Später Frühling

© 2010 Dirk Schindelbeck

Du selbst wirst nie mehr Frühling sein; du gehst
dafür durch jeden Frühling intensiver.
Magnolienblüten fallen dir lasziver
als je zuvor in deinen Weg. Du flehst

um Gottes willen keine Mächte an, verstehst
viel besser, was in dir jetzt auflebt, offensiver
gibst Du dich dem hin was da komme - positiver
ist keine Haltung denkbar, wie Du’s drehst.

So kann der Frühling wüten. Klar: ein Bube.
Du kennst ihn lange, weißt wie er sich anschleicht
und zwinkerst mir nur zu (der sich dir angleicht):

Hallo, ihr Reifen, haucht der Gute generös
und drückt mit Macht auf seine Blütentube.
Drück zu, wir dauern: frühlingsgierig und -porös.

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Montag, 2. Februar 2009 14:51
Themengebiet: Sonettwelt