Archiv der Kategorie: 'Episches & Lyrisches'

Später Frühling

Dienstag, 2. Februar 2010 14:51

© 2010 Dirk Schindelbeck

Du selbst wirst nie mehr Frühling sein; du gehst
dafür durch jeden Frühling intensiver.
Magnolienblüten fallen dir lasziver
als je zuvor in deinen Weg. Du flehst

um Gottes willen keine Mächte an, verstehst
viel besser, was in dir jetzt auflebt, offensiver
gibst Du dich dem hin was da komme - positiver
ist keine Haltung denkbar, wie Du’s drehst.

So kann der Frühling wüten. Klar: ein Bube.
Du kennst ihn lange, weißt wie er sich anschleicht
und zwinkerst mir nur zu (der sich dir angleicht):

Hallo, ihr Reifen, haucht der Gute generös
und drückt mit Macht auf seine Blütentube.
Drück zu, wir dauern: frühlingsgierig und -porös.

Thema: Sonettwelt | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Begrüßungsgeld

Dienstag, 12. Januar 2010 16:07

Wie der Kanzler Weltgeschichte machte

© 1994 Dirk Schindelbeck

Abfüllstation für Begrüßungsgeld: in den Trabi

Begrüßungsgeld: in den Trabi

Aber Kohl, der Kanzler, der stets seine Stimmungsberater
Aufmerksam angehört hatte, verfolgte, historisch sensibel,
Diese Massenerregung. Er schaute nur in die Gesichter,
Menschenkenntnis braucht’ es kaum, die Mangelsyndrome
Standen auf diesen Mienen nur allzu deutlich geschrieben;
Zwangsläufig fiel der Beschluss, die aufgestauten Gefühle
Nicht sich selbst zu überlassen. Die Stunde war günstig,
Und erfahren der Kanzler, gestählt in vertrackten Debatten,
Ausgepfiffen so oft von wüsten Chaoten, er wusste,
Wie man Stimmung macht und die schwankende Meinung der Menge
Auf das eigene Konto bucht. Mit einskommasechs Milliarden
D-Mark Begrüßungsgeld, ein winziger Posten im Haushalt,
Ließ sich diesen Leuten ein Leben in Freiheit und Wohlstand,
Wie auf Rosen gebettet, versprechen. Und dies Pro-Kopf-Geld,
Einhundert D-Mark, wahrlich, das ließ sich keiner entgehen:
„Let’s go west!” und en masse. Die Kerzen-Helden, sie kamen,
Schichteten Opas und Enkel bis unter das Dach ihrer Trabis,
Steckten singend im heitersten Stau der deutschen Geschichte,
Fielen ein in westdeutsche Städte und staunten mit großen
Kinderaugen und streunten durch glitzernde Einkaufspassagen
Zwischen riesigen Warenbergen hindurch, und man hörte
Immer wieder nur eins: „Wie wurden wir alle betrogen!”
Preisen wir also, so preiswert sie war, die rühmliche Handlung,
Das Begrüßungsgeld. Es wärmte für Tage die Herzen
Zwischen Deutschen Ost und West, in der kurzen Berührung
Waren die Hand des Gebers und die des Nehmers verschmolzen
Fast wie im Sozialismus, in seinen schönsten Symbolen.
Weihnachten kam, und es weinte ein völlig verwandeltes Deutschland:
„Weltniveau!” verzeichnet sprachlos das Buch der Geschichte.

(Vgl. auch die Langversion im Lehrgedicht “Niemand ist besser für Deutschland” sowie den Sachtext “Jeder bringt noch einen mit…” Die Leipziger Montagsdemonstrationen und der Prozess der deutschen Wiedervereinigung - ein massenpsychologisches Lehrstück), ebenso die Installtionen “kanzlerfuge” als auch die gesamte Ausstellung “Poetische installationen/Lyrik als Skulptur”

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Air France 447

Montag, 11. Januar 2010 11:01

© 2010 Dirk Schindelbeck

Jemand bemerkte
für einen kurzen Moment
in den Augen der Stewardess
ein unsicheres Flackern    Dann
vergaß er es wieder
bei einem Getränk

[weiter...]

