Im tiefen Süden
Im Süden tief. Als lebten sie am großen Fluss
Urzeiten schon, die Tagelöhner in Baracken.
Ihr Lebenslos: auf den Plantagen sich zu placken.
Ein Hemd nur, Schuhe nie, doch Not im Überfluss
und stets bedroht: Im Frühjahr Wasser, Sturm und Blitz.
Oft kam die Flut und ließ die Hütte mächtig schwanken,
Im Sommer Myriaden Mücken. Auf den Planken
nur dieser Schaukelstuhl als kostbarster Besitz.
Dort saß die Mutter oft, wenn sich der Wind erhob,
durchs Uferschilf wie eine sanfte Flöte strich,
da fiel die Angst von ihr, schien ihr die Welt nicht quälend.
Zuweilen sprach sie vor sich hin ein Gotteslob,
und manchmal träumte ihr, dass ihre Hütte sich
erhob und schwamm - als Arche über allem Elend.
Bild: Gerd Grimm 1961
Text: Dirk Schindelbeck 2009
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Werkausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ab 11. Februar 2010
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