Der arische Hering (1940)
© 2008 Dirk Schindelbeck
Im Tiefschlaf ist ein Hering mir erschienen,
geschmeidig, stattlich, rasserein und frisch,
mit Gardemaßen (keiner von den grünen),
ein Vollathlet, ein Ideal von einem Fisch.
Was kommt dem Hering plötzlich in den Sinn?
Im Pulk von Hunderten von Fisch-Genossen
in Fünferreihen, streckt er seine Flossen
zum deutschen Gruß den U-Boot-Fahrern hin.
Ich schrecke auf, im Schweiß, ein Kloß im Hals -
allmählich erst verzieht die Alptraum-Wolke,
da liegt er “seegekehlt und seegesalzen”
schon kopf- und schwanzlos tief im Pökelsalz
ein braver Eiweißspender deutschem Volke,
und lässt es mit der Zunge lange schnalzen.
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