Sonntag Morgen
Am Sonntag Morgen liegt es sich so schön,
wenn kein Termin den neuen Tag zerstückelt.
Wie schwerelos die Welt ist, eingewickelt
in die noch warme Decke, das Getön
der Kirchenglocken sanft im Ohr, zerfließt
das Zeitgespenst auf leichtem Wolkenfloß.
Ein letzter Traumrest produziert sich groß -
verfliegt schon, während man ihn noch genießt.
Da, plötzlich schiebt sich eine Hand ganz zart
zu mir heran. Wie find ich das? Ich küss’
sie, blinzle, ob der Rest von dir schon wach ist.
Du tust als wenn du schliefest. Wie apart!
Ob an mir selbst noch irgendetwas schwach ist?
Ich prüf nicht lang, ich finde ja kein Hindernis.