Der Borgward-Mythos im Dienst der Werbung
Mittwoch, 8. Juli 2009 8:48
aus: Gries/Ilgen/Schindelbeck: Gestylte Geschichte. Vom alltäglichen Umgang mit Geschichtsbildern, Münster 1989, S. 167-185
Eine bildereicheren Artikel zum Thema finden Sie hier (borgward_konkurs. PDF)
© 1988 Dirk Schindelbeck
Anmerkung 2010: Auch wenn dieser Text inzwischen 23 Jahre alt ist, so dürfte er noch immer Interesse beanspruchen können: sowohl im Hinblick auf den Fall Borgward als auch im Umgang mit Werbeanzeigen als Quelle für die Geschichtswissenschaft, hier im Sinne von Geschichtskultur bzw. einer Geschichtsaneignung über Bild- und Textbotschaften.
Im Frühjahr 1987 startete die Firma „Johnson wax”, Hersteller von Autopflegemitteln, eine Anzeigenkampagne, in der Veteranenfanclubs zum Träger und Vermittler für die Wachs‑ und Konservierungsidee eingesetzt wurden. Veröffentlicht wurden diese Anzeigen in Publikumszeitschriften[1] ein‑ und auch doppelseitig. Da solche Clubs ihr Selbstverständnis aus der Begeisterung für bestimmte, meist historische Automarken oder gar einen speziellen Autotyp beziehen und deshalb per se schon eine liebevollkonservierende Einstellung zum Automobil beweisen, können sie ideal als menschliche Vermittler für gerade ein solches Produkt fungieren. Als besonders günstig und überzeugend erweist sich dabei, dass das im Dienste der Produktbewerbung stehende Veteranenfahrzeug über seine bloße eyecatcher‑Funktion hinaus sozusagen sprechender Beweis für die Qualität des werterhaltenden Wachses wird, also unmittelbar die Kernaussage der Anzeige transportiert. Aus der Anzeigenserie greifen wir diejenige Annonce heraus, die den Borgward‑Club vorstellt.
Thema: Kulturgeschichte allgemein | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck






