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Dirk Schindelbeck » Massenkommunikation

Archiv der Kategorie: 'Massenkommunikation'

Vergangenheiten, abgehakt: Das „Waage”-Plakat von 1953 - ein visuelles Zeit-Gedicht

Montag, 2. Januar 2012 11:34

© 1991 Rainer Gries / Dirk Schindelbeck

weitere Texte zum Thema

Das Plakat, das in der Woche vor der Bundestagswahl, also zwischen dem 28. August und dem 1. September 1953, an über 27.700 Anschlagstellen in der Bundesrepublik zu sehen war, hob sich wegen seiner Schlichtheit und Zurückhaltung angenehm vom Geschrei anderer Wahlplakate ab. Schließlich war Kalter Krieg, der Arbeiteraufstand vom 17. Juni des Jahres noch in frischer Erinnerung: dementsprechend regierte wüste Rhetorik die Anschlagwände: „Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau!” und „Wo Ollenhauer pflügt, sät Moskau!” lauteten die Parolen. Noch heute ist die historischen Wahrnehmung der fünfziger Jahre durch diese überlauten Botschaften geradezu stigmatisiert: sie scheinen ihr so sehr die signifikanten Tendenzen des Zeitalters zu sein, daß ein stilles Plakat wie dieses, das Bezugsscheine ins Zentrum rückt, kaum wahrgenommen wird. Gegenüber der platten Einschüchterungstaktik mit der Beschwörung irrationaler Bolschewisten-Angst arbeitete dieses Plakat ja auch mit außergewöhnlichen, weil in der Sache positiven, Argumenten. Es konnte dies tun, weil es sich strikt auf die wirtschafts und sozialpolitische Binnensituation der Bundesrepublik beschränkte. Obwohl das Plakat namentlich für Erhard und dessen Idee der ‚Sozialen Marktwirtschaft’ warb und somit auch zur Wahl der Christdemokraten aufforderte, also ein politisches Plakat war, zeichnete jedoch keineswegs eine Regierungspartei dafür verantwortlich. Dies war ein Novum für die junge Bundesrepublik.

WAAGE-Plakat zur Bundestagswahl 1953

WAAGE-Plakat zur Bundestagswahl 1953

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Thema: Soziale Marktwirtschaft | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Syndetikon klebt, leimt, kittet alles…

Donnerstag, 16. Juni 2011 16:28

Das UHU unserer Urgroßväter

© 2007/11 Dirk Schindelbeck

...kittet alles, selbst Planeten...

...kittet alles, selbst Planeten...

In ihrer 1894 erschienenen Humoreske „Syndetikon” erzählt Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem (1854-1941), eine der erfolgreichsten Modeschriftstellerinnen der Kaiserzeit, die Geschichte eines „geleimten Liebhabers”.

komtesse_k

Mit weiblicher List und der sagenhaften Klebekraft von Syndetikon gelingt es Komtesse Käthe, einen ungeliebten Verehrer an einen Ledersessel so lange zu fixieren, bis sich die Verwicklungen ihrer wahren Liebschaft geklärt haben. Zum ersten Mal in der deutschen Literaturgeschichte war ein Markenprodukt zum Titel eines literarischen Werkes gewählt worden. Damit nicht genug: Mehrfach wurde der Slogan „Syndetikon klebt, leimt, kittet alles” darin von verschiedenen Personen wiederholt, allerdings auch auf den penetranten Geruch hingewiesen, den der Alleskleber entfaltete. [weiter...]

Thema: Reklame & Werbung | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

„Lieber Herr Flieger! Schreiben Sie doch einmal Ursel… So heiße ich..“

Freitag, 20. Mai 2011 12:09

Aufstieg und Fall der Himmelsschreiber von Henkel

© 2008 Dirk Schindelbeck

„Der Potsdamer Platz bot für einige Minuten ein Bild absoluter Ruhe, und straßauf und straßab hielten Autos und Straßenbahnen, gestikulierten aufgeregte Menschen. (…)  Dolle Gerüchte entstanden: Weltuntergang, Kriegsgefahr, Pestankündigung…“ Der Werbeleiter der Firma Henkel, Paul Mundhenke, war begeistert. Wie von Geisterhand geschrieben standen die Worte „Hallo Berlin!“, von zwei Flugzeugen produziert, deutlich lesbar im stahlblauen Himmel über der Hauptstadt: „Kurz nach ½ 7 Uhr endlich erreichte die Spannung die höchste Steigerung, als wiederum hoch droben ein silberner Vogel seine Kreise zog und des Rätsels Lösung brachte. Mit dem Erscheinen des Wortes Persil war der Bann gebrochen, und der Strom fröhlicher Spaziergänger zog weiter – sprach von Persil und zerbrach sich den Kopf über das Wesen dieses Wunders…“

Werbefaltblatt zur Himmelsschreiber-Aktion von 1927

Werbefaltblatt zur Himmelsschreiber-Aktion von 1927

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Thema: Reklame & Werbung | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Die Geburt des Markenartikels aus dem Geist der Apotheke

Dienstag, 26. April 2011 8:37

© 2005/11 Dirk Schindelbeck

Schon die Kleinsten wissen heute ganz genau, was eine Marke ist: ein Image, ein Zeichen, eine Vorstellung. Markenartikel sind Qualitätswaren, die an vielen Orten in gleichbleibender Qualität zu stets demselben Preis zu kaufen sind. Mit großer Selbstverständlichkeit bezieht sich unsere Wahrnehmung alt dessen, was „Marke” sei, ausschließlich auf industriell hergestellte Dinge. Gleichwohl sind die Bestrebungen, sich über seine Produktionen einen „guten Namen” zu erarbeiten, sehr viel älter. Künstler und Schriftsteller arbeiteten von jeher als Propagandisten in eigener Sache. Johann Wolfgang von Goethe etwa inszenierte sein Image überaus geschickt, sodass die Erzherzogin von Sachsen-Weimar bereits 1818 „die einheimischen Erzeugnisse der Einbildungskraft und des Nachdenkens” pries: Ihr erschienen die Werke der ortsansässigen Dichter gewissermaßen als Markenartikel.

Odol Anzeige aus "Die Jugend" (1906)

Odol Anzeige aus "Die Jugend" (1906)

Als sich in der Hochphase der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert die technisch serielle Produktionsweise mit Macht durchsetzte, verlangten auch die Ingenieure danach, einem Millionen-Publikum ihre Erfindungen möglichst effektvoll zu präsentieren. Geeignete Bühnen, auf denen sich die industriell hergestellten Wunderwerke gut inszenieren ließen, wollten gefunden sein. Diese Funktion übernahmen die seit 1851 durchgeführten Weltausstellungen. Sie sorgten dafür, dass sich in der allgemeinen Wahrnehmung bestimmte Vorstellungen von Produkt Qualitäten verfestigten, wie sie noch heute in so klangvollen Namen wie Thonet, Bell und anderen lebendig sind. [weiter...]

Thema: Reklame & Werbung | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Gerd Grimm - zum 100. Geburtstag

Mittwoch, 10. November 2010 12:17

Mode, Mädchen. Metropolen

© 2010 Dirk Schindelbeck

Weitere Informationen und vor allem mehr Bildmaterial finden Sie auf den Seiten der  grimm-foundation; hier finden sich auch diverse Texte zu speziellen Arbeitsgebieten Grimms.

Zur englischen Version dieses Artikels bitte hier klicken.

Gerd Grimm im Jahr 1954

Gerd Grimm im Jahr 1954


1  Renaissance der Modezeichnung

2 Ein Modezeichner aus Deutschland

3 Uneitel und arbeitsbesessen

4 Überleben als „Halbjude” in der NS-Zeit

5 Neue Perspektiven nach dem Krieg

6 Als Gebrauchsgrafiker im Wirtschaftswunder-Deutschland

7 Das Reval-Engagement und seine Folgen

8 Weltreisen und Menschenbilder


1  Renaissance der Modezeichnung

Über Jahrzehnte hin schien sich die Modezeichnung als grafische Gebrauchskunst überlebt zu haben. Doch nachdem René Gruau (1909-2004), dem Grafiker Christian Diors, im Musee de la Mode et du Costume in Paris 1989 eine erste Retrospektive gewidmet worden war, ist das Interesse an ihr wieder kontinuierlich angestiegen. Die Ausstellung damals vermochte nicht nur erstmals Profil und Qualität eines Werbegrafikers einem größeren Publikum vor Augen zu führen, „sondern dokumentierte auch die Wertschätzung der Mode und ihrer Darstellung im Bild als Kunst.” (Birgit Liesenklas) Heute kann man von einer kleinen Renaissance der Modegrafik sprechen.

Gerd Grimm: Modezeichnung (1950)

Gerd Grimm: Modezeichnung (1950)

Bereits in den neunziger Jahren tauchten auch wieder verstärkt Modegrafiken in Werbeanzeigen auf. Zwar wolle, wie Donald Schneider, Artdirector bei Paris Vogue, feststellte, das Publikum stets das reale Kleidungsstück sehen, wozu seit Jahrzehnten die Fotografie das adäquate Mittel zu sein schien: „Wenn es jedoch darum geht, eine Einstellung oder einen Stil auszudrücken, dann stellen Zeichnungen ein ebenso effektives Kommunikationsmittel dar. Und da es so lange vernachlässigt wurde, wirkt es nun frisch und unverbraucht, fast wie eine ‚neue Darstellungsart’”.

Gerd Grimm: Modegrafik (1950)

Gerd Grimm: Modegrafik (1950)

Natürlich haben auch Modezeichnungen in erster Linie mit Kleidung zu tun, aber es geht dabei längst nicht nur um „Stoffe”. Eine Modezeichnung fängt auch die Haltung, die Lebenseinstellung und die Stimmung ein, sei es ohne Hintergrund oder in einer betont modischen Umgebung oder einfach nur andeutungsweise. Eine Modezeichnung ist suggestiv, anregend. So verstanden, präsentiert sich Mode als romantische Fiktion, die uns verblüfft, verzaubert und verlockt, als visueller Luxus.

2 Ein Modezeichner aus Deutschland

Wie die Mode selbst ist auch die Modezeichnung ein internationales Phänomen, das im Umfeld der großen Modemetropolen wie Mailand, New York oder Paris gedeiht. Vor allem Paris mit seiner Haute Couture bot als genius loci dazu von jeher ideale Voraussetzungen. Und nur hier konnte René Gruau zusammen mit Christian Dior groß und bekannt werden.

Solche Rahmenbedingungen hatte ein Gerd Grimm nie, obwohl auch er als einer der Großen seines Faches gelten darf - neben George Lepape, Paul Iribe, Jean Patou oder Elsa Schiaparelli. Für den deutschen Sprachraum kann er sogar als singuläre Erscheinung gelten. Branchenkenner und Kollegen haben das stets erkannt. Schon 1951 schrieb Eberhard Hölscher in der Fachzeitschrift „Graphik”, Grimm gehöre „zu jenen wenigen deutschen Gebrauchsgrafikern, die sich mit Sicherheit auf dem internationalen Parkett zu bewegen verstehen.” Und die Modezeichnerin Gi Neuert bekannte: „Wir bewunderten seinen Strich, seine Eleganz und Leichtigkeit”. Dennoch ist Gerd Grimm der breiteren Öffentlichkeit bis heute so gut wie unbekannt geblieben. Warum?

Gerd Grimm: Akt (1990)

Gerd Grimm: Akt (1990)

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Thema: Reklame & Werbung | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

„Amerikanische Reklame” ‑ „Deutsche Werbung”

Montag, 25. Oktober 2010 8:09

Zur Entwicklungsgeschichte eines transatlantischen (Konkurrenz‑) Verhältnisses von 1900 bis 1970

© 2008 Dirk Schindelbeck

Cary Grant steigt aus dem Aufzug. Wie immer sieht er blendend aus, gut gekleidet, selbstbewusst, ein Charmeur alter Schule. Während er durch die Empfangshalle des Hotels eilt, gibt er seiner Sekretärin letzte Anweisungen für einige Geschäftsbriefe. Draußen wartet das Taxi, das ihn auf einen mysteriösen Landsitz entführen wird.

Die Anfangsszene des Hitchcock‑Films „Der unsichtbare Dritte” präsentiert uns das Bild eines amerikanischen Werbefachmanns. Kein Zweifel: Er ist eine respektable Persönlichkeit, ein seriöser Geschäftsmann wie jeder andere des produzierenden Gewerbes auch. Welche Figur gibt dagegen ein deutscher Werbefachmann ab? Und bleiben wir in den fünfziger Jahren, als dieser Hitchcock‑Film entstand. Hätte er der Held eines Kriminalfilms sein können? Sicherlich nicht. Der deutsche Werbefachmann war als eigenständige, ja eigenwertige Figur im Bewusstsein der Öffentlichkeit nicht existent. Vom deutschen Werbefachmann erwartete man, dass er hinter den Kulissen blieb und dort unbemerkt seiner Tätigkeit nachging. Während sein amerikanischer Kollege sich ins Licht stellen durfte, sollte er das Licht scheuen, ja sein Licht unter den Scheffel stellen. [weiter...]

Thema: Reklame & Werbung | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Gerd Grimm (1911 - 1998)

Mittwoch, 29. September 2010 7:08

Fashion - Young Women - Mega Cities

Life and works of a German graphic artist - Hommage to his 100 th birthday in Oct 2011

© 2010 Dirk Schindelbeck: text

See also the exposition of Grimm’s graphics from 13.11.2010 to 20.02.2011 in the kunsthalle Riegel/Kaiserstuhl. A catalogue has appeared and is available (12,80 Euro, ISBN 978-3-923288-73-1)

messmer_grimm_katalog_2010

German version of the following text klick here, please

Gerd Grimm: Modegrafik (1947)

Gerd Grimm: fashion graphic (1947)

Gerd Grimm was one of the masters in a very particular metier. Born in 1911 in Karlsruhe, he is - like George Lepape, Paul Iribe or René Gruau - one of  the outstanding graphic artists for fashion of the 20th century. He can be described as unique in German speaking countries. His colleagues and those knowing the field have always acknowledged: “We admired his dash, his elegance and his ease.” (Gi Neuert) But why did Gerd Grimm remain almost unknown to the public during all those years?

Gerd Grimm im Jahr 1954

Gerd Grimm in 1954

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Thema: Reklame & Werbung | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Welttheater. Kommunikationstheorie und -geschichte der Weltausstellungen

Freitag, 30. April 2010 14:39

© 1999/2010 Dirk Schindelbeck

Der folgende Essay ist eine Aktualisierung und Weiterführung meines aus Anlass der bevorstehenden Expo 2000 in Hannover geschriebenen Textes. (abgedruckt seinerzeit in: Universitas. Zeitschrift für interdisziplinäre Wissenschaft, 54. Jg., Heft 11/1999, S. 1069-1082). Er rekapitulierte die damals 150-jährige Geschichte einer Institution, die vor allem der Selbstinszenierung der westlichen Industriegesellschaften diente. Es scheint, dass diese Institution, die vor allem in den 80er Jahren des 20. Jhts. als obsolet erschien, mit dem Erstarken des asiatischen Wirtschaftsraums wieder an Attraktivität gewinnt. Das soeben eröffnete gigantische Weltausstellungsspektakel in Shanghai ist dafür ein eindeutiger Beleg. Gleichwohl hat der Aufsatz von 1998/99 kaum etwas von seiner Aktualität verloren, weil er strukturelle Aspekte dieser Großereignisse im Sinne einer globalen Kommunikationstheorie herauszuarbeiten versucht, die sich aus ihrer Geschichte speist und gerade deshalb Einblicke hinter die Kulissen des nicht enden wollenden Welttheaters „Weltausstellung” zu geben vermag.

Erinnerungsheft an die EXPO 1958 in Brüssel mit (visionärem?) Asien-Motiv

Erinnerungsheft an die EXPO 1958 in Brüssel mit (visionärem?) Asien-Motiv

Die soeben eröffnete Weltausstellung in Schanghai führt die nunmehr 160-jährige Tradition der Weltausstellungen weiter. Stets waren diese Großveranstaltungen Ausdruck ihrer Epoche wie auch der jeweils vorherrschenden Version vom „Projekt Zukunft”. Verschiedenste Regimes haben mittels Weltausstellungen versucht, ihre nationale Idee zu präsentieren. Hier wurden technische wie soziale Entwicklungstendenzen sichtbar, begründeten sich wirtschaftliche Erfolge ganzer Industriebranchen und neuer Produkte, und nicht zuletzt prägte und prägt bis heute ihre spektakuläre Architektur das Gesicht vieler Metropolen.

Gänsespiel für Kinder zur Pariser Weltausstellung 1900

Gänsespiel für Kinder zur Pariser Weltausstellung 1900

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Thema: PR & Propaganda | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Reklame & Werbung

Freitag, 30. April 2010 8:21

In dieser Rubrik finden Sie Texte zum Thema “Alte Reklame” bzw. “Werbung”. Bis heute ist sich die Kultur- bzw. Kommunikationswissenschaft nicht einig darüber, wann “Reklame” sich zu “Werbung” wandelte. Viele sehen in der Umbenennung der gleichnamigen Fachzeitschrift durch die Nationalsozialisten 1935 in “Deutsche Werbung” den entscheidenden Paradismenwechsel, andere plädieren für eine Verwendung des Begriffs Werbung erst für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Andererseits gab es schon vor dem Ersten Weltkrieg Dienstleister, die sich im vollen Bewusstsein in Absetzung von Reklameschreierei “Werbeanwalt” nannten, wie umgekehrt eins der bekanntensten Gedichte Ingeborg Bachmann von 1953 noch unter dem Titel “Reklame” figuriert.

Sinnvoller erscheint es dagegen, Phänomene  der werblichen Kommunikation strukturell zu ordnen: also Werbeformen (z.B. Emailschilder, Werbefilme usw.) von ihrern Erzeugnern (z.B. Werbeberater, Grafiker usw.) sowie den beworbenen Produkten selbst zu trennen.

Innovative Werbemethoden, -mittel und -wege

Galerie deutscher Werbefachleute

Untergegangene Produkte

Thema: Reklame & Werbung | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Propaganda mit Gummiballons und Pappraketen

Montag, 14. Dezember 2009 16:53

Zum deutsch-deutschen Flugblattkrieg nach dem Bau der Mauer

© 1995 Dirk Schindelbeck

Im Sommer 1959 fuhr ich - sieben Jahre alt - mit meinen Eltern nach West Berlin, um einen Onkel zu besuchen. So gründlich meine Erinnerungen an den Aufenthalt auch verblasst sind, die obligatorische Stadtrundfahrt, die natürlich auch in den damals noch nicht abgetrennten Ostteil der Stadt führte, ist mir noch heute präsent. Als wir die Sektorengrenze passiert hatten und an den ersten grauen Häuserblocks vorbeifuhren, platzte ich ungeduldig heraus: „Und wo sind die Russen?“ Die Erwachsenen im Bus lachten. Ihre unvermutete Reaktion erweckte in mir die Lust, das Spielchen zu wiederholen, und bald hieß es an jeder dritten Straßenecke: „Wann kommen denn endlich die Russen?“

Bundeswehr-Propaganda-Ballon wird mit Gas befüllt (Quelle: Bundesarchiv-Militärarchiv)

Bundeswehr-Propaganda-Ballon wird mit Gas befüllt (Quelle: Bundesarchiv-Militärarchiv)

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Thema: PR & Propaganda | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck