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Dirk Schindelbeck » Dokumentationen

Archiv der Kategorie: 'Dokumentationen'

Der Valuta-Prolet (Frühjahr 1923)

Montag, 4. Oktober 2010 6:57

© 2010 Dirk Schindelbeck

Aufgrund der vermeintlich großen Nachfrage druckte Iversen alle im Frühjahr 1923 erschienenen 14 Folgen (in der Tat fast ein “Kreuzweg”… ) seiner Anzeigen-Serie vom Valuta-Proleten Piedecubiste (= Kubikfuß) für das Hühneraugenbeseitigungsmittel Kukirol im Jahre 1931 noch einmal nach und verschickte sie als Arbeitsprobe seines werbeschriftstellerischen Talents. Allerdings nur die Texte; die den Anzeigen seinerzeit beigegebenen Grafiken von Joe Loe (Joel Löwenstein), die Piedecubiste in Aktion zeigten, ließ er weg. Über sie hatte sich Iversen schon in seinem Werbeunterricht negativ geäußert (”hässlich”). Auch sonst ließ der spätere glühende Hitler-Verehrer Iversen an Joe Loe, der in typisch jüdischer Manier sogar seinen Namen beschnitten habe (vgl. “Iversen-Drucksachen” Mitte der 30er Jahre) nichts Gutes. Selbstverständlich schickte Iversen seine deutschnationalen Elaborate auch unaufgefordert an Joseph Goebbels.

Hier also dieses besondere Zeitdokument aus der Inflationszeit (Februar bis Juni 1923), die Inseraten-Serie des Valuta-Proleten als PDF (iversen_valuta_prolet244.)

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Literarische Fundstücke

Sonntag, 20. Dezember 2009 7:17

Unter dem Titel Fundstücke werden literarische Texte eingestellt, die sich im Internet auf den sonst dafür prädestinierten Seiten wie etwa dem Gutenberg-Projekt nicht finden. So werden hier beispielsweise die Satiren des Barockdichters Joachim Rachel (1618-1669) als volldigitalisierte Texte geboten und manches andere mehr. Einen einführenden Text zu diesem fast der Vergessenheit anheim gefallenen Barockdichter finden Sie hier:

Johann Christian Günther: Hochzeitscherz (1719)

David Schirmer: Poetische Rosengepüsche (1657)

Joachim Rachel: Die fünfte Satyra: Vom Gebet

Joachim Rachel: Die vierte Satyra: Die Kinder-Zucht (1664)

Joachim Rachel: Dritte Satyra: Die gewünschte Hausmutter (1664)

Joachim Rachel: Andre (=zweite) Satyra: Der vorteilige Mangel (1664)

Karl Kraus: Die Welt der Plakate (1909), erstmals mit den entsprechenden Abbildungen

Daniel Heinsius: Hylas

Dion Chrysosotomos: Euböische Idylle (demnächst)

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Karl Kraus und die Reklame

Montag, 14. Dezember 2009 9:58

© 2009 Dirk Schindelbeck

Womöglich wird sich manche(r), dem/der der berühmte Text von Karl Kraus „Die Welt der Plakate” (1909, in: ders.: Grimassen, Ausgewählte Werke, Bd. 1, Berlin 1971, S. 232-237) schon einmal begegnet ist, gefragt haben, was Karl Kraus damals eigentlich vor sich gesehen hat, als er diese Satire zu Papier brachte. Dass er sich auf reale Werbebotschaften seiner Zeit bezog, daran besteht kein Zweifel, um “Plakate” allerdings in unserem Verständnis des Wortes handelte es sich keineswegs. Es waren Zeitungsinserate, von denen im Folgenden einige an die entsprechende Stelle in den Text eingestellt werden. Somit entsteht einerseits ein plastisches Bild der Anzeigenkultur jener Zeit, andererseits dürfte die Bildstrecke heutigen Lesern den Zugang zum Text erleichtern.


Karl Kraus: Die Welt der Plakate (1909)

„Als man anfing, das geistige Leben in die Welt der Plakate zu verbannen, habe ich vor Planken und Annoncentafeln kaum eine Lehrstunde versäumt. Und lange ehe ich das Wesen des Plakats als die Empfehlung einer Ware erkannte, empfand ich es als eine Warnung vor dem Leben. Ich wusste bald um den Stand des Geistes Bescheid. Mit der Offenbarungskraft eines Erlebnisses wirkte es auf mich ein, als ich einmal in einem Schaufenster die Darstellung zweier Männer sah, deren einer sich mit seiner Krawatte plagte, während der andere triumphierend daneben stand, auf sein fertiges Werk zeigte und schadenfroh rief: „Aber lieber Freund, warum ärgern Sie sich so? Kaufen Sie sich Schlesingers Kragenhalter, der hält Kragen und Krawatte fest!” Dass die Menschheit einen Anschauungsunterricht in diesem Fache nötig habe, bedachte ich nicht. Ich nahm vielmehr an, dass es eine realistische Darstellung sei, dass in der guten Gesellschaft täglich solche Dialoge geführt werden und dass es viele Menschen geben müsse, deren Zentrum jenes Problem ist und deren Leben bloß einen Vorwand bedeutet, um den endlichen Zusammenschluss von Kragen und Krawatte zu erreichen. Und plötzlich sah ich es auf der Straße von solchen Leuten wimmeln, überall sah ich diese Gesichter, den verdrossenen Kämpfer und den fröhlichen Sieger des Lebens, ich lernte den Choleriker vom Sanguiniker unterscheiden, wiewohl beide einen aufgewichsten Schnurrbart und Schnabelschuhe hatten. Den ersten, entscheidenden Eindruck von einer Menschheit also, die in ihrer überwiegenden Majorität aus Ladenschwengeln besteht, empfing ich von jenem Bilde, und mit einem Male war ich es, vor dem sie sich alle zu der Frage einten: Aber lieber Freund, warum ärgern Sie sich so?… [weiter...]

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Quellen der Zeitgeschichte

Mittwoch, 21. Oktober 2009 7:38

Hier werden sukzessive seltene Quellen der Zeitgeschichte, die sich andernorts im Internet (noch) nicht finden, eingestellt.

werbwart weidenmüller: vom begriffbau der anbietlehre (1926)

werbwart weidenmüller: drogers kundenwerbung (1921, PDF, 23 S.) weidenmueller_droger837

Was man gegen Bankraub tut. Flugblatt aus dem Jahr 1972

Eric Woldemar Stoetzners Rede “The coming battle of human minds” vom 2. Februar 1943 im Original-Wortlaut

Johannes Iversen: Der Valuta-Prolet (1923, PDF, 6 S.)

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“vom begriffbau der anbietlehre” (1926)

Montag, 17. August 2009 10:42

© Dirk Schindelbeck 2009

werbwart weidenmüller (1881-1936) in den 20er Jahren

werbwart weidenmüller (1881-1936) in den 20er Jahren

Als Dokumentation zu meinen Texten (wertbwart_weidenmuller PDF; Weidenmueller PDF) über den bis 1930 wohl produktivsten deutschen Werbetheoretiker Hans (auch: Johannes) Weidenmüller (geb. 1881 in Freyburg/Unstrut, gest. 1936 in Baden-Baden) stelle ich hier seinen “begriffbau der anbietlehre” aus dem Jahr 1926 zum Herunterladen in Form von zwei pdf-Files ins Netz, ebenso einige wenige Anmerkungen dazu. Bis heute ist es eins der originellsten Werbefachbücher deutscher Sprache geblieben. Eine Art poetisches Gegenstück dazu hatte der sich seit den frühen zwanziger Jahren nur noch werbwart (wohl analog zum “Reichskunstwart” Edwin Redslob) und zeitweise sogar werbwalt (Kurzform und Ableitung von Werbeanwalt) nennende Weidenmüller schon in seinem “gesang vom werbewerk” 1924 geliefert.

So verschroben und skurril dieses Buch aufgrund seiner sprachlichen Form heute wirken mag, hüte man sich doch davor, seine begriffsprägende Kraft zu unterschätzen. Heute längst selbstverständlich gewordene Termini wie “Blickfang” oder “Streuung” gehen auf Weidenmüller zurück. Darüber hinaus kann, wer genauer hinschaut, in der anbietlehre eine der frühesten Kommunikationstheorien des 20. Jahrhunderts entdecken.

vom begriffbau der anbietlehre, Teil 1 weidenmueller_anbietlehre_teil_1 (S. 1-45, PDF)

vom begriffbau der anbietlehre, Teil 2 anbietlehre_2516 (S. 46-80, PDF)

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“Was man gegen Bankraub tut”

Samstag, 18. Juli 2009 11:13

© 2009 Dirk Schindelbeck

Als Dokumentation zum Thema Bankraub (vgl. hierzu den Text über Ronnie Biggs Superstar sowie das reiche Material auf der Seite Vabanque) stelle ich ein Flugblatt mit Verhaltensmaßregeln für Angestellte der öffentlichen Sparkassen aus dem Jahr 1972 im Falle eines Bankraubs ins Netz. Verfasser war seinerzeit ein offensichtlich sehr an Wilhelm Busch geschulter Poet aus den eigenen Reihen. Fundort war das Archiv der Volksbank Freiburg.

Was man gegen Bankraub tut… (schindelbeck_bankraub520, PDF)

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Anmerkungen zu Weidenmüllers “anbietlehre”

Donnerstag, 16. Juli 2009 7:35

© 2010 Dirk Schindelbeck

Die „anbietlehre”, erschienen 1926 als Produktion des „werbwarts” (also des Wissenschaftlers Weidenmüller), nicht werbwalts (des Werbe-Anwalts Weidenmüller), in der Nachfolge seiner „100 worte werbelehre”, gibt sich als werbewissenschaftliches Grundlagenwerk. Sie ist das Gegenstück zu Weidenmüllers epischem Gedicht “gesang vom werbewerk” (1924) und wie dieses in konsequenter Kleinschreibung gedruckt. Doch das hermetisch-verklausulierte „Büchelchen” veranlaßte den sogar den Verlag, sich in seinem Geleitwort zu distanzieren: „Trotzdem wir uns seine Schreibweise und seinen Stil nicht zu eigen machen, bringen wir Weidenmüllers neue Arbeit in seiner originellen Art heraus, denn ohne seine Schreibweise und seinen Stil wäre diese Arbeit ja kein echter Weidenmüller.”

Auch Weidenmüller selbst unternimmt einiges, um seine Begriffswelt zu rechtfertigen: „begriff arbeit ( kleinteln und einteln) ist umformendes gestalten an erlebten inhalten; dieses erleben kann ausgelöst sein von außen her: vom krafte unformenden wirken der anbietgeber und empfer vom krafte umformenden wirken der werbsachen der streu einrichtungen aller art… (S. 20).

Dieses neue Begriffssystem (S. 16) sei jedoch, so der Autor, ganz „aus deutschen sprachregeln mit deutschem sprachgefühl herausgetrieben”. Und weiter: „wie aber sollte diese anbietlehre aus dem grund-begriff, grundgefühl des kraftestromens heraus auf energetischer grundlage gestaltet werden, wenn ihre sprache nicht in allen worten geschehentlich, tunwortlich, schwingsam, regsam, tausendfältig kraftestromig zum zeitwortlichen fließen kam…”

Im übrigen beruft er sich auf Porstmanns „Sprache und Schrift”. Dies betrifft etwa den Terminus „empfer” als Abkürzung von „anbiet-empfänger”. Der letzte Abschnitt indessen macht deutlich, dass Weidenmüller Werbung als universalen Zeitausdruck, als eine auf Kommunikation gegründete Weltphilosophie versteht:

„und was ist letzter ‚sinn’ in allem weitertreibenden geschehen?

übergreifend über alles denken, begriffnen, fühlen, willen steht über jedem geschehen anbietendem geschehen arbeitendem geschehen; eingewurzelt im tiefsten gesamt stromen der menschen und ihrer gruppen die frage nach ‚sinn’ und ‚sinnbedeutung’ - ‚sinnzusammenhang’ -

nicht mehr nur frage nach ‚wert’ sondern nach ‚wesen’ nach ‚sein’ im schein

ist anbietende arbeit in sich ‚sinnhaft’, durch sich selber und eigene leistung rechtfertigend, daß so viel von allen kraften der wirtschaft, der gesellschaft im anbietenden verbinden getrennter wirtschaft-einheiten gezehrt wird…

nein eigenen ‚sinns’ ist anbiet-arbeit nicht denn der ‚sachinhalt’ ist ihr immer gegeben aufgegeben, und damit wird alle anbietarbeit dienender dienst für zwecke, die von außen kommen -

so fällt die frage nach sinn und sinn-zusammenhang tiefer: auf wirtschaft auf lebengestaltung wirtschaftender gruppen - -

und vielleicht ist alle frage nach sinn der anbietarbeit schon in dem wort: ‚notwendigkeit der lebenerhaltung’ zu ende

was leben notwendig ist hat damit sinngehalt genug (wobei nur begrifflich scharf zu scheiden wäre, daß solche notwendigkeit nur für alle n o t w e n d i g e anbiet-arbeit gilt und nur für alle notwendige anbiet-arbeit i n s g e s a m t nicht aber für jedes einzelne teilgeschehen bei jeder zufälligen einzelarbeit in jedem zufälligen anbietwerke)

wo arbeitteilige, führungteilige, geldhafte wirtschaft ist da ist anbietarbeit vom sinn der notwendigkeit schicksalhaft getragen ……

aber vielleicht gründet anbietende werbearbeit noch tiefer im sinn alles menschenseins, das immer kraftestromen zu anderen menschen hin ist das für die eine richtung begriffe gefaßter leben und weltschau wenigstens sinn und leben im grupphaften sein und zusammenstromen der krafte hat

menschenleben im tiefsten ist kraftestromen zu anderen hin werbendes zeichengeben auf andere zu in die anderen seelen hinein und solcherweise auch anbietendes nachrichtengeben über alles nothaft lebenerhaltende hinaus in tiefer sinnbedeutung stromendes kraften grupphaft lebendrängend zum anderen hin…… !?

