Sonette als Produkte
Mittwoch, 4. August 2010 12:37
oder: ”Made in Germany”. Der etwas andere Sonettzyklus
© Dirk Schindelbeck 2007-2010
Wer etwas darüber nachdenkt, wird mir recht geben: Das Sonett ist eigentlich ein Markenartikel. Es hat genormte Qualitätstandards (14 Zeilen, Volta nach dem 8. Vers, Pointe am Ende). Es ist also stapelfähig. Was Logistik, Lagerung, Transport, Distribution sehr erleichtert.
Es hat wie alle Markenartikel eine erotische Oberfläche. Es möchte verführen. Wer einmal von ihm genascht hat, verfällt einer gewissen Sucht. Es ist ein Wiederholungszwang. Es will konsumiert werden, verbraucht, wird aber nie ganz befriedigen - um das Bedürfnis nach einem weiteren Sonett nicht absterben zu lassen. Alles Qualitäten, welche auch den Markenartikel auszeichnen. Grund genug für mein Projekt
„Sonette als Produkte. Made in Germany”
das erstmals gut 30 Sonette auf (historische) deutsche Markenartikel versammelt. So hat es bislang noch nie ein Sonett auf einen Panzertyp gegeben, ebenso wenig auf eine Badewanne, einen Perlonstrumpf oder den Wankel-Motor. Dass dieser Markenartikel-Lobpreis satirisch ausfällt und jeweils in einer entsprechenden Pointe endet, versteht sich von selbst.
Grundlage für dieses Projekt sind meine kulturhistorischen Arbeiten, die Sie unter verschiedenen Rubriken der docere-Abteilung finden, etwa unter Konsumgeschichte, Reklame & Werbung oder Theorie und Geschichte des Markenartikels. Zu Geschichte und Theorie - vor allem des kybernetischen Sonetts - empfehle ich den Text “Wir schreiben ein Sonett…”
Thema: Reklame & Werbung, Sonettwelt | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck













