Des Kaisers Bart (1911)

© 2008 Dirk Schindelbeck

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Einst steckt’ in jedem deutschen Mann ein ziemlich kleiner
verdrückter Kaiser, der, gleich unsrem Wilhelm Zwei,
mit einem Donner-Schnauzbart, stark wie Willi seiner,
nassforsch einherstolzierte, frisch, fromm, fröhlich, frei -

Nicht jedem aber war ein Kaiser-Bart vergönnt:
Von diesem Mannesmakel sprach ihn huldvoll los
Frisör Francois Haby, ein windiger Franzos’,
mit seinen Bartformapparaten (deutsches Reichspatent!)

und drei Artikeln (nicht ganz ohne Eigennutz):
Bartbindenkamm, Bartbindenwasser und - geeicht
und echt - die „Kaiser-Binde mit dem Ohrenschutz”.

Die Nacht durch angelegt, erhielt der Bart die Form
der könig-kaiserlichen Garde-Lieutenants-Norm…
Wie jubelte Monsieur Haby: „Es ist erreicht!”

Mehr Hintergrundinformationen zum Thema “Alte Reklame” finden Sie in diesem Buch.

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Donnerstag, 6. August 2009 13:50
Themengebiet: Sonettwelt