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Dirk Schindelbeck » Lehre

Archiv der Kategorie: 'Lehre'

Texte über Carl F. W. Borgward (1890-1963)

Montag, 28. November 2011 12:32

Inhaber und Geschäftsführer der Carl Borgward AG, Bremen

„Diese Männer sind selten geworden. Man findet sie fast nur noch in Romanen und Filmgeschichten. Auch in unserer Zeit gibt es Männer, die gewaltige Betriebe leiten, Werke aufbauen und sie zu erstaunlicher Blüte bringen. Sie arbeiten mit einer fremden Vollmacht, im Namen einer Gesellschaft. Man nennt sie nicht umsonst Wirtschaftskapitäne.” (Quelle: Borgward-Kurier)

„Das ist ja das Gute in meinem Fall. Wenn ich heute etwas entwerfe, dann sage ich morgen: ‚Deutsche Arbeiter, fanget an!’ und niemand kann dazwischen quatschen.” (Quelle: Eberwein/Tholen: Borgwards Fall, Bremen 1985)

„Bei den Gängen durch seine „Werkstatt”, wie er seine Automobilfabriken nannte, gehörte eine Szene wie diese zum Alltag: „Wenn ein Arbeiter etwas falsch gemacht hatte, und er sah das bei seinen Werkstattbesuchen, nahm er dem Arbeiter das Stück aus der Hand und sagte: ‚Das musst Du so und so machen!” Dass die Arbeiter ihn schätzten, ja liebten, wird auch aus anderen Äußerungen deutlich: „Ich war damals in der Halle 3 beschäftigt. Da kam jeden Morgen Carl Borgward hinten in das Werk durch die Halle 3. Ich arbeitete dort in der ersten Reihe und er ging dauernd an mir vorbei. Und wie soll ich sagen, wie ich das empfunden habe, dass er das gebaut hat? Ich fand das eigentlich ganz groß von dem Mann.” (Quelle: ebda)

Textempfehlungen: Du warst zu gut für diese Welt; Der Borgward-Mythos im Dienst der Werbung

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NSU-Werbeschallplatte “Quickly” von 1951

Montag, 28. November 2011 12:26

Der Text der im Swing-Stil daherkommenden Werbeschallplatte erscheint insofern bemerkenswert, da schon 1951 die “Daseinsberechtigung” des Bundesbürgers an seiner Motorisierung festgemacht wird…

Hoppla, ich glaube mir fehlt etwas,
so macht das Leben mir keinen Spaß,
jeden Tag zu Fuß zu gehn,
das ist heut nicht mehr schön.

Refr.: Besser ist’s, wenn man die Schuhe schont,
weil sich’s per pedes auch gar nicht lohnt.
Erstens ist der Weg zu weit und man braucht zuviel Zeit
Was mir fehlt, das kennt ein jeder,
es fehlt nicht nur mir allein,
es hat nen Motor und zwei Räder
und kann nur eine Quickly sein.
Quickly ist so, dass man sagen kann,
das ist ein Fahrzeug für jedermann.
Einer ruft’s dem andern zu:
Fahr auch du NSU!

Jeder, der heute n’ bisschen was auf sich hält,
der ist doch motorisiert.
Weil er ja sonst im Getriebe der Welt
Die Daseinsberechtigung verliert.
Wenn ein Junge noch im Kinderschuh steckt,
ist bei ihm schon das Interesse geweckt,
und die Oma, die nun bald 80 ist,
auch die hat’s plötzlich entdeckt:
Hoppla, ich glaube, mir fehlt etwas,
so macht das Leben mit keinen Spaß.

Refr.: Besser ist’s, wenn man die Schuhe schont,
weil sich’s per pedes auch gar nichts lohnt.
Was mir fehlt, das kennt ein jeder,
es fehlt nicht nur mir allein,
es hat nen Motor und zwei Räder
und kann nur eine Quickly sein.
Quickly ist so, dass man sagen kann,
das ist ein Fahrzeug für jedermann.
Einer ruft’s dem andern zu:
Fahr auch du NSU!

Zum Thema Werbelyrik der fünfziger Jahre vgl. den Text “Konsumhymnen”

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Kaspar Stieler: Der Haß küsset ja nicht

Freitag, 11. November 2011 8:21

Die ernstliche Strenge steht endlich versüßet,
die quälende Seele wird einsten gesund.
Ich habe gewonnen, ich werde geküsset,
es schallet und knallet ihr zärtlicher Mund.
Die Dornen entweichen,
die Lippen verbleichen,
indem sie die ihren den meinen aufdrückt.
Ich werd aus der Erde zun Göttern verschickt! [weiter...]

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Barocklyrikerinnen und -lyriker

Dienstag, 8. November 2011 17:43

© 2011 Dirk Schindelbeck

Gedichtbeispiele etlicher Autoren finden Sie unter den entsprechenden Links. Auf Texte allzu bekannter Dichter wie Opitz, Gryphius, Fleming usw. (fett hervorgehoben) wurde hier meist verzichtet, da diese an anderer Stelle im Internet - und zwar auf vielen Seiten - leicht aufzufinden sind. In manchen Texten ist die barocke Schreibweise beibehalten worden, was der jeweilgen Vorlage geschuldet ist.

Abschatz, Hans Freiherr von, 1646 (Würbitz/Schl.) - 1699 (Liegnitz)
Albert, Heinrich, 1604 (Lobenstein) - 1651 (Königsberg)
Albinus, Johann Georg, 1624 (Unternessa) - 1679 (Naumburg)
Angelus Silesius (Johannes Scheffler) 1624 (Breslau) - 1677 (Breslau)
Anton Ulrich (Hrz. v. Braunschweig), 1633 (Hitzacker) - 1714 (Salzdahlum)
Arnold, Gottfried, 1666 (Annaberg) - 1714 (Perleberg)
Assig, Hans v. 1650 (Breslau) - 1694 (Schwiebus)
Augspurger, August, 1620 (?) - 1677 (?) [weiter...]

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WS 2010: Wilhelm Busch

Montag, 27. September 2010 14:17

Do 16-18 Uhr, Pavillon 2, pav 009

Bis heute gilt Wilhelm Busch als Inbegriff des humoristischen Schriftstellers (so jedenfalls suggerierte es der millionenfach verbreitete „humoristische Hausschatz”) und dank seines Weltbeststellers „Max und Moritz” vor allem als Kinderbuchautor. Beides ist unzutreffend; zumindest wird, wer sich nur etwas genauer mit ihm und seinem Werk befasst, weder das eine noch das andere ohne Einschränkung bestätigt finden. Seine Stärke waren beißender Spott, bis zum Sarkasmus gehende Satire und vor allem und immer wieder fundamentale Gesellschaftskritik. Wahrscheinlich sind es diese Qualitäten, die ihn bis heute so modern erscheinen lassen. Das verwundert umso mehr, da das Personal seiner Geschichten noch nicht einmal von der Industriellen Revolution berührt erscheint: es gibt „den Bauern”, „den Müller”, „den Lehrer”, „den Arzt”, „den Pfarrer”, „den Wirt” und wenn es hoch kommt, „den Arzt” oder „den Apotheker”. Kaum ein anderer seiner Zeitgenossen kann sich jedenfalls rühmen, so zum Allgemeinbesitz geworden zu sein wie Wilhelm Busch.

Wir wollen uns in diesem Seminar mit der Gestalt Wilhelm Buschs befassen, seinen Werken und ihren Wirkungen bis in die Gegenwart hinein nachspüren (z. B. in der Werbung - etwa in den Bildergeschichten zur Bewerbung des Klebstoffs Syndetikon) und uns vielleicht selbst sogar an die Produktion einer „modernen” Bildergeschichte begeben. Aus bescheidenen und konventionellen Anfängen der Bilderbogentradition des 19. Jahrhunderts kommend, entwickelte Busch daraus die „große”, satirisch-moralische Bildergeschichte. Durchweg sind deren Protagonisten Antihelden im Sinne Georg Büchners, Versager, Kleinbürger, Spießbürger, Scheinheilige usw. Mit unbestechlichen Blick entlarvt der Schopenhauerianer Busch ihre negativen Eigenschaften wie Gier, Geiz, Heuchelei, Jähzorn, Missgunst, Neid usw. - und das mit einem geradezu todsicheren Instinkt.

Ein paar Fragen und Aspekte, die uns Zugänge zu Busch eröffnen könnten: Was leistet die Gattung Bildergeschichte damals und heute? Kann Wilhelm Busch als Urvater des Comcis angesehen werden? Gehört Wilhelm Busch zu den Klassikern? Was oder wie viel Busch kann man Kindern und Heranwachsenden mit gutem Gewissen zumuten (man schaue sich nur seine “Neger” oder “Juden” an)? Kann man heute noch von Wilhelm Busch lernen - und wenn ja, was und wie, z.B. im Hinblick auf das Geschlechterverhältnis, das Verhältnis der Generationen zueinander, für den Umgang mit Tieren. “Max und Moritz” als Universalwaffe interkultureller Pädagogik (kein Kinderbuch wurde in mehr Sprachen übersetzt!). “Erziehung” (auch “schwarze Pädagogik”) bei W.B. usw.

zur Literaturliste geht’s hier.

Thema: Lehre | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Seminar “Literarische Kleinformen” (Aphorismus, Sprichwort, Epigramm usw.), SS 2012

Sonntag, 11. April 2010 7:31

„Alles fließt!”; „Der Sozialismus siegt!”; „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!”; „Unter den Talaren Muff von tausend Jahren!”; „Vertrauen ist der Anfang von allem!”; „Wenn’s Arscherl brummt, ist’s Herzerl gesund”; „Ich hatte schlechte Lehrer: das war eine gute Schule!”; „Die Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft!”; Essen ist der Sex des Alters”; „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin!”, „Ich aber bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!”; „Besser arm dran als Arm ab.”

Eine kleine Auswahl pointierter Formeln mit großer Wirkung oder doch wenigstens großem Effekt. Lebensweisheiten, Geistesblitze, Weltbildschnipsel, Sprichwörter, Sentenzen, Parolen, Bibel-, Propaganda- und Werbeslogans: geformte Sprache, aufs äußerste zugespitzt um im Gedächtnis zu bleiben und Massenwirkung zu entfalten. Oft nicht einmal zwischen Buchdeckel gepresst, sondern an Plakatwänden aufgeschnappt, in Kleinanzeigen, Abreißkalendern, Poesie-Alben, in Heirats- oder Todesanzeigen im Umlauf, auf Baumscheiben gebrannt, die in Souvernir-Shops ausliegen oder im 140-Zeichen-Format durch das Netz getwittert.

Ist vieles davon schlicht als trash-poetry zu bezeichnen oder findet hier etwa Literatur neue Wege in den Alltag und wenn ja, warum? Welche innerliterarischen Kategorien sind es dann, die für Nachhaltigkeit sorgen (rhetorische Figuren, Bilder, Alltagsrelevanz)? Oder ist es das Bedürfnis nach Lebenshilfe und Orientierung, das sie so wirksam macht? Sind es am Ende gar mnemotechnische Qualitäten, die ihre Resonanz ausmachen?

Es gilt die Spannweite aphoristischer Kunst eines Lichtenberg, Nietzsche oder Canetti, die epigrammatischen Kunst-Stücke eines Friedrich von Logau, Angelus Silesius oder Arnfried Astel auszuloten und inBeziehung zu setzen zu Trivial- und Gebrauchsaphoristik und -epigrammatik unserer Bauernregeln, Todesanzeigen, Fleißkärtchen, Konfirmationskarten, Geburtstagstoaste, Lebenshilfe-Homepages bis hin zu den auf den Sprüchen auf den Leipziger Montagsdemonstrationen 1989. Hier könnte Feldforschung vermutlich sehr ergiebig werden, wenn einmal Todesanzeigen oder Poesiealben nach sprachlichen Strukturen oder literarischen Mustern durchforstet werden.

Es sind vier Herangehensweisen möglich:

1.) ausgehend von der literarischen Form selbst. Dies impliziert die rhetorischen, literarischen, linguistischen Qualitäten, mithin den Standort des Aphorismus, Sinnspruchs, Epigramms etc. im literarischen Feld (literarturgeschichtlich, gattungstheoretisch, Werk-bezogen usw.),

2.) ausgehend von der Genese und den “Produktionsbedigungen” des Epigramms, des Bonmots, der Maxime. Hier stehen Fragen nach der Autorschaft im Zentrum des Interesses. Ergiebig könnte der Vergleich verschiedener Autorschaften sein (z.B. eines arrivierten Aphorismen-Schreibers wie Nietzsche oder Canetti gegenüber aus sozialen Bewegungen generierten Sprüchen),

3.) ausgehend von der Wirklichkeit, auf die der Aphorismus, die Bauernregel, der Werbeslogan reflektiert, also seine Anhängigkeit von Zeit, Ort, Gesellschaft. Kultur usw. (z.B. Sponti-Sprüche der 80er-Jahre versus Sprichwörter aus einer Migranten-Kultur),

4.) ausgehend von der Breitenwirkung, der Resonanz, der sozialen/mentalen Bedeutung eines Appells (”Macht kaputt, was euch kaputt macht!”), einer Headline (”Wir sind Papst!”), eines Werbespruchs (”Hier werden Sie geholfen!”) einer Parole usw.

Thema: Lehre | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Seminare an der PH Freiburg

Freitag, 8. Mai 2009 16:42

Seit dem Sommer-Semester 2002 unterrichte ich als Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Schwerpunkte meiner  in der Regel zwei Seminare pro Semester sind kultur- und kommunikationshistorische sowie gattungsspezifische Themen aus der deutschen Literatur und Geschichte.

Die inzwischen 39 Seminare im einzelnen:

Sommer-Semester 2002:

  • Werbung und Sprachkultur
  • Einführung in die lyrische Formenwelt

Winter-Semester 2002/03:

  • Werbung als Dichtung des Alltags
  • Satire, Persiflage, Parodie

Sommer-Semester 2003:

  • Propaganda, Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit
  • Vom Hörspiel zum Hörbuch: Chancen und Grenzen einer an ein technisches Medium gebundenen Literaturgattung

Winter-Semester 2003/04:

  • Marken, Moden und Kampagnen.
  • Aphorismen, Epigramme, Sprichwörter

Sommer-Semester 2004:

  • Massenbeeinflussung in Wort und Bild: zwischen politisch-gesellschaftlicher Notwendigkeit und Demagogie
  • Die Deutschen und ihre Idyll(e)

Winter-Semester 2004/05:

  • Werbeappelle als Schlüssel zum Zeitgeist
  • Barocklyrik: Gedichtete Welt zwischen Sinnenlust und Jammertal - mit Schreibwerkstatt

Sommer-Semester 2005:

  • Literatur als Ware, Autoren als Markenartikel
  • Propaganda und PR: Ideologie und Pädagogik von Massenbeeinflussungstheorien

Winter-Semester 2005/06:

  • Von der Reklame zum Event-Marketing

Sommer-Semester 2006:

  • Barocklyrik - zwischen Sinnenlust und Jammertal
  • Hans Domizlaff, ein Werbefachmann als Literat (mehr…)

Wintersemester 2006/07:

  • Die Fabel - Poetik und Didaktik einer literarischen Kleinkunstform
  • Bildergeschichten des 19. Jahrhunderts - Gebrauchsliteratur für alle Stände?

Sommer-Semester 2007:

  • Die Satirezeitschrift Eulenspiegel
  • Werbegeschichte als Gesellschaftsspiegel

Wintersemester 2007/08:

  • Aphorismen, Epigramme, Sprichwörter
  • Lyrik des 19. Jahrhunderts

Sommer-Semester 2008:

  • Konkrete Poesie

Winter-Semester 2008/09:

  • Die Welt des Sonetts - Sonette der Welt
  • Propaganda/ PR und Öffentlichkeitsarbeit

Sommer-Semester 2009:

  • Lyrik des 16. - 18. Jhdts - Von Luther bis Klopstock (mehr…)
  • Literatur als Ware

Winter-Semester 2009/10

  • Wirtschaftswerbung gestern und heute
  • Friedrich Hölderlin

Sommer-Semester 2010

  • Konkrete Poesie (mehr..)
  • Theorie und Geschichte des deutschen Dramas (mehr..)

Winter-Semester 2010/11

Sommer-Semester 2011

  • Reklame, Werbung, PR
  • Alltagsgeschichte der DDR

Winter-Semester 2011

Sommer-Semester 2012

  • Literariscche Kleinformen
  • Geschichte und Öffentlichkeit

Thema: Lehre | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Sommer-Semester 2010: Theorie und Geschichte des deutschen Dramas

Freitag, 6. Februar 2009 15:15

In diesem Seminar wollen wir uns mit dem Entwicklungsgang des Dramas im deutschen Sprachraum befassen. Es gilt, anhand ausgewählter Texte einerseits verschiedene theoretische Positionen, andererseits die Spannweite ihrer dramaturgischen und letztlich auch schauspielerischen Realisierung kennen zu lernen. Wenn möglich, soll dabei auch ein Zugang zur Praxis eröffnet werden - etwa durch einen Blick „hinter die Kulissen” z.B. des Freiburger Theaters, durch Besuch ausgewählter Stücke, Gespräche mit den für die Inszenierung Verantwortlichen (Regisseur, Dramaturg, Bühnenbildner, Schauspieler usw.).

Vor allem aber soll der Blick geweitet werden für die historisch gewachsenen Möglichkeiten, die im Drama als literarischer Gattung stecken und realisiert worden sind. Die Spanne reicht dabei von den Mysterien- und Fastnachtsspielen des Mittelalters und der frühen Neuzeit über das höfische, der Oper nahe (Barock-)Drama, das bürgerliche Lust- und Trauerspiel, das Historien- und Sozialdrama, das psychologische Drama (z.B. Ehekrieg) bis hin zu neuen, offen Formen, wie sie von Brecht, Piscator und anderen eingeführt worden sind. Schließlich wird ein Blick auf ausgewiesene Drama-Schreiber (im Gegensatz zu Lyrikern oder Epikern) und deren Weltsicht unerlässlich sein.

Natürlich impliziert die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Drama auch die intensive Beschäftigung mit seinen Bauelementen wie Szenenaufbau, Figurenwahl und -einsatz, Plot-Konzeption und -Lösung, Sprache (Prosa, Dialekt, Vers usw.), aber auch seinen historischen Hintergründen, pädagogischen Zielen sowie sein Verhältnis zum Publikum (z.B. Illusionstheater vs. Episches Theater, Theater des Absurden usw.). Unverzichtbar wird auch die Diskussion um die elementaren Möglichkeiten dramatischer Kunst (vgl. Thomas Bernhard: „Ist es eine Tragödie? Ist es eine Komödie?”) sein.

Parallel zur Sichtung eines „Bestands” an signifikanten Beispielen aus der Geschichte des Dramas - womöglich gelingt uns ja sogar die Erarbeitung einer Art Systematik - erfolgt die Auseinandersetzung mit theoretischen Texten und Positionen von Aristoteles, Gottsched, Lessing, Gustav Freytag bis hin zu Brecht und anderen.

Thema: Lehre | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

SS 09: Lyrik des 16. - 18. Jahrhunderts

Freitag, 6. Februar 2009 11:55

Die Lyrik des 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts ist ein wenig bekanntes Terrain. Wir wollen uns in diesem Seminar in diese terra incognita einarbeiten - nicht zuletzt, um die Vorgeschichte jener uns unmittelbar berührenden Lyrik, wie sie uns seit der Sturm-und-Drang-Periode begegnet, verstehen zu lernen. Diese Zeitspanne von etwa 250 Jahren - zwischen 1520 und 1770 - bietet ein ungeheuer vielfältiges Spektrum lyrischer Weltaneignungen. So wurde von Luther die große Tradition des (protestantischen) Kirchenliedes begründet, von Paul Gerhard und anderen 100 Jahre später fortgeführt und zur Hochblüte gebracht. Daneben beeindruckt der reiche Schatz lateinischer Dichtung deutscher Humanisten z.B. eines Conrad Celtis oder die sich parallel entwickelnde überaus derbe Volkslieddichtung, deren Texte - oft anonym überliefert - häufig in das kollektive Bewusstsein eingegangen sind. Der oft lehrhaft einherkommende Meistersang (bekanntester Vertreter Hans Sachs) wiederum stellte zur selben Zeit nach dem Muster der Handwerkszünfte frühe Qualitätskriterien für die Verfertigung poetischer Texte auf. Lehrhafte Dichtung finden wir auch 18. Jahrhundert häufig (z.B. gereimte Fabeln bis hin zum großen Lehrgedicht wie Albrecht von Hallers „Die Alpen”). Daneben führt die anakreontische Lyrik eines Gleim, Hagedorn unmittelbar zu den Liedern des jungen Goethe hin - ebenso wie Klopstocks empfindsame Oden.

In der Zwischenzeit des 17. Jahrhunderts eröffnete sich das weite Feld der barocken Lyrik, die - außer in wenigen Gedichten eines Andreas Gryphius - leider ebenfalls kaum Eingang in unsere Schulbücher gefunden hat. Dabei steht neben dessen berühmtem Ausruf „Es ist alles eitel!”, den existenziellen Erfahrung des irdischen „Jammertals” im 30-jährigen Krieges geschuldet, gleichberechtigt das „Carpe diem!” eines Christian Hofmann von Hofmannswaldau als Ausdruck von Diesseitsbejahung und Lebensfreude.

So gilt es, in diesem Seminar das reiche Spektrum lyrischer Produktionen und Entwicklungen auszuloten, wie es sich von Georg Rudolf Weckherlin (1584 -1653) bis hin zu Johann Christian Günther (1695 -1723) entfaltet hat. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf dem Entwicklungsprozess der Liebeslyrik liegen: hier sind die Versuche deutschsprachiger Autoren, eine Art „Weltniveau” zu erreichen, bemerkenswert - sei es mithilfe der Poetik eines Martin Opitz (1597-1639) oder über die Adaption der lyrischen Bild- und Formelsprache des europäischen Petrarkismus (dieser lyrische „Qualitätsstandard” wurde von Petrarka in Italien entwickelt, in England von Shakespeare, in Frankreich von der Pleiade aufgegriffen).

Auch die Lebenssituationen der Autoren in diesen 250 Jahren werden eine Rolle spielen, ebenso Stellung und Funktion der Literatur in der Gesellschaft. Dichtende Frauen wie Regina Catharina von Greiffenberg oder Sibylla Schwarz werden Thema sein, Sprachgesellschaften oder „Blumenorden” wie die Nürnberger Pegnitz-Schäfer, die Schlesischen Dichterschulen gegen Ende des 17. Jahrhunderts sowie der Klopstock-nahe Göttinger Hain um 1770.

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SS 2006 Hans Domizlaff - ein Werbefachmann als Literat

Sonntag, 25. Januar 2009 17:25

© 2006 Dirk Schindelbeck

Einführender Kommentar zum Seminar

Noch heute verehren ihn viele Werbefachleute wie einen Gott. Hans Domizlaff  (1892-1971), der Werbeberater von Reemtsma, Siemens und der deutschen Grammophongesellschaft, ist in die (Beeinflussungs-) Geschichte als der Erfinder der Markentechnik eingegangen. Sie besagt, dass keinesfalls durch hohen Werbedruck Lebendigkeit, Resonanz und Erfolg einer Warenmarke gesichert werden können, sondern allein durch die Einheitlichkeit ihrer Stilkomposition. Vermutlich gab es aber auch keinen dämonischeren Werbetheoretiker in Deutschland als ihn: seine weltanschaulichen Schriften zeigen ihn als einen modernen Machiavelli und Exponenten der „konservativen Revolution” (Armin Mohler): ein praktizierender Massepsychologe und Machtdenker, der bei Marke und Werbung begann und bald alle Lebensbereiche, wirtschaftliche, soziale, politische und kulturelle, durchdrang.

Einer breiteren Öffentlichkeit jedoch ist Hans Domizlaff unbekannt geblieben. Dabei hat der Mann, der 18 Bücher schrieb, keine Textsorte ausgelassen - ob Drama, Gedichtband, Reisetagebuch, Autobiographie, Philosophielehrbuch, religiöser Diskurs, Gesellschaftsanalyse, Propaganda- und Werbehandbuch usw. Stehen seine im einheitlichen Design gestalteten Bücher nebeneinander im Regal, so könnte man meinen, einen Klassiker vor sich zu haben. Ist er das wirklich, oder handelt es sich bei dem gewieften Werbefachmann dabei nur um einen Marketing-Trick?

Immerhin verwundert, dass die so facettenreiche literarische Seite seines Werks von der literarhistorischen Forschung wahrgenommen oder untersucht worden ist. Ansatzpunkte gerade für Germanisten gibt es genug. Als Bühnentechniker war Domizlaff einer der ersten, der am Leipziger Schauspielhaus Büchners Woyzeck aufführte, wo er - nach eigenen Angaben - mit dem Publikum „massenpsychologische Experimente” angestellt haben will. Ebenso scheint sein Revolutionsdrama „Idealisten” stark von Büchners Dantons Tod beeinflusst. Sein „Brevier für Könige” wiederum erinnert in vielem an Nietzsches „Zarathustra”. Anhand dieser und weiterer Texte soll in diesem Seminar Domizlaffs literarische Dimension ausgelotet werden.

Eine knappe Einführung in Domizlaffs Leben und Werk bietet mein Aufsatz: „Stilgedanken zur Macht: ‚Lerne wirken ohne zu handeln!’ Hans Domizlaff, eines Werbeberaters Geschichte”, in Gries/Ilgen/Schindelbeck: „Ins Gehirn der Masse kriechen! Werbung und Mentalitätsgeschichte”, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1995, S. 43-73.

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