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Dirk Schindelbeck » 2009 » Juni

Beiträge vom Juni, 2009

Konsum und Marken

Dienstag, 30. Juni 2009 18:33

In dieser Rubrik finden Sie verschiedene kulturhistorische Texte zum Thema Konsum und/oder Marken. Damit ist fast die gesamte Material aus meinem Buch Marken, Moden und Kampagnen online verfügbar, inklusive aller Ministories zum Konsumalltag. Wer sich besonders für die Verhältnisse in der ehemaligen DDR interessiert, findet hier entsprechendes Material. Selbstverständlich berühren sich diese Themen des öfteren mit Texten in den Rubriken Reklame & Werbung, Soziale Marktwirtschaft oder anderen. Ebenso gibt es zum Thema Marken etliche literarische Arbeiten unter der Großrubrik Delectare, z.B. Sonette als Produkte.

Marken, Moden und Kampagnen Illustrierten Konsumgeschichte der Nachkriegszeitsamt Ministories

Theorie und Geschichte des Markenartikels. Aufsätze zur Geschichte der Wirtschaftswerbung in Deutschland

Die Geburt des Markenartikels aus dem Geist der Apotheke (aus: Universitas, 6/2005)

Kleines Markenlexikon. Bausteine zu einem Markenkompass


Thema: Konsum & Marken | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Alles in OBI

Samstag, 27. Juni 2009 18:34

© 2009 Dirk Schindelbeck

„Ich brauch ein Klon-Gerät” - „Wie bitte?” - „Was zum Klonen,
verdoppeln will ich mich, ich bin zu sehr gestresst,
die Nerven liegen blank. Mein Wille steht längst fest,
dass ich mich jetzt verteil auf vier bis sechs Portionen.”

„Wie bitte?” - „Besser zehn! Das dürfte sich dann lohnen,
wenn sich, sofern die zehn sind makellos gepresst,
mein Ich in Serie reproduzieren lässt:
Auch könnten zwei bis drei der Burschen bei mir wohnen.”

„ Verstehn Sie…” - „Wenn ich nur schon diese Hohlform hätte:
Ein Abguss macht sich schnell, und meine Silhouette
steht auf als Dummy Eins und läuft…” - „Mein Herr, ich glaub…”

„Nimmt man als Menschenteig noch Lehm und bläst dem Teigling
danach das Leben ein?” - „O Herr…” - „Und das Recycling?
Zerfallen sie wie ich auch rückstandslos zu Staub?” - - - - - -

Thema: Sonettwelt | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

braun sixtant:

Samstag, 27. Juni 2009 11:56

Das ideale Konfirmandengeschenk (1964)

© 2009 Dirk Schindelbeck

braun sixtant von 1962

braun sixtant von 1962

Der sich so schmiegte satt und fest in jede Hand,
begegnete real nur männlichen Geschöpfen
zeitgleich mit Anzug, Schlips, Manschettenknöpfen,
der wundervolle Apparat, der braun sixtant.

Durch ihn erst ward der junge Glaubens-Praktikant
mitsamt dem Spruch: „Es soll’n wohl Hügel weichen,
doch meine Gnade soll nie von dir weichen…”
ein rundherum gut aufgestellter Konfirmand.

Schon bald danach war’s abgehakt. Es kam die Zeit
der Nassrasur, die jetzt der Stenz für sich entdeckte:
Vergessen der sixtant und alle prospektive Gnade.

Als reifer Mann erst auf der Lebenszielgerade
erkannte er, was in der Grundausstattung steckte:
Form follows function, Mensch! Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Zum Sachartikel “braun” im kleinen Markenlexikon bitte hier klicken.

Einen aufschlussreichen Text zum Sonett finden Sie hier (PDF, 23 S.)

Thema: Sonettwelt | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Tetra-Pak

Samstag, 27. Juni 2009 6:57

© 2010 Dirk Schindelbeck

Ein hundsgemeines Rohr aus Pappe, innen
hauchdünn mit einem Kunststofffilm beschichtet.
Mit dem Patent, dass sogar Pappe richtig dichtet,
lässt sich weltweit ein Markt erobern und gewinnen.

Das Rohr ist leer noch, dümpelt - bis ein Schwall
von ultrahocherhitzter Milch in seine Kammer
einschießt, das Rohr ganz fest und stramm steht, prall,
urplötzlich wird’s brutal von einer Eisenklammer

hier abgeklemmt, hier abgeklemmt