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Dirk Schindelbeck » Deutschlandgedichte

Archiv der Kategorie: 'Deutschlandgedichte'

Deutschlandgedichte

Freitag, 3. Dezember 2010 14:10

© 1974-2009 Dirk Schindelbeck

Die hier als “Deutschlandgedichte” eingestellten Texte sind Momentaufnahmen des sozialen und emotionalen Lebens, durch die episch-lyrische Brille gesehen. Es sind Gedichte mit realen Gegenständen: Sie erzählen gern, sind nah an der Zeit und vor Ort, beschreiben Zustände und Situationen, Typen und Konstellationen, mal abgründig und melancholisch, mal heiter, mal auch derb und drastisch. Unter ihnen finden sich sowohl balladenartige als auch epigrammatische Stücke, ebenso Satiren und pointiert-zugespitzte Sonette. Sie sind das Gegenstück zur Deutschlandreise meines alter ego, des Barockdichters Bernd Kickeschild, alias Theophrastus Bombastus (1555-1666).

Übersicht

“Elite”-Rundfahrten
Judenvermögensabgabe und Reichsfluchtsteuer
Schöpfungsmythos und Goldenes Zeitalter. Unsere Nachkriegsgeschichte als Heldenepos
Roller für die Sieger
Pater Leppich spricht
Herbstmittag im Rheinland
Der Wäschemann im Altenheim
Luftraumbeobachter
elegie eines autotesters
Der deutsche Professor
nachtfahrt im lkw
Der Atommeiler
Vertreteralltag
Rheinbrücke bei Neuwied
Düsseldorf - Basel: im “Rheingold”-Salonwagen
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Popperpaar im Frühling
Niemand ist besser für Deutschland. Lehrgedicht über Masse und Demokratie
Begrüßungsgeld
Nach der Buchmesse
Seelenkurort Weimar 2000
Einübung in die Marktwirtschaft
Die Oma und das Tom Tom
Weimar 2005
Mensaspeiseplan August bis Dezember
Grundlagen der Volkswirtschaftslehre
Staatsexamen in Philosophie
Zum Schillerjahr 2009
2009 als Lehrgedicht, inkl. Bundestagswahl, Wirtschaftskrise und Jahrestag des Mauerfalls
Credo: ich glaube (an meinen Kredit)

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Düsseldorf – Basel: im „Rheingold“-Salonwagen

Montag, 1. November 2010 9:13

© 1997 /2010 Dirk Schindelbeck

Zug der Züge - nobel reisen,
und flussaufwärts im Salon-
Wagen formidabel speisen,
Rheinanrainer im Waggon.

Draußen liegen in den Wiesen
Kuhgeschwader, Landschaft quillt
unverschämt in Kohlgemüsen
wie ein grünes Genrebild. [weiter...]

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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Donnerstag, 10. Juni 2010 13:14

Das "ballrunde" Fußballgedicht in der einzig ihm angemessenen Optik

Das "ballrunde" Fußballgedicht in der einzig ihm angemessenen Optik

© 1995 Dirk Schindelbeck

Dieses Gedicht - die geniale Strophe verdanke ich Johann Christian Günther (1695-1723; “An Leonore beim anderen Abschiede”) - arbeitet nach dem Prinzip der kalkulierten Redundanz. Es ist sowohl ein barockes

Gedichtmarke "barock"

Schindelbecks Gedichtmarke "barock"

als auch ein konkretes

Gedichtmarke konkret

Schindelbecks Gedichtmarke "konkret"

Gedicht, was das beigefügte Bild verdeutlichen möge, wo jede Strophe gleichsam zu einem Spieler auf dem Rasen wird, der den Ball aufnimmt und weitergibt. Ausgestellt wurde es im Jahr 2001 innerhalb der Performance “Poetische Installationen”. Die Besucher konnten raten, wo es anfängt und ob es überhaupt anfängt (oder aufhört)… Es findet sich auch in der von Günter Guben und Astrid Braun herausgegebenen Anthologie “Zur Zeit” (edition kanalstr. 4, S. 158ff., Stuttgart 2008), wo es leider nicht im Kreis gedruckt werden konnte. Aber dafür hier - gepriesen sei das Internet…

„Ein Null zu Null steht gar nicht zur Debatte,
schon immer lag im Angriff unser Heil,
denn den Erfolg, den meine Mannschaft hatte,
errang sie im Direktspiel, schnell und steil:
Der Offensivgeist hat sie meist zum Sieg geführt,
doch kontrolliert.”

