Brandt

Lemma [Eigenname des Firmengründers]

Definition: Markenname des bekanntesten deutschen Zwiebacks der Firma Carl Brandt

Inhaltsverzeichnis
Erfindung und Aufstieg der Marke
Das Brandt-Kind: Marken-Ikone seit 1929
Neue Geschäftsfelder, Kooperationen und Zweigwerke
Weiterführende Literatur
Weblink

Erfindung und Aufstieg der Marke

Im Oktober 1912 gründete der Bäckermeister Carl Brandt die „Märkische Zwieback- und Keksfabrik” in Hagen/Westfalen. Sein Ziel war die industrielle Herstellung solcherart Backwaren in großen Mengen zu günstigem Endverbraucherpreis. Um aber ein Produkt wie Zwieback als Markenartikel von gleichbleibender Qualität überhaupt erst herstellen und vertreiben zu können, mussten produktions- wie verpackungstechnisch neue Wege eingeschlagen werden. Bis dahin war Zwieback, um ihn frisch zu halten zu können, ausschließlich in aufwendigen und teuren Blechdosen angeboten worden. Brandt machte sich an die Entwicklung einer preiswerteren Verpackung und erfand den Dreilagen-Frischhaltebeutel, ebenso eine „Zwiebackschneidemaschine”. Aufgrund dieses technologischen Vorsprungs stieg Brandt zum bekanntesten Zwiebackhersteller in Deutschland auf. Schon 1937 zählte das Unternehmen 700 Mitarbeiter und verfügte über einen Fuhrpark von 12 LKWs. Vor allem als Kleinkind- und Krankennahrung hat sich die Marke Brandt seitdem ins Bewusstsein förmlich eingegraben - als Äquivalent für Zwieback schlechthin mit einem Bekanntheitsgrad von heute 90 Prozent.

Das Brandt-Kind: Marken-Ikone seit 1929

Nur wenige deutsche Markenartikel sind ihrem äußeren Erscheinungsbild so treu geblieben wie der Zwieback von Brandt. Seit 1929 ziert - gleich einer ewigen Ikone - das Gesundheit ausstrahlende „Brandt-Kind” die Packung. Erst 1952, dann noch einmal 1973 und 1983 wurde das Gesicht durch ein jeweils neues ersetzt.

Neue Geschäftsfelder, Kooperationen und Zweigwerke

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Geschäftsführung auf den Sohn des Firmengründers Carl-Jürgen Brandt über. 1975 erfolgte die Mehrheitsbeteiligung an der Pauly Zwiebackfabrik in Friedrichsdorf. Durch die Übernahme mehrerer Unternehmen der Süßwaren- und Schokoladenindustrie bzw. Zusammenarbeit mit Knäckebrotherstellern konnten neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Seit der Wiedervereinigung expandiert das Unternehmen verstärkt in den neuen Bundesländern. 1990 wurde eine Vertriebskooperation mit dem Neukircher Zwiebackwerk in Sachsen vereinbart, 2002 ein neues Werk im thüringische Ohrdruf eingeweiht. Dementsprechend hat sich die Produktpalette der Brandt-Gruppe ausgeweitet, die heute neben den klassischen Zwieback-Sorten ganze Süßwarensortimente anbietet.

Weiterführende Literatur:
Brandt Zwieback-Biskuits GmbH (Hg.): Die Persönlichkeit formt ein Werk. Ein halbes Jahrhundert im Dienste der Gesundheit. Ein Beitrag zum 50-jährigen Bestehen der Brandt Zwieback-Biskuits GmbH Hagen und zum 60-jährigen Berufsjubiläum des Gründers und Inhabers Carl Brandt Hagen, Hagen 1962
Brandt-Zwieback - Geschenk der Götter. Denkwürdiges, Merkwürdiges und Vergnügliches von der achtbaren Kunst des Backens. Zum 60-jährigen Bestehen des Hauses Brandt, Hagen 1962
Florian Langenscheidt (Hg.): Deutsche Standards. Marken des Jahrhunderts, Köln 2007.
Weblink: www.brandt.de

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Mittwoch, 24. Juni 2009 6:03
Themengebiet: Konsum & Marken