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Dirk Schindelbeck » Blog Archiv » Szene 2

Szene 2

Sänger:

als hans domizlaff
vom lehrer arg verdroschen ward
schmerzt ihn sein hinterteil
und seine weiche seele
verhärtete sich schnell
wie niedrig kamen ihm vor
die andern die ihn so verlachten
der pöbel der mob die masse
umso mehr fühlte er selbst sich
gehörig zur herrenklasse
und seine erfahrung sagte ihm
es wird stets angefeindet
weil unverstanden in seiner brillanz
des künstlers extravaganz
hierin sensibel war
domizlaff hans

(Teilansicht einer Schulklasse mit 11-12 jährigen Knaben. Im Hintergrund eine große Afrikakarte. Lehrer mit Paradeschnurrbart, geradezu ein Abbild Kaiser Wilhelms des II., Lehrer, Schüler, später Domizlaffs Eltern, Erfurt 1904)

Lehrer (klappt seine Hände kurz und trocken zusammen):
achtung
eins!
(die Schüler erfassen ruckartig und geschlossen die unter ihren Bänken liegenden Bücher)
Lehrer (nachdem er kurz abgewartet hat, bis alle fertig sind, klappt wieder kurz und trocken mit den Händen):
zwei!
(Die Schüler heben die Bücher über die Schultafel; der Lehrer wartet ab, bis alle in dieser Stellung verharren, klappt erneut kurz und trocken mit den Händen)
drei!
(Die Schüler versuchen das Buch geräuschlos auf ihre Tafeln zu legen, es gelingt nicht ganz)
Lehrer: das muss viel geräuschloser passieren
zurück noch einmal
von vorn
zwei
(Die Schüler nehmen ruckartig die Bücher wieder auf, halten sie wie in Stellung zwei schwebend über ihren Tafeln, der Lehrer wartet lange ab)
drei
(Diesmal gelingt es)
sitzen
füße parallel gesetzt mich angeschaut
konzentration
(Lehrer wartet eine Weile, pathetisch)
die deutschen kolonien
(effektheischende Pause)
warum braucht unser vaterland kolonien
Schüler Meusel (eifrig, meldet sich)
Lehrer: meusel steh auf tritt vor
Schüler Meusel (steht auf):
herr lehrer die bevölkerung wächst in unserm land
viel schneller als in frankreich oder england
unser boden kann die menschen bald nicht mehr ernähren
Lehrer: setzen meusel bravo beispielhaft
erklärung für alle
mitschreiben schreibhefte vornehmen
(kurze Pause, Lehrer klappt wieder jeweils kurz und trocken mit den Händen, während die Schüler unter den Pulten die Hefte vorziehen)
eins
zwei
drei
schreiben
(Lehrer wartet einen Augenblick, rezitiert):
kein staat auf erden der voranschreiten will
kann sich selbst genügen
jedes volk erschöpft bald die natur seines landes
es muss die fesseln der heimat sprengen
es muss sich die welt öffnen
und sich einen unmittelbaren
anteil an ihren schätzen sichern
so bleibt ein volk jung während andere
zurückgedrängt werden
von der weltbühne und
allmählich verkümmern
(Lehrer wartet) also lautet die conclusio: kolonien
(laut und fordernd) alle
Schüler im Chor: kolonien
Lehrer: sehr richtig
(deutet auf die Karte hinter ihm):
welche kolonien besitzt unser vaterland
in afrika
Schüler Kleinschmidt (meldet sich, steht auf):
herr lehrer togo
Lehrer: an die karte kleinschmidt zeigen
Schüler Kleinschmidt (tritt aus der Bank, geht an die Karte, zeigt)
Lehrer: richtig kleinschmidt setzen
alle notieren
(diktiert) die zu den sudannegern
gehörenden einwohner togos sind
kräftig gebaut friedfertig
arbeitsam und geschickt
ende des diktats
weiter
welches ist
deutschlands großer fruchtgarten in afrika
und welche gebiete umfasst er
Schüler Gebhardt: herr lehrer das ist kamerun
Lehrer: richtig gebhardt und warum
Schüler Gebhardt: dort wachsen viele früchte
Lehrer: wer hätte das gedacht du dummkopf
an die karte zeigen gebhardt
Schüler Gebhardt (tritt aus der Bank, zeigt auf den Kongo):
Lehrer: falsch gebhardt falsch
das dort ist
von unsern feinden besetztes land
du wirst bis morgen eine karte zeichnen
von afrika mit allen deutschen kolonien
wer zeigt uns kamerun wer
erklärt uns warum gerade kamerun
deutschlands großer fruchtgarten ist
Schüler Knapp (tritt aus seiner Bank):
herr lehrer ich kann’s zeigen
Lehrer: geh an die karte knapp und nimm den stock
und wehe dir du zeigst uns etwas falsches
Schüler Knapp: herr lehrer das hier das ist kamerun
hier ist das klima nicht wie in den savannen
sondern sehr feucht und heiß zugleich
man nennt das tropische fruchtbarkeit
drum wachsen hier die früchte ganz ungehemmt
Lehrer: magna cum laude knapp ganz ausgezeichnet
nehmt euch an knapp ein beispiel
(Pause) wie aber kommen die früchte
aus diesem schönen garten her zu uns
Schüler Meusel (meldet sich): mit schiffen
Lehrer: wer hätte das gedacht
was brauchen wir also
Schüler Gebhardt: eine flotte
Lehrer: nur eine
nein wir brauchen zwei
zwei flotten brauchen wir
eine handelsflotte und eine kriegsflotte
wir notieren in die hefte
was harms in seiner
vaterländischen erdkunde schreibt
erstens
schiffe bauen immer mehr schiffe
sie sind die brücken auf denen der güteraustausch
hin- und zurückflutet
zweitens
in den kultur- und industrielosen
erdräumen besitzrechte erwerben
damit die brücken auch am jenseitigen ufer
an möglichst vielen stellen
auf eignem grund und boden ruhen
macht müssen wir haben
darum kriegsschiffe
rechte müssen wir draußen besitzen
darum kolonien
denn
unsere zukunft liegt auf dem wasser
(Lehrer verschmitzt) von wem stammt der letzte satz
Schüler (alle im Chor): von unserer majestät dem kaiser
Lehrer (selbstzufrieden): richtig und darum
und darum hatte ich euch letzten montag schon
als hausarbeit aufgegeben
ein kriegsschiff zu zeichnen dass ihr lernt
was unsere kaiserliche marine
von unserer handelsflotte unterscheidet
zeichnungen vorlegen
(Lehrer klappt wieder in die Händen wie oben):
eins
zwei
drei
Lehrer: domizlaff was zappelst du
schon wieder so in deiner bank
vortreten
zeig deine arbeit vor
Domizlaff 1(voller Stolz, entrollt seine Zeichnung)
hier herr lehrer
Lehrer (erblickt die Zeichnung, ganz kurz bewundernd)
ei
(nimmt sich zurück, spektisch)
und das hast du allein gemacht
Domizlaff 1: ja herr lehrer das habe ich allein gemacht
Lehrer (ungläubig): das glaub ich nicht das kannst du nicht allein
Domizlaff 1 (stolz): jawohl herr lehrer das hab ich allein gemacht
Lehrer (hält die Zeichnung hoch):
schaut euch das an
Schüler (raunen unschlüssig):
Lehrer: so zeichnet niemand mit zwölf jahren
Domizlaff 1: doch herr lehrer ich habe es allein gemacht
Lehrer: du lügst du willst dich hier produzieren
mit fremden federn schmücken
(zornig) das wird dir nicht gelingen
(nimmt den Rohrstock, schlägt ihn)
das hier ist für die lüge
(nach drei leichteren Schlägen)
hast du das allein gemacht
Domizlaff 1 (wimmernd): ja
Lehrer (schlägt mit doppelter kraft):
allein
Domizlaff 1 (vor Schmerzen aufschreiend):
nein
Lehrer (lässt ab): siehst du so kommt die wahrheit an den tag
in die ecke jetzt gesicht zur wand
und fühl die wahrheit
auf deinem hintern brennen
Domizlaff 1 (läuft steif in die Ecke, leise wimmernd)
Schüler (glucksen verstohlen)
Lehrer (dozierend): keine gemeinschaft
darf lügner in ihren reihen dulden
wehret den anfängen bekämpft die lüge
wo immer ihr sie antrefft mit allen mitteln
vor allem wenn sie noch so dreist
nur auf den eigenen vorteil schielt
(zu Domizlaff gewandt)
das war erst der lektion erster teil
tritt vor domizlaff noch einmal vor
(nimmt den Rohrstock erneut)
und das hier ist
der lektion zweiter teil
(zerreißt das Blatt mit großer Geste)
Domizlaff 1 (aufschreiend): nein bitte bitte nicht
Lehrer (zerreißt es in zahllose kleine Schnipsel):
o ja
(schlägt ihn mit voller Kraft)
und das für deine eitelkeit
du wolltest dich fremden federn rausputzen
und deine kameraden hinter dir lassen
sie überragen
ich aber sage dir du bist ein wurm
nichts als ein wurm
ein ganz missratener eitler kleiner wurm
(diebische Freude beim Rest der Klasse)
Lehrer (zieht eine Trillerpfeife aus der Tasche, pfeift schrill):
achtung
Schüler (stehen ruckartig auf und verlassenen in Zweierformationen schweigend den Raum; Lehrer folgt dem letzten Pärchen, Domizlaff tritt aus seiner Ecke, reibt sich den Hintern, tritt nach vorn an den Bühnenrand, währenddessen verdunkelt sich der Klassenraum. Domizlaffs Eltern treten von links auf ihn zu)
Mutter: hans berichte doch…
wie wurde deine zeichnung aufgenommen
du warst so überzeugt so stolz
Domizlaff 1 (etwas stammeln): niemand
niemand hatte über dem schiff solch einen rauch gemalt
sie haben alle nur gestaunt
das hatten sie noch nie gesehen
Mutter: zu hause hängen wir das bild gleich auf
direkt unter das porträt von unserm kaiser
über das vertiko
es gibt auch schon einen schönen rahmen
Domizlaff 1 (stotternd): das das geht nicht
Mutter: warum denn nicht hans
Domizlaff: ich habe es nicht mehr
es es ist in der schule geblieben
es wurde gleich dort aufgehängt
weil es das beste war
Mutter (enttäuscht): es hätte sich bei uns so gut gemacht
ein echtes bild kein dutzenddruck dein erstlingswerk
schlachtkreuzer von domizlaff unter unserm kaiser
Vater: seis drum
wenn nur der teure zeichenunterricht
am ende sein gutes gehabt hat

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Autor: Dirk Schindelbeck
Datum: Sonntag, 8. Februar 2009 18:49
Themengebiet: Bühnenwerke