Rowenta
Lemma [Akronym aus Buchstabenmaterial des Namens vom Firmengründer RObert WEiNTrAud]
Definition: Markenname des in der alten Bundesrepublik sehr bekannten heute zur französischen SEB-Groupe gehörenden Herstellers von Kleinelektrogeräten
Inhaltsverzeichnis
Die Erfindung der Marke
Wirtschaftswunder und Klein-Elektrogeräte
Klassische Marke im globalen Wettbewerb
Weiterführende Literatur
Weblinks
Die Erfindung der Marke
1884 gründete Robert Weintraud mit zwei Teilhabern in Offenbach am Main mit der „Weintraud & Comp.” ein Unternehmen, das als Zulieferer der örtlichen Lederindustrie Metallaccessoires wie Gürtelschnallen und Beschläge herstellte. 1909 wurde die Firma zur „Weintraud & Co GmbH” umgewandelt; aus den Buchstaben des Firmengründers entstand der 1913 angemeldete Markenname Rowenta. Unter dieser Bezeichnung wurden bereits vor dem Ersten Weltkrieg Elektrohaushaltsgeräte wie Toaster, Heiz- und Kochplatten vertrieben.
Nach dem ersten Weltkrieg erfolgte die Erweiterung des Haushaltsgeräte-Sortiments um Bügeleisen, Kaffeemaschinen und Wasserkocher. Für den gastronomischen Bedarf produzierte Rowenta mit großem Erfolg Kaffeeautomaten. 1927 übernahmen die Brüder Carl und Albert Heukeroth die Geschäftsführung.
Elektroinnovationen und Wirtschaftswunder
Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1948 die Wiederaufnahme der Produktion mit Kochplatten und erstmals auch Benzin-Feuerzeugen; als das bekannteste Modell galt „snip” von 1952. Vor allem im Markt der Handbügeleisen machte sich Rowenta bald einen Namen: 1949 kam das erste Modell mit Thermostatregler heraus, 1957 das erste elektrische Dampfbügeleisen überhaupt, in den frühen 60er Jahren der Bügelautomat „Federleicht”. Der Erfolg machte Rowenta auch in den USA zu einer bekannten Marke. 1959 wurde in Erbach im Odenwald ein Zweigwerk errichtet.
1963 erhielt das Rowenta-Feuerzeug „men” einen Preis des New Yorker Museums of modern Art. Im selben Jahr verkauften die Firmeninhaber das Unternehmen an die kalifornische Sunbeam Corporation, deren dichtes Vertriebsnetz in den USA den Rowenta-Produkten jahrelang gute Verkaufszahlen bescherten. 1970 arbeiteten in den hessischen Werken etwa 2.200 Menschen.
Alte Marke im globalen Wettbewerb
Nach mehreren Übernahmen durch verschiedene us-amerikanische Konzerne zwischen 1963 und 1987 kam Rowenta schließlich zur französischen SEB-Groupe. Für das mit über 14.000 Mitarbeitern weltweit operierende Unternehmen war und ist die Marke freilich nur ein Baustein unter vielen ehemals eigenständigen und nun ihrem Dach zusammengefassten Haushaltsgeräteherstellern wie Krups, Tefal, Moulinex oder Calor. Unter der Marke Rowenta werden heute Haartrockner, Epiliergeräte sowie Staubsauger (auch ohne Staubbeutel) angeboten.
Nach der Jahrtausendwende spürte der SEB-Konzern die Konkurrenz aus Billiglohnländern und verlegte 2005 einen Teil der Produktion nach China. Am Standort Erbach wurden von 570 Stellen über 200 gestrichen.
Weiterführende Literatur:
Hans Tischert: Stätten deutscher Arbeit, Bd. 10, Frankfurt/M. 1958
Tory Czartowski: Die 500 bekanntesten Marken der Welt, München 2006
Weblinks:
www.hr-online.de Rowenta-Werke GmbH. Im Konkurrenzkampf mit Fernost
www.rowenta.de
zurück zur Geschichte des Markenartikels