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Credo: ich glaube (an Kredit)

Montag, 4. Januar 2010 14:35

© 2009 Dirk Schindelbeck

Die Zeit schreit nach Kredit. Der Mensch soll glauben,
was Banker ihm an Zukunftsbildern malen,
Vertrauen geben und dafür bezahlen.
Den schönen Glauben werden sie nicht rauben.

Sie schätzen Bonität, nicht das Bonmot.
Bonmots sind wichtig für die Volksvertreter
zu Wahlkampfzeiten und auch sowieso.
Ach wären doch die Banker Bonitäter!

Dann würd’ ich dies Gedicht beleihen. So
könnt’ ich mein Häuschen halten und den Garten,
und seine Weisheit würd’ sich noch verzinsen…

Ich trage mein Gedicht zur Bank. Man lässt mich warten.
“Wo liegt die Sicherheit?” Ich sage: „Im Bonmot!”
Ich seh’ die Banker nur noch schallend grinsen.

Eine leicht verständliche, da visualisierte, Darstellung der internationalen Kredit-Krise (engl.) finden Sie hier.

Thema: Deutschlandgedichte | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

2009 als Lehrgedicht, inkl. Bundestagswahl, Wirtschaftskrise und Jahrestag des Mauerfalls

Dienstag, 29. Dezember 2009 6:45

(Langfassung von “Niemand ist besser für Deutschland!”)

© 2009 Dirk Schindelbeck

“…Omnia Nemo potest. Nemo sapit omnia per se.

Nemo manet sempre. Crimine Nemo caret.

Niemand kann alles, es weiß von selber Niemand auch alles,

Niemand bleibt ewig bestehn. Niemand auch ist ohne Fehl.”

(Ulrich von Hutten: Ille ego sum nemo… Jener Niemand bin ich… 1509/1517)[1]

I.

Wahlblasen

Niemand spricht hier, kein Mensch! Es schickt ein riesiger Rechner,

worauf er Zugriff hat aus dem Speicher, in endloser Schleife

Bilder- und Audiodaten ins weltweite Netzwerk, gebündelt

und in bestechender Qualität - und in Millisekunden

steht die Botschaft auf sämtlichen Bildschirmen draußen im Lande,

wo sie auf Netzhäute trifft, in Hirne und Seelen sich festsetzt,

wo sie jetzt wirken könnte, wenn - indessen bleibt’s ruhig.

Niemand widerspricht. Es bleibt alles ruhig an diesem

Abend, wie auch am Abend zuvor, in den Wochen und Jahren.

Niemand fühlt sich betroffen, die Sendung, das zeigen

deutlich die Einschaltquoten seit Jahren, wird gerne gesehen:

„Melodien für Millionen”, vermischt mit den Sprüchen der Werbung:

„Alles super!”, „Nichts ist unmöglich!”, „Heute ein König!”.

Ruhig verläuft der Abend, die Botschaft verteilt sich wie Feinstaub

gleichmäßig über das Land, ein Mehltau, den niemand mehr wahrnimmt.

Nur ein paar Techniker kontrollieren den Ablauf der Sendung,

während jene, die für den Inhalt verantwortlich zeichnen,

ihre Freizeit genießen in Miami oder San Remo. [weiter...]

Thema: Balladen/Eklogen, Deutschlandgedichte | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Sonettwelt

Dienstag, 8. Dezember 2009 8:23

© 1974-2009 Dirk Schindelbeck

Ein Wort zuvor…

Das Sonett gibt es seit etwa 700 Jahren. Vom Italien des Renaissancezeitalters, wo Dante und Petrarka erste Höhepunkte der Sonettdichtung setzten, breitete sich der Gedichttyp über ganz Europa aus. William Shakespeare, Andreas Gryphius, Johann Wolfgang von Goethe, Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud, Georg Heym und Rainer Maria Rilke, um nur einige wenige zu nennen, gelten bis heute als seine Meister.

