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Dirk Schindelbeck » Blog Archiv » Bei Lehrers zieht der Hamster ein

Bei Lehrers zieht der Hamster ein

eine milde Satire

© 1988 Dirk Schindelbeck

Der Tag, an dem der Hamster einziehen sollte, galt schon lange als ein besonderer Tag. Monatelang hatte der Wunsch nach einem Haustier – möglichst Hamster – bestanden, und in Form permanenter Quengelei war ihm durch die neunjährige Ines-Katharina immer wieder Ausdruck verliehen worden, wenngleich seine Realisierung auch über mehrere Weihnachts- und Geburtstagstermine hin als nahezu aussichtsloses Unterfangen erschienen war. Jetzt aber sollten sich die Dinge wenden. Was war geschehen?

Die Ernsthaftigkeit der Willenserklärung seiner Tochter hatte Pädagogen-Vater allmählich zu einer wohlwollenden Prüfung der Frage getrieben. Fast schien eine nur kaum wahrnehmbare Erweichung in sein Mienenspiel zu ziehen und von der Veränderung seiner strikt ablehnenden Haltung mehr zu verraten als zu diesem frühen Zeitpunkt noch ratsam war. Immerhin blieb es ja Definition und ausgemacht, dass ihm die Haustierfrage großes Unbehagen bereitete und er hinsichtlich der zukünftigen Ruhe und Sauberkeit in der Wohnung qualvolle Stunden durchlebte. Pädagogen-Mutter konnte das nur allzu gut nachempfinden. Und dennoch hatten sich beide Erzieher in einer stillen Stunde zu einer offeneren Haltung durchgekämpft, die für alle Beteiligten möglichst viel an Gerechtigkeit zu bringen versprach. Schließlich war Ines-Katharinas Wunsch Ausdruck ihrer erwachenden Persönlichkeit. Damit war ein erweitertes erzieherisches Konzept gefordert: Das Prinzip Verantwortung zu erkennen und einzuüben! Zwar bestand noch leichte Unsicherheit in der Maß- und Dosierungsfrage: Diese aber wurde schließlich durch den Gedanken gemildert, dass sich der Einstieg ins Thema Verantwortung umso reibungsloser bewerkstelligen lasse, je kleiner das anzuschaffende Tier sei. Unter diesen Voraussetzungen erschien ein Hamster als aussichtsreicher Kandidat.

Die Grundsatzentscheidung war gefallen, um in einer Minute ausreichender innerer Sammlung verkündet zu werden. Dazu entfaltete Pädagogen-Vater ein Stück Papier und forderte Ines zu lesen auf: „Tierhaltungs-Vertrag“. Beim folgenden Wort „Paragraph“ sprang er helfend bei, den Rest schaffte Ines allein: „Ich, Ines-Katharina, bin für mein Haustier ganz allein verantwortlich!“ Acht weitere Paragraphen schlossen sich an: Sie betrafen Wartung, Pflege und Reinigung des Tieres, die ordnungsgemäße Behandlung seiner Behausung sowie jeglichen Zubehörgeräts. Ein besonderer Abschnitt legte seine Aktions- und Ruhephasen in bestimmten Grenzen fest, um die herum großzügig bemessene Intervalle Freiräume zu erweiterten Aktivitäten ließen. Beigefügt war eine knapp gehaltene Aufstellung der zu erwartenden Kosten der Tierhaltung, wobei – pädagogisch geschickt – immer aus dem Verständnishorizont einer jungen Taschengeldempfängerin argumentiert wurde. Ihr selbst wurde natürlich nur ein kleiner Teil der Kosten aufgelastet. Schließlich unterstrich Pädagogen-Vater noch die Bedeutung jener Paragraphen, in denen Ferien-, Feiertags- und Wochenendregelungen niedergelegt waren. Der Vertrag wurde von allen Parteien unterschrieben und jedem Partner ein Exemplar überreicht. Mit einem Glas Apfelsaft stieß man an: Es gab der Zeremonie einen heiteren Abschluss.

Dann aber sagte der Vater: „Bevor wir uns ein eigenes Tier anschaffen, werden wir uns natürlich erst einmal einen Hamster ausleihen, um das Zusammenleben zu üben und Erfahrungen zu sammeln. Nur für eine Woche. Man weiß ja nie!“ Pädagogen-Mutter nickte beipflichtend: „Das wird das beste sein!“ Ines-Katharina schien es gar nicht das beste. Ein Probehamster war ja ein Tier aus zweiter Hand. Doch sie sah im Augenblick keine Möglichkeit, das Verfahren zu beeinflussen oder auch nur abzukürzen.

Die Ereignisse im Pädagogen-Hause blieben nicht unverborgen. Schon am nächsten Tag wurde Sina-Sophia, ebenfalls Pädagogen-Tochter und Freundin von Ines-Katharina, beigezogen und mit dem laufenden Projekt bekannt gemacht. Sie durfte sogar anwesend sein, als bei entfernten Schulkollegen der Probehamster besichtigt und gleich in seinem Käfig nach Hause überführt wurde. Wie drollig der Kleine war, wie ausdauernd er in seinem Laufrädchen spielte! Ines und Sina hatten ihre helle Freude und konnten sich gar nicht satt sehen. Nur Pädagogen-Vater, dem dieser Bursche über die Maßen hektisch vorkam, mochte sich an die Pfeiftöne, die er fortwährend ausstieß, so gar nicht gewöhnen. Und doch ging die Probewoche schneller dahin als alle gedacht hatten, und jetzt war Ines-Katharina der Anspruch auf einen Dauerhamster erwachsen.

Allerdings konnte die Neunjährige nicht ermessen, dass es oft die retardierenden Momente sind, die im pädagogischen Prozess die nachhaltigsten Wirkungen entfalten. „Zuallererst brauchen wir doch einen Käfig!“ stellte Pädagogen-Vater fest. Der Zufall wollte es, dass im Viertel noch der Sperrmüll auf der Straße lag. „Machen wir doch eine kleine Hamster-Tour!“ schlug er vor und schmunzelte ob seiner Worte. Nach drei Stunden angestrengter Inauguration und der Inspizierung ungezählter Müllberge und letztlich drei unbrauchbarer Käfige kehrten sie zurück. Zwar dem äußeren Schein nach ergebnislos, in der Sache aber einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Es war gelungen, Ines-Katharina auf dem Pfad der Mühe sinnlich fühlbar zu vermitteln, dass ein Hamsterkäfig nicht vom Himmel fiel, sondern ein erstrebenswertes Ziel darstellte. Noch am selben Abend wurde von Bekannten ein gebrauchter Käfig besorgt.

Dann kam endlich der Tag, an dem der neue Hausgenosse sein Heim beziehen sollte. Doch wieder entstand kurzfristig Aufregung. Pädagogen-Vater, in der Informationsbeschaffung wie immer mit allen Wassern gewaschen, hatte überraschend neue, gleichwohl verbürgte Erkenntnisse mitgebracht. Ob er sie aus einem Buch aufgelesen oder von zuverlässigen Informanten zugespielt bekommen hatte, blieb unklar. Jedenfalls war ein ganz anderer Beschaffungsmodus gefordert als zuvor gedacht. „Hamster“, so verkündete er, „sollten unbedingt am späten Nachmittag gekauft werden, weil zu diesem Zeitpunkt die Aktivität der Tiere ihren Maximalwert erreicht.“ Da es, wie er außerdem erfahren habe, bei den Hamstern höchst unterschiedliche Charakterbilder gebe, somit aus einem breiten Spektrum von hochgradig-hyperaktiven bis hin zu verträglich-phlegmatischen Zeitgenossen eine zielsichere Wahl zu treffen möglich sei, lohne das intensive Studium und der genaue Vergleich verschiedener Exemplare in jedem Fall.

Aufgrund der optimierten Erkenntnisse wurde der ideale Hausgenosse beschafft. Der Rest ist schnell erzählt. Der Hamster, ‚Schnuffi’ benamt, hätte auch gut als ‚Schlaffi’ passieren können. Er war ein grundsolider Vertreter seiner Art. Als Mensch hätte er einen unerschütterlichen niederbayerischen Weißbiertrinker abgegeben. Meist lag er träge herum oder schlief. Nur stank er zuweilen etwas. Pädagogen-Mutter meinte, etwas arg. Pädagogen-Vater aber war’s zufrieden. Im Stillen bewunderte er die ausdauernde Gelassenheit des Tieres, das die Existenz des Laufrädchens so souverän zu ignorieren wusste und sich allen menschlichen Annäherungsversuchen gegenüber in nicht zu überbietender Gleichgültigkeit präsentierte.

Zuweilen feiert eben auch die Pädagogik ihre stillen, unerkannten Triumphe.

Versfassung dieser Satire als hexameterisches Lehrgedicht

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Mittwoch, 4. März 2009 16:39
Themengebiet: Kurzgeschichten