Edding

© 2008 Dirk Schindelbeck

Lemma [Familienname eines der Firmengründer]

Definition: Markenname des in Deutschland zum Synonym für Filzschreiber gewordenen gleichnamigen Unternehmens

Inhaltsverzeichnis
Die Erfindung der Marke
Betriebsausweitung, Börsengang und Umweltstandards
Neue Produkte auf globalen Märkten
Weiterführende Literatur
Weblink

Die Erfindung der Marke

Bei einem seiner japanischen Geschäftspartner lernte Volker Detlef Ledermann 1959 ein Schreibgerät kennen, das es in der Bundesrepublik bis dahin noch nicht gegeben hatte: ein Filzstift, der sich nicht nur zum Schreiben auf Papier und Pappe eignete, sondern ebenso auf nahezu jedem anderen Untergrund. Die Schrift trocknete sekundenschnell, kleckste und verlief nicht und war wisch- und wasserfest, zudem lichtbeständig, brillant und scharf. Ledermann tat sich mit seinem Freund und Geschäftspartner Carl-Wilhelm Edding zusammen, um diesen Artikel zu importieren und in der Bundesrepublik unter der Bezeichnung „Lion-Schnellschreiber” zu vertreiben.
Doch schon 1960 fiel der Entschluss, mit der edding AG in Hamburg eine eigene Firma zu gründen und das Produkt unter der Bezeichnung „Allround-Marker edding No. 1″ auf den Markt zu bringen. Aus diesem Prototyp des Filzschreibers entwickelte sich schon in den sechziger Jahren ein ganzes Sortiment an Filzschreibern und Textmarkern. Das erfolgreichste Modell, der 1962 eingeführte edding 3000, wurde schon 1967 über 1 Million Mal verkauft und wurde vor allem in Seminaren und Schulungen gern eingesetzt. Bei Strichbreiten zwischen 1,5 um 3 mm war der edding 3000 mit schnelltrocknender Tusche gefüllt und in verschiedensten Farben erhältlich.
Schon der edding 3000, von Anfang an als wiederbefüllbarer Schreibstift konstruiert, kam dem sich entwickelnden Umweltbewusstsein in der Gesellschaft entgegen. Für das Umweltengagement wurde dem Unternehmen 1995 der B.A.U.M. Umweltpreis verliehen. Heute gilt der edding im Sprachgebrauch als Synonym für Filzschreiber mit wasserfester Farbe.

Betriebsausweitung, Börsengang und Umweltstandards

1965 stieg Edding mit der planMASTER-Produktlinie in den sich entwickelnden Markt der optischen Kommunikationsmittel ein. Die sukzessive Ausweitung der Produktpalette führte 1970 zur Verlegung des Betriebs vor die Tore Hamburgs nach Ahrensburg. 1986 erfolgte der Börsengang; in Japan wurde mit der edding Japan Inc. ein Tochterunternehmen gegründet, das als selbständige Einkaufs- und Vertriebsorganisation am asiatischen Markt präsent war.

Neue Produkte auf dem globalen Markt

Der Fall der Mauer führte zu verstärkten Aktivitäten auf neu hinzugekommenen Märkten. Edding, bis 1992 nur als reines Vertriebsunternehmen tätig, erwarb 1992 die DDR-Marke „Markant” und errichtete im Jahr darauf in Bautzen den ersten Produktionsbetrieb auf deutschem Boden. 1998 wurde die niederländische Firma LEGA in Lochem übernommen. Deren Produkte wurde mit den Artikeln der planMASTER-Serie zu einem neuen Sortiment unter der Marke Legamaster zusammengeführt und von der nunmehr als Aktiengesellschaft firmierenden edding AG produziert bzw. vertrieben. Heute wird ein breites Programm unterschiedlichster Schreib- und Marker angeboten wie Textmarker, Röntgen- und Hautmarker, Wäschemarker, Board- und Flipchartmarker, Reifenmarker, UV-Marker, CD-Marker, Liquid-ink-pens, Fineliner, Tintenroller usw. Neben den klassischen Markt des Büro-, Grafik-, Seminar- und Schulungssektors mit entsprechenden Stiften und Markern für Flipcharts oder Pinwände ist der Kreativ- und Freizeitmarkt getreten, für den Paint-, Deco-, T-Shirt-Marker oder Lackstifte hergestellt werden. Mit knapp 600 Mitarbeitern weltweit erzielt die edding AG etwa 110 Millionen Euro Umsatz im Jahr (2007).

Weiterführende Literatur:
Florian Langenscheidt (Hg.): Deutsche Standards. Die Königklasse deutscher Markenartikel, Köln 2007
Weblink: www.edding.de

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Donnerstag, 11. Juni 2009 10:12
Themengebiet: Konsum & Marken