Noch kontrolliert der Mann in schwarz die Spieler,
die Stollen, Schoner mit geübtem Blick.
Das Stadion brodelt. Plötzlich wird es stiller:
Soeben aus dem Presseraum zurück
Tritt auf der Admiral und wird bestaunt,
und alles raunt.

[weiter...]

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Roller für die Sieger

Dienstag, 18. Mai 2010 10:14

oder: Das deutsche Wunder

© 2001  Dirk Schindelbeck

wunderroller1

1 Ein Unternehmer, wohlgeraten
- Lieblingsessen Schweinebraten -,
das war Hans Glas, ein Fabrikant
aus Dingolfing im Bayernland.

wunderroller2

2 Man schrieb das Jahr des Siegs von Bern;
schon strebten unsere Helden gern
zur Heimat, die sie warm empfing
in München und auch Dingolfing.
[weiter...]

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„Elite” Rundfahrten - die neueste Berlin-Attraktion (1929)

Sonntag, 25. April 2010 9:27

deutsche-dichter-1929_31_03

Ausschnitt aus der Berliner Illustrierten Zeitung vom 31. März 1929

Jeden Dienstag und jeden Freitag wurden die Dichterberühmtheiten als Touristen-Attraktion im Frühjahr und Sommer 1929 durch Berlin gefahren. Es ist erstaunlich, dass Autoren, deren Werke von Ironie nur so troffen, sich diese öffentliche Zuschaustellung im Dienste der Fremdenverkehrswerbung gefallen und sich wie Delinquenten auch noch Nummern umhängen ließen. Zum intensiveren Studium Bild groß klicken!

© 2009 Dirk Schindelbeck

Da lacht Berlin, es schmunzelt der Tourist,
und zückt die Leica, falls er eine hat:
Ein offner Autobus rollt durch die Stadt,
und zeigt, was groß und deutsch und geistvoll ist.

Zwei mal die Woche zwischen zehn und zwölf
sehn wir die Brüder aus dem Hause Mann,
den Heinrich mit der zwölf, den Thomas mit der elf,
und hinten, ganz verdrückt, den Wassermann.

Die Attraktion der Attraktionen! Ganz Berlin
steht Schlange, wenn, wie zum Schaffott gekarrt
aus dem „Elite”-Wagen winkt das der Pack der Dichter.

Und mancher, der auf den Erklärungszettel starrt,
sucht hinter Nummern Namen und Gesichter
und fragt sich: wo ist Tucho? Wieder fährt man ohne ihn.

Prospekt von 1929

Prospekt von 1929

Anmerkung:

Mit “Tucho” ist natürlich Kurt Tucholsky gemeint.

Einen umfangreichen Essay zum Sonett finden Sie hier.

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Begrüßungsgeld

Dienstag, 12. Januar 2010 16:07

Wie der Kanzler Weltgeschichte machte

© 1994 Dirk Schindelbeck

Abfüllstation für Begrüßungsgeld: in den Trabi

Begrüßungsgeld: in den Trabi

Aber Kohl, der Kanzler, der stets seine Stimmungsberater
Aufmerksam angehört hatte, verfolgte, historisch sensibel,
Diese Massenerregung. Er schaute nur in die Gesichter,
Menschenkenntnis braucht’ es kaum, die Mangelsyndrome
Standen auf diesen Mienen nur allzu deutlich geschrieben;
Zwangsläufig fiel der Beschluss, die aufgestauten Gefühle
Nicht sich selbst zu überlassen. Die Stunde war günstig,
Und erfahren der Kanzler, gestählt in vertrackten Debatten,
Ausgepfiffen so oft von wüsten Chaoten, er wusste,
Wie man Stimmung macht und die schwankende Meinung der Menge
Auf das eigene Konto bucht. Mit einskommasechs Milliarden
D-Mark Begrüßungsgeld, ein winziger Posten im Haushalt,
Ließ sich diesen Leuten ein Leben in Freiheit und Wohlstand,
Wie auf Rosen gebettet, versprechen. Und dies Pro-Kopf-Geld,
Einhundert D-Mark, wahrlich, das ließ sich keiner entgehen:
„Let’s go west!” und en masse. Die Kerzen-Helden, sie kamen,
Schichteten Opas und Enkel bis unter das Dach ihrer Trabis,
Steckten singend im heitersten Stau der deutschen Geschichte,
Fielen ein in westdeutsche Städte und staunten mit großen
Kinderaugen und streunten durch glitzernde Einkaufspassagen
Zwischen riesigen Warenbergen hindurch, und man hörte
Immer wieder nur eins: „Wie wurden wir alle betrogen!”
Preisen wir also, so preiswert sie war, die rühmliche Handlung,
Das Begrüßungsgeld. Es wärmte für Tage die Herzen
Zwischen Deutschen Ost und West, in der kurzen Berührung
Waren die Hand des Gebers und die des Nehmers verschmolzen
Fast wie im Sozialismus, in seinen schönsten Symbolen.
Weihnachten kam, und es weinte ein völlig verwandeltes Deutschland:
„Weltniveau!” verzeichnet sprachlos das Buch der Geschichte.

(Vgl. auch die Langversion im Lehrgedicht “Niemand ist besser für Deutschland” sowie den Sachtext “Jeder bringt noch einen mit…” Die Leipziger Montagsdemonstrationen und der Prozess der deutschen Wiedervereinigung - ein massenpsychologisches Lehrstück), ebenso die Installtionen “kanzlerfuge” als auch die gesamte Ausstellung “Poetische installationen/Lyrik als Skulptur”

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Credo: ich glaube (an Kredit)

Montag, 4. Januar 2010 14:35

© 2009 Dirk Schindelbeck

Die Zeit schreit nach Kredit. Der Mensch soll glauben,
was Banker ihm an Zukunftsbildern malen,
Vertrauen geben und dafür bezahlen.
Den schönen Glauben werden sie nicht rauben.

Sie schätzen Bonität, nicht das Bonmot.
Bonmots sind wichtig für die Volksvertreter
zu Wahlkampfzeiten und auch sowieso.
Ach wären doch die Banker Bonitäter!

Dann würd’ ich dies Gedicht beleihen. So
könnt’ ich mein Häuschen halten und den Garten,
und seine Weisheit würd’ sich noch verzinsen…

Ich trage mein Gedicht zur Bank. Man lässt mich warten.
“Wo liegt die Sicherheit?” Ich sage: „Im Bonmot!”
Ich seh’ die Banker nur noch schallend grinsen.

Eine leicht verständliche, da visualisierte, Darstellung der internationalen Kredit-Krise (engl.) finden Sie hier.

Thema: Deutschlandgedichte | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Niemand ist besser für Deutschland![1]

Donnerstag, 31. Dezember 2009 13:52

Lehrgedicht über Masse und Demokratie [2]

zur bebilderten Fassung (PDF, 23 S.)

© 2009 Dirk Schindelbeck

Niemand spricht mehr, kein Mensch! Es schickt ein riesiger Rechner,
worauf er Zugriff hat aus dem Speicher, in endloser Schleife
Bilder- und Audiodaten ins weltweite Netzwerk, gebündelt
und in bestechender Qualität - und in Millisekunden
steht die Botschaft auf sämtlichen Bildschirmen draußen im Lande,
wo sie auf Netzhäute trifft, in Hirne und Seelen sich festsetzt,
wo sie jetzt Anstoß erregen könnte - indessen bleibt’s ruhig.
Niemand widerspricht. Es bleibt alles ruhig an diesem
Abend, wie auch am Abend zuvor, in den Wochen und Jahren.
Niemand fühlt sich getroffen. Und diese Sendung, das zeigen
deutlich die Einschaltquoten seit Jahren, wird gerne gesehen:
„Melodien für Millionen”, vermischt mit den Sprüchen der Werbung:
„Geht nicht, gibt’s nicht!”, „Nichts ist unmöglich!”, „Heute ein König!”.
Ruhig verläuft der Abend, die Botschaft verteilt sich wie Feinstaub
gleichmäßig über das Land, ein Mehltau, den niemand mehr wahrnimmt.
Nur ein paar Techniker kontrollieren den Ablauf der Sendung,
während jene, die für den Inhalt verantwortlich zeichnen,
ihre Freizeit genießen in Miami oder San Remo. [weiter...]

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2009 als Lehrgedicht, inkl. Bundestagswahl, Wirtschaftskrise und Jahrestag des Mauerfalls

Donnerstag, 29. Oktober 2009 6:45

(Langfassung von “Niemand ist besser für Deutschland!”)

© 2009 Dirk Schindelbeck

“…Omnia Nemo potest. Nemo sapit omnia per se.

Nemo manet sempre. Crimine Nemo caret.

Niemand kann alles, es weiß von selber Niemand auch alles,

Niemand bleibt ewig bestehn. Niemand auch ist ohne Fehl.”

(Ulrich von Hutten: Ille ego sum nemo… Jener Niemand bin ich… 1509/1517)[1]

I.

Wahlblasen

Niemand spricht hier, kein Mensch! Es schickt ein riesiger Rechner,

worauf er Zugriff hat aus dem Speicher, in endloser Schleife

Bilder- und Audiodaten ins weltweite Netzwerk, gebündelt

und in bestechender Qualität - und in Millisekunden

steht die Botschaft auf sämtlichen Bildschirmen draußen im Lande,

wo sie auf Netzhäute trifft, in Hirne und Seelen sich festsetzt,

wo sie jetzt wirken könnte, wenn - indessen bleibt’s ruhig.

Niemand widerspricht. Es bleibt alles ruhig an diesem

Abend, wie auch am Abend zuvor, in den Wochen und Jahren.

Niemand fühlt sich betroffen, die Sendung, das zeigen

deutlich die Einschaltquoten seit Jahren, wird gerne gesehen:

„Melodien für Millionen”, vermischt mit den Sprüchen der Werbung:

„Alles super!”, „Nichts ist unmöglich!”, „Heute ein König!”.

Ruhig verläuft der Abend, die Botschaft verteilt sich wie Feinstaub

gleichmäßig über das Land, ein Mehltau, den niemand mehr wahrnimmt.

Nur ein paar Techniker kontrollieren den Ablauf der Sendung,

während jene, die für den Inhalt verantwortlich zeichnen,

ihre Freizeit genießen in Miami oder San Remo. [weiter...]

Thema: Balladen/Eklogen, Deutschlandgedichte | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Weimar 2005: was zu verwerten ist

Dienstag, 9. Juni 2009 6:40

© 2005 Dirk Schindelbeck

Der Markt
ist unerbittlich: Am Markt
stehen die Touristen-Droschken,
gereiht,
komfortabel und sicher
(vier Scheibenbremsen!),
der Kutscher selbst
anekdotenprall
im historischen Outfit
mit sauberen Pferden, deren Äpfel
umweltfreundlich
in lederne Auffangbehälter
zwischen die Deichseln
fallen.

Gingko-Grüße in alle Welt!
Man feiert Kultur,
Kultur macht feiern:
„Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein!” (Slogan nach Goethe)
Gegenüber Schillers Wohnhaus
eine Gelateria (gerühmt), ein Türke (Pide und Sac nicht schlecht)
Filialen von Ketten wie überall
im wiedervereinigten Blühe-Deutschland:
vor Goethe am Frauenplan
mehr fast-food und Take-aways, aber auch
das Unverzichtbare: Rotkohl, Thüringer, Klöße.

Zwischen den Domizilen
der Dioskuren
Hypovereinsbank und Müller-Markt („Hier kauf ich ein…”: s.o.)

Doch überall, allüberall
Kultur, Kultur!
Man feiert Kultur!
Kultur macht feiern!
Die Sprüche von heute
auf den Gehwegen:
„List. Lust. Lost”;
„Mitunter ist ein Schnürsenkel länger als der Orgasmus beispielsweise!”
kontrastieren merkwürdig mit den Sprüchen von gestern:
„Gegen das Schweigen und
das Getöse
erfinde ich
das Wort.” (Octavio Paz)

Der Kapitalismus
- der mit dem unerbittlichen Markt -
hat gesiegt,
vorläufig zumindest. Daran ändert auch
der Wahlkampf nichts,
wo unerbittlich
vom bald wieder wachsenden Markt
gesprochen wird
mit Getöse
(- Schweigen - ?)
Getöse, Getöse
und Ginkgo-Grüßen in alle Welt.

Thema: Deutschlandgedichte | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck