Haribo
Lemma [Akronym aus Namen und Geburtsort des Firmengründers HAns RIegel BOnn]
Definition: Markenname des vor allem über seine aus Traubenzucker und Gelatine hergestellten Gummibären weltweit bekannten deutschen Süßwarenherstellers
Inhaltsverzeichnis
Erfindung und Aufstieg der Marke
Wachstum, Werbung, neue Konsumenten
Gummibär und Spaßgesellschaft
Haribo weltweit
Weiterführende Literatur
Weblink
Erfindung und Aufstieg der Marke
Nach einer Ausbildung zum Bonbonkocher gründete Hans Riegel (1893-1945) im Bonner Vortort Kessenich 1920 unter dem Namensakronym Haribo ein kleines Unternehmen. Mit dem Startkapital von einem Sack Zucker wurden zunächst Bonbons, bald auch Fruchtgummis produziert. 1922 kam Riegel auf die Idee, dem Gummi die Form eines kleinen Tanzbären zu geben. Die Tagesproduktion von einem Zentner lieferte Ehefrau Gertrud anfangs mit dem Fahrrad aus, bis 1923 ein Auto angeschafft wurde.
Schnell erfreuten sich die Bären steigender Beliebtheit, die Firma gedieh. 1925 wurde auch Lakritz ins Produktionsprogramm aufgenommen. In den dreißiger Jahren beschäftigte die inzwischen mittelständische Firma bereits 400 Mitarbeiter.
Ein durchreisender Werbeschriftsteller soll Hans Riegel für 20 Reichsmark den Slogan geliefert haben, der die Riegel-Produkte seit 1935 bewirbt: „Haribo macht Kinder froh” und den heute fast 80 % aller Deutschen kennen. In den dreißiger Jahren knüpfte Hans Riegel auch erste Geschäftsverbindungen nach Dänemark.
Wachstum, Werbung, neue Konsumenten
Nach dem Tod von Hans Riegel 1945 ging seine Firma auf seine Söhne Paul und Hans Riegel (junior) über. Paul kümmerte sich fortan um die technische und betriebswirtschaftliche Seite des Unternehmens (Produktneuentwicklungen usw.), Hans Riegel war zuständig für Verkauf, Werbung und Medienarbeit. Der Gummibär bekam ein gefälligeres Aussehen: in den fünfziger Jahren noch als „Teddybär” verkauft, entwickelte sich aus ihm der noch heute bekannte „Goldbär” (1960).
Als Hans Riegel in Bremen einmal die Menschen in der Fußgängerzone befragte, ob sie Haribo kannten, erhielt er zur Antwort: „Nein, ich bin auch nicht von hier!” Er entschied sich, massiv Werbung zu machen.
1962 warb Haribo erstmals im Werbefernsehen, wobei der Slogan durch den Zusatz „und Erwachsne ebenso” bereits ergänzt worden war. Untersuchungen hatten ergeben, dass auch immer mehr Erwachsene Gefallen an den Gummibären gefunden hatten.
Gummibär und Spaßgesellschaft
Wie sehr der Gummibär zum Symbol für die sich seit Ende der achtziger Jahre entwickelnde Spaßgesellschaft geworden ist, belegt die Zusammenarbeit mit dem Quizmaster Thomas Gottschalk, der seit 1991 kontinuierlich Werbung für die Bären macht und zur Bundestagswahl 2005 in Haribo-Anzeihen erklärte: „Ich wähle Goldbären - die sind ohne Fett: In Deutschland muss vieles verschlankt werden.” Die durch Publikumstests überprüfbare Gedankenverbindung Haribo-Thomas Gottschalk ist seit Jahren so eng wie bei keinem anderen für Werbezwecke eingesetzten Prominenten.
Den Kultstatus des Goldbären dokumentiert auf eine ganz andere Weise auch die Initiative Bonner Wissenschaftler, die Ende der neunziger Jahre auf die - nicht ganz ernst gemeinte - Idee kamen, ihn zum Forschungsgegenstand zu erklären. Eine Internetplattform offeriert seither die neuesten Erkenntnisse der Goldbärenforschung wie „Epilepsie und EEG bei Ursus elasticus vulgaris”, „Das Gummibärchen aus wehrmedizinischer Sicht” oder „Zur Kontroverse um die Gummibärchen in Papua Neuguinea”.
Haribo weltweit
Heute produziert Haribo mit über 6000 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland und 13 weiteren in Europa. In über 100 Ländern werden Haribo-Produkte vertrieben, wobei man sich bemüht, den deutschen Slogan möglichst sinngetreu in der jeweiligen Landessprache wiederzugeben:
„Kids and Grown-up love it so/ the happy world of Haribo”;
“Haribo, c’est beau la vie/ pour les grands et les petits.”
Weiterführende Literatur:
Wolfgang Hars: Nichts ist unmöglich. Lexikon der Werbesprüche, Frankfurt 1999
Olaf Schumacher: Die Goldbären in der Geschichte, Bonn 2001
Bettina Grosse de Cosnac: Ein Bär geht um die Welt. Vom Bonbonkocher zum König der Gummibärchen, Hamburg 2003
Bettina Grosse de Cognac: Die Riegels, Bergisch Gladbach 2006
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hg.): Prominente in der Werbung. Da weiß man, was man hat, Bonn 2002
Weblink: www.haribo.de
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