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Dirk Schindelbeck » Blog Archiv » nachtfahrt im lkw

nachtfahrt im lkw

© 1988 Dirk Schindelbeck

als abgefallen war die hohle sprache
stand in den walzenlagern dünn das öl
im abendhelm der sonne blasse lache
zerrann im korn der nacht im schwarzen mehl
der lastkraftwagen lange reihen fuhren
aus toren in die bleichen städte hin
endlose bahnen wechselnd reifenspuren
einzeichnend dem asphalt in grau und grün
flimmernd im kalk bedreckter ausfallstraßen
vertäut auf ladeflächen fässer: acetat
windlöcher sturmwehre dammwegtrassen
und rieselnd trockner sterne granulat
tanklager altmetalle drahtverhaue
wo kinder mittags schauten nach dem vogelschwarm
schleimnass die müden wiesen und das raue
gestrüpp bekotzt das auspuffrohr längst warm
die harten brückenschatten eisengräten
der kräne ölige haken schlafend schon
die trafos summend knisternd die magnete
der fieberflanken roter reifenton
waschschleusen parkraumfelder vorwegweiser
die bahnen werfen blasen aus asphalt
im stauwind dröhnt der schwere diesel heiser
verklebt die hand die sich ans lenkrad krallt
auf traumplakaten rasen tote münder
die bunten t-shirts pril das lila rind
ein strom von creme durch schokoladenkinder
sternsaft der aus den hochzeitsnudeln rinnt
unmengen stoffe wandern durch die därme
gefeiert im gefühl gebebt im nervenstrang
ein rausch ein feuer einer wahrheit wärme
scheppernd im sound der discos nächtelang
der plattgewalzten igel kleine fladen
wie knollen roter beete weichgegart
unter beißender sonne strahlenkanonaden
sott gott sein opfer aber unsre nacht bleibt hart
durchs opfer pflegten wir einst andern reichen
uns einzutauschen waren klein und fest
gebete stammelnd durften wir hinüberschleichen
nun kaut ein jeder seinen unverdauten rest
o gletscherseen die das lied bewahrten
o hochwaldrücken talwärts hängend lang
o grotten und gewölbe kalk tonmergelschwarten
auf eines rinnsals feinen felsenklang
nein keine quellen die sich frei verströmen
vor hitze platzend eiter schlick und schlamm
zerborstne rohre schweres wasser rieselfelder
und dann der meere leid das lindern kann
der meere leid das löst die kühlen saaten
unter der wassertäler süßem friedensgrund
o dass wir hätten was noch unsre väter hatten
dunkel im stammhirn: das gefühl vom mythenschwund
iokaste ödipus im partnerschaftscomputer
selbst herakles ließ seine macht den chips
und mikrofilmgespeichert dreizehn bände luther
und seine büstenhohlform: bausatz bastlergips
rauch rauch jetzt zigaretten zeit zuweilen
wie der geschwollne bauch der berge so brutal
ein flatterband stets lockend will schon weitereilen
über den berg und liegt erschöpft im nächsten tal
der tod ist nicht das ende aller reise
kranführer jesus löscht des menschen wert und gut
und dann: die leeren güterwagenleiber auf die gleise
verschoben von des gottessohnes ungeheurer wut
vielleicht einst neu gefüllt zu neuen zügen
bereitgestellt in großen serien gezeugt
zu neuen zielen ungeahnten flügen
oder nur tier zu sein das blöd die stirne beugt
noch weniger vielleicht als stein in die atome
zermahlen kalt gegossen um zu glas
als bunte fensterscheibensteinchen einst im dome
versenkt verbaut – als kugel für der kinder spaß
vorbei vorbei umsonst die kurzen träume
gott duldet alles aber unsre nacht bleibt hart
durch reine stille abgestorbner bäume
durch geisterlose räume geht die fahrt
das ist der gang der lange den wir brauchen
die ebne kommt und schiebt sich unters rad
zum terminal zum friedhof o wir tauchen
in dieselwein die letzte heldentat
am rastplatz starb der amsel dünnes liedchen
salz zuviel salz im braunen laub urin
die fahrerhauskabine kippt hydraulisch vorne-
über wo dick die auspuffkrümmer glühn
die nockenwellen dampfen unter den erstarrten
gestirnen und die einspritzpumpen über die sich heiß
das gelbgesicht des fahrers beugt mit harten
augen vom straßenschnitt und ewigem scheinwerferkreis
bald windet sich im nachtloch tief der fahrer
gepresst ein embryo kochend auf dem pritschenbett
und rollt sich aus dem schlaf dann stirne augen klarer
phantastischer wurm zuckend in seinem blut und fett
wie sieht der mensch durch welch verbogne prismen
zu welchen müdigkeiten trinkt er seinen saft
zu welcher gier zu welchen fetischismen
zu welchen heldentaten fühlt er mut und kraft?
wo in den motodromen die boliden
dreihundertvierzig stundenkilometer schnell
den spannungsnerv der menschen nicht ermüden
je deren puls pocht eher doppelt hell
fühlt sich so fit die aufgeputschte seele
rasend im glück als ihrer zeiten kind
bis wieder nacht und nichts und flügellose leere
über den atemraub ganz herr geworden sind
erscheinen felder grün von thymian und winden
duftend und springend übers mühlrad hin
die bäche eilen zu den erlenergründen
und reiherschwärme über teiche ziehn
in weiten koppeln sanft der tiere rücken
das runde ihrer leiber schön und fest
die schmiegsam sich - die dummen - an die erde drücken
dahinter landschaft leicht zerfasert pittoresk
und wolken drüberhin wie vor urzeiten
gleich wasserbergen unterm feuerschein
kanäle voller blüten dichte einsamkeiten
und paare wandelnd durch den buchenhain
beeren- und frauenduft an gartenzäunen
wo pferde dampfen mutter stillt das kind
o wie die kolben heute müde scheinen
und immer singt der silo rau im wind
so wunderbar sind manchmal die kristalle
wenn sie sich bilden winters an dem spiegelrand
die schürzenbleche wimmern und im knalle
zerspringt das eis schon in der hohlen hand
vorbei vorbei industriearealen abraumhalden
den laderampen den schlachthofmauern still -
den tränenkais den gittermastenwäldern
und tausend fliegenkrusten in dem kühlergrill
o regen regen fall von perlenfluten
kühl dieser stirn verharschten alten schweiß
durch die porösen häute rinnen schaumige gluten
von brotgewebe rinderfett und reis
der sonne frühgeburten irre scheiben
am horizont im blutorangentrauf
sternfeuer durch die ausstellfenster treiben
und langsam gläsern richtet sich ein wille auf
hinauf zu himmelsblüten weltraummeeren
was hindert noch? urzeiten? vogelschwarm?
durch letzte müdigkeiten die beschweren
zuckt erleichterung wenn plötzlich schrillt alarm -
es gibt auf dieser erde doch kein wohnen
es gibt antennen menschen und das spiel der kraft
es gibt raketen lkws und halluzinationen
und brennend leere und gefüllte leidenschaft

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Donnerstag, 5. März 2009 22:47
Themengebiet: Deutschlandgedichte