst der Tee ist mir kalt geworden, den trink ich sonst immer.
Geli: Dann lass uns etwas erfinden, die Kummerwolken vertreiben!
Weißt du noch, Andrea, was du an Liedern gemacht hast?
Da warst du froh: ‚Es läuft die Gazelle, erst langsam, dann schnelle,
s’läuft auch das Gnu, die Tropenkuh, sie laufen und laufen…’
So war der Anfang von einem, das schönste doch hab ich behalten:

‚Der Käfer fliegt vom Vater
- so schöne Flügel hatt er -
er fliegt ins Schneckenland,
es war ihm unbekannt.

Da sieht er tausend Schnecken,
die seine Neugier wecken,
in einem Feld voll Kohl
„Warum esst ihr nur Kohl?”

„Wir essen ihn fast täglich,
und wenn es uns noch möglich,
wird auch das Haus gefüllt:
dann wird der Winter mild.”

„Warum schleppt ihr an Häusern?
Man schläft sehr gut auf Reisern,
wenn auch der Regen kleckst
und isst, was knollig wächst.

Am liebsten noch Kartoffeln,
doch nur die zarten Knollen,
der Kohl wär mir zu fad,
den lass ich stehen grad.”

„Du bist ein dummer Stoffel,
geh wieder zur Kartoffel,
der Kohl ist so gesund,
macht uns das Häuschen rund.”

Er fühlt sich missverstanden,
fliegt heim vom Schneckenlande.
Die Schnecken sagen: „Der
verstand ein bisschen schwer.”

Was sollen wir jetzt machen?
Am besten noch, wir lachen.
Was kocht die Mutter wohl?
Kartoffelbrei und Kohl.’

Das ist doch schön, Andrea, nicht wahr? Ich weiß noch, es kam dir
plötzlich in den Sinn, und das in der lauten Kantine!
Aber was ist denn? Du wendest dich ab? Warum nur? Du weinst ja.
Tu das doch nicht. Nimm dies Taschentuch. Verzeih meine Dummheit!
Ohrfeigen könnt ich mich selbst! Ich blase ins falscheste Horn stets.
Schweigen will ich, das ist wohl besser, und dann werd ich gehen.
Andrea: Liebe Geli, es tut mir so leid. All deine Bemühung,
deine liebe, will mir nicht helfen. Ich bin wie ein Stein kalt.
Geli: Dann wird ich jetzt nach Hause schleichen. Sei tapfer, Andrea,
leg dich ins Bett und schlaf dich aus. Ich besuche dich morgen.

Nun blieb ihr nichts mehr zu sagen und Geli schied von Andrea,
legte ihr freundlich die Hand aufs Haar und ging aus dem Zimmer,
lautlos drückt sie die Klinke ins Schloss und fand sich im Hausflur,
griff in ihren Korb, ein paperumwickeltes Bündel
abzutasten, ein kleines Geschenk für die Freundin Andrea.
Es war ein kleiner Kasper, blau, sie entdeckt ihn im Laden
mit zerrissener Jacke, verschrammt die rötliche Nase.
Diesem hatt’ sie die Jacke geflickt und goldene Knöpfe
draufgenäht und überlackiert die Schrammen der Nase,
hatte es nicht mehr gewagt, Andrea die Puppe zu schenken,
nicht noch schlimmer zu machen das Leid, das gelindert zu haben
sie doch gekommen war. So trug sie ihn wieder nach Hause.

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Donnerstag, 4. Juni 2009 5:50
Themengebiet: Balladen/Eklogen