Sonntag, 9. November 2008 14:33
An die Vollkommenheit seiner Solimene
Die Schönheit, welche dir aus allen Gliedern blickt,
der Hals, dem Elfenbein und Alabaster weichen,
der Mund, vor welchen selbst der Purpur will erbleichen,
die Augen, deren Blitz fast alle Welt entzückt,
und deren keusche Glut die Herzen fest verstrickt,
die Stirne, die den Glanz der Perlen kann erreichen,
die Wangen, welchen nie kein Silber zu vergleichen,
in denen Lieb und Huld ihr Bildnis eingedrückt;
die wohlgestalte Läng’, das anmutsvolle Wesen,
die atlasweiche Hand, die Schnee zuschanden macht,
der Haare Kostbarkeit, und überird’sche Pracht,
und was du sonsten mehr zu deinem Schmuck erlesen,
macht, dass man dich verehrt vor andern weit und breit:
Ein Fehler bleibt dir nur, der ist die Grausamkeit. [weiter...]