krafteschwingendes dröhnen der anbietwerke in lichtschwingender, zeitungsraschelnder großstadt vielleicht lebentiefer hall aus urtrieben einsamkeit fliehenden menschenseelens…..?

letzte fragen die letzte sind, weil hinter ihnen alles antworten ins sinnlose wortlose verhallt

in urtiefen des lebens, aus denen doch noch tiefer glutschein auch auf jeden begriffbau der anbietlehre stromt ……
wissen versinkt immer in schweigen jeder begriffbau steht mit grund und krone im überbegrifflichen, nicht begrifflichen (und doch begreifbaren)
das urstromen
des lebens
ist….”

Damit mündet die anbietlehre doch wieder in eine Variante des “gesang vom werbewerk”…

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Joachim Rachel: Vierte Satyra: Die Kinder-Zucht

Freitag, 5. Juni 2009 7:24

(zu dieser Satire Rachels vgl. meine Ausführungen in FORUM Schulstiftung 45)

Was wider Tugend lauft und die Vernunfft kann straffen,
das sehn die Jungen erst von ihren alten Affen.
Hat Fritz die Karten lieb, das Kind weis insgemein,
was Schuppen, Rauten, Klee, was Papst und König seyn.
Verkehret Polus gern, ist klug in allen Tükken,
und kneipt die Würffel wol, das Kind spielt mit den Brükken.
Welch Kind gewehnet sich hernach zum grünen Kraut,
das nichts als Nekkerwein und Wildgebratens schaut:
das von dem Vater sicht, wie er die Schnekken schlinget,
die Spargen halb abbeist, den Stoer zu Tische bringet,
Artschokken Blätter klaubt, das Straußenhirn zerbricht,
die Karpenzunge sucht, die rohen Austern sticht? [weiter...]

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Andere (=zweite) Satire: Der vorteilige Mangel

Montag, 11. Mai 2009 7:38

vgl. auch meine Ausführungen zu Joachim Rachel (1618 - 1669) in FORUM Schulstiftung 45

Gleich wie ein reifes Obst mit süß und saur vermenget,
so ist des Menschen Lust mit Bitterkeit gesprenget.
Wer gern den Honig klaubt und schöne Rosen bricht,
muss leiden, dass der Dorn und dass die Biene sticht.
Und wie ein trefflich Bild nicht nach dem Leben stehet,
es sei denn durch die Kunst mit Schatten recht erhöhet,
so kann auch keine Lust noch Freud empfindlich sein,
sie sei denn nach der Maß gemildert durch die Pein.
Wie kann des Menschen Herz doch größer Lust empfinden,
als Amors süße Glut, wenn Herzen sich verbinden,
in Zweien eins zu sein? Noch sieht man in der Tat,
dass dieser Honigseim auch etwas Galle hat.

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Dritte Satire: Die gewünschte Hausmutter

Samstag, 11. April 2009 8:13

von Joachim Rachel (1618-1669)


Wer mit dem ersten Spieß[1] hat lang genug gerennet,
und endlich nun sich selbst und seine Torheit kennet,
wer viermal ungefähr erreichet sieben Jahr,
der sucht ein eignes Nest, und nehme fleißig wahr,
was seinem Bette dient. Die Philomela[2] singet,
wann uns der kühle Lenz die ersten Blumen bringet.
Sie lebt in Fröhlichkeit, fliegt lustig hin und her,
als wenn kein Vogelstrick, noch Katz und Sperber wär,
Wenn aber nun das Licht der Sonnen höher steiget,
der Lenz gibt gute Nacht, und Ceres[3] schon sich zeiget,
so ist der Frühlings-Tanz, die Lust, das Singen aus,
sie trägt ein Sträuchlein zu, und baut ihr kleines Haus.
Sie legt zu rechter Zeit, sie hecket ihre Jungen,
sie speist und nähret sie: da wird nicht mehr gesungen.
Kein Wind- noch Saitenspiel, kein süßer Lautenklang
erweckt das erste Licht, der Jugend Lustgesang.

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