Als fester Gedichttyp fordert das Sonett gewisse Qualitätsstandards ein. Es braucht einen deutlichen Gegensatz zwischen Quartetten und Terzetten ebenso wie eine akzentuierte Schlusspointe, die es auf dialektischem Weg erreicht. In der Vergangenheit blieb es die bevorzugte Form der Liebes- und der Gedankenlyrik. Bis heute schien es, dass damit seine formalen wie thematischen Möglichkeiten erschöpft seien.

Dass dem beileibe nicht so sein muss, können Sie auf den folgenden Seiten erfahren. Hier finden Sie drei ungewöhnliche Sonettzyklen, die neue, bislang noch nicht beschrittene, Wege der Sonettdichtung gehen.

Neue Wege, neue Töne

Wie keine andere Form ist das Sonett ergebnisorientiert. Es eignet sich hervorragend zur Beschreibung industrieller Prozesse. Es kann das Verfahren der Schokoladenherstellung ebenso sinnfällig machen wie die Wirkungsweise eines Medikaments oder eines Thermostaten, zum Plädoyer eines Staatsanwalts werden oder eine Werbebotschaft „auf den Punkt bringen”.

Vom Verdikt, dass das Sonett vor allem ein „schönes” Gedicht zu sein habe, gilt es endlich Abschied zu nehmen. Schon Expressionisten wie Georg Heym, Paul Boldt oder Georg Trakl hatten dazu den Weg gewiesen. Es ist bedauerlich, dass diese Impulse in der Folgezeit kaum aufgenommen worden sind, sondern mit der Wahl der Form immer wieder ein Rückkehr zur Ästhetik des 19. Jahrhunderts einherging - wie etwa im NS oder der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Das Sonett kann mehr, es ist neu zu entdecken. Es kann ein wissenschaftlicher abstract sein, ein gewitzter Kommentator, es kann ein kleines Lehrgedicht ausführen, kann Museumspädagoge, Reiseführer, Beipackzettel, Wirtschaftskommentar, Ordnungshüter oder Marketingstratege sein. Nichts ist so klar, so um Klarheit und Ordnung bemüht wie das Sonett. Es ist die Verbindung von Sonate und Mathematik.

Ob sein Gegenstand ein Kampfpanzer, die Judenvermögensabgabe oder eine Lippenstiftmarke ist - das Sonett (das es ja durchaus als Waschmittel gibt!), ist zu vielerlei pointierten Aussagen und Verdichtungen fähig.

Sonette als Produkte oder: Made in Germany. Der etwas andere Sonettzyklus (26 Stücke)

Technische Sonette Ein innovatives Form-Projekt (14 Stücke)

Kalenderblätter Sonette zu Grafiken von Gerd Grimm (14 Stücke)

Darüber hinaus finden Sie, allerdings unter der Rubrik Liebe et al, den Zyklus Alte Liebe. Ein Sonettzyklus (30 Stücke).

Wer sich näher auf Theorie und Geschichte des Sonetts einlassen möchte, der findet hier weitere Informationen. Ebenso steht ein Essay (PDF) zum Dowdload bereit.

Thema: Sonettwelt | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Straßenmusiker in New York

Freitag, 27. November 2009 15:09

gerd_grimm_ny_streetguitar

An hellen Sommernachmittagen, wenn Konturen
der Riesenstadt sich unterm Abendhimmel schärfen,
Passanten Schatten spitz wie Pappelreihen werfen,
das Straßenpflaster glüht und glimmt wie von Glasuren

aus letztem Zwielicht überkrustet, reißt der Strom
der Menschen, die noch streben in die Supermärkte,
nicht ab. Kaum einer unter ihnen, der bemerkte,
wie auf dem Pflaster plötzlich, fast wie ein Phantom

ein Straßenmusiker sich quer zur Promenade
platziert hat und Gitarre spielt. Doch die Akkorde
verhallen kraftlos, und so zieht die Menschenhorde

vorbei am für sich selbst nur spielenden Phantasten,
dessen samtausgeschlagener Gitarrenkasten
erleuchtet daliegt wie die leere Bundeslade.

Bild: Gerd Grimm 1982

Text: Dirk Schindelbeck 2008

Mehr zu dem Grafiker Gerd Grimm finden Sie hier.

Werkausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ab 11. Februar 2010

Mehr Gedichte zu Grafiken finden Sie hier.

Einen umfangreichen Essay zum Sonett finden Sie hier.

Thema: Sonettwelt | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Deutschlandgedichte

Samstag, 14. November 2009 14:10

© 1974-2009 Dirk Schindelbeck

Die hier als “Deutschlandgedichte” eingestellten Texte sind Momentaufnahmen des sozialen und emotionalen Lebens, durch die episch-lyrische Brille gesehen. Es sind Gedichte mit realen Gegenständen: Sie erzählen gern, sind nah an der Zeit und vor Ort, beschreiben Zustände und Situationen, Typen und Konstellationen, mal abgründig und melancholisch, mal heiter, mal auch derb und drastisch. Unter ihnen finden sich sowohl balladenartige als auch epigrammatische Stücke, ebenso Satiren und pointiert-zugespitzte Sonette. Sie sind das Gegenstück zur Deutschlandreise meines alter ego, des Barockdichters Bernd Kickeschild, alias Theophrastus Bombastus (1555-1666).

Übersicht

“Elite”-Rundfahrten
Judenvermögensabgabe und Reichsfluchtsteuer
Schöpfungsmythos und Goldenes Zeitalter. Unsere Nachkriegsgeschichte als Heldenepos
Roller für die Sieger
Pater Leppich spricht
Herbstmittag im Rheinland
Der Wäschemann im Altenheim
Luftraumbeobachter
elegie eines autotesters
Der deutsche Professor
nachtfahrt im lkw
Der Atommeiler
Vertreteralltag
Rheinbrücke bei Neuwied
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Popperpaar im Frühling
Niemand ist besser für Deutschland. Lehrgedicht über Masse und Demokratie
Begrüßungsgeld
Nach der Buchmesse
Seelenkurort Weimar 2000
Einübung in die Marktwirtschaft
Die Oma und das Tom Tom
Weimar 2005
Mensaspeiseplan August bis Dezember
Grundlagen der Volkswirtschaftslehre
Staatsexamen in Philosophie
Zum Schillerjahr 2009
2009 als Lehrgedicht, inkl. Bundestagswahl, Wirtschaftskrise und Jahrestag des Mauerfalls
Credo: ich glaube (an meinen Kredit)

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Balladen und Eklogen

Freitag, 13. November 2009 10:58

So geläufig und allgemeinverständlich uns das Wort Ballade ist, so selten und nur dem Spezialisten geläufig ist der Begriff Ekloge geworden. Dabei liegt kein geringer Teil der antiken Literaturproduktion in Form von Eklogen vor, angefangen von Werken des alexandrinischen Dichters Theokrit über die Gedichte der “goldenen Latinität” eines Vergil bis in die Spätantike hinein. Dass der Begriff bei uns nicht heimisch wurde, liegt sicherlich auch daran, dass man sich seit Mitte des 18. Jahrhunderts eher auf den Begriff der Idylle zur Bezeichnung dessen, was Ekloge meinte, geeinigt hat.

Wie dem auch sei, bei der Ballade wie bei der Ekloge (resp. Idylle) handelt es sich um erzählende Gedichte. Im Gegensatz zur meist gereimten und strophisch einherkommenden Ballade sind Verseklogen in reimlosen Hexametern verfasst. Von beiden werden hier einige Stücke geboten. Weitere Balladen und Eklogen finden Sie unter den Deutschlandgedichten (z.B. “Der Wäschemann im Altenheim” u.a.), aber auch unter den Liebesgedichten (z.B. “Im Fortgeschrittenen-Tanzkurs”).

Balladen

Philemon und Baucis

Gottfried, der Orgelbauer

Der König als Glücksritter

Den Mut abkaufen

Lebenslauf einer Gemüsebohne

Die Ballade vom Werbeberater Hans Domizlaff

Hänschen und Gänschen (Kinderlehrgedicht über gesellschaftliche Machtverhältnisse)


Eklogen

Daphnis und Chloe. Hirtengedicht aus dem Hochland der Peloponnes

Die Kinder und Landstreicher Silenus

Der Dauerhamster - ein Pädagogenprojekt

Besuch in schwerer Stunde

Pater Leppich und die Nylon-Dirnen

Machos alter Schule. Eine Offenbarung, gesprächsweise

Thema: Balladen/Eklogen | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Wie die Liebe so spielt

Donnerstag, 12. November 2009 15:37

Hier finden Sie zwei Sammlungen verschiedener Liebesgedichte.  Entstanden sind sie innerhalb eines Zeitraum von etwa 35 Jahren. Die unterschiedlichsten Lebensstationen, Situationen und Motive haben sich in ihnen niedergeschlagen. Wer ein wenig belesen ist, mag hier und da Anklänge an Autoren wie Theokrit, Catull, Johannes Secundus, Hofmannswaldau, Goethe, Mörike bis hin zu Stefan George entdecken.

A. Liebesgedichte aus drei Jahrzehnten

1 Bildnis der Geliebten
2 Daphnis und Chloe
3 Furchenglück
4 Mailied
(Chanson de Mai,  franz. Übersetzung)
5 Auf seine Oboistin
6 Philemon und Baucis
7 Zum neuen Jahr
8 Die Handschuhe
9 Tagelied
10 Rheingold
11 Liebesbriefe in Sonetten
12 Der Besuch
13 Knollenblätter- und andere Pilze
14 Insektenjagd
15 Buhlenlied und -leid
16 HerzBergWerk
17 Liesel und Albrecht
18 Verlockung zur Treue I und II
19 Mein weiches weiches Glück
(Mon Bonheur tendre tendre, franz. Übersetzung)
20 Die Freier
21 In einem Boot
22 Zwei Blätter
23 schattenspiel
24 im gras auf dem rücken
25 Im Fortgeschrittenen-Tanzkurs
(Cours de danse pour avancés, franz. Übersetzung)
26 Mein wilder Garten
27 Ghasel der Vergangenheit
28 Jahresringe
29 Air France 447

B. Alte Liebe

Das Thema „alte Liebe” in den folgenden Sonetten ist in dieser Form so in der europäischen Lyrik-Tradition noch nicht - allenfalls in wenigen Stücken des alten Goethe - erschlossen worden. Denn wann immer Liebe zu lyrischen Gebilden verdichtet wurde, angefangen vom Hohelied Salomos über Sapphos Oden, Walter von der Vogelweides Minnelieder, Dantes, Petrarkas oder Shakespeares Sonette bis hin zu Heines oder Mörikes Versen und in Produktionen der DichterInnen des 20. Jahrhunderts - immer war es die „junge”, die „neue” Liebe, die Thema war und Sprache fand. Die Rituale, die „Wiedervorlagen” in gereiften Beziehungen aber erscheinen für das Sonett als Thema wie prädestiniert….

Alte Liebe. Ein Sonettzyklus

Einen bebilderten Aufsatz zu Geschichte und Theorie des Sonetts inklusive einer kleinen Schreibwerkstatt finden Sie hier.

Thema: Liebe et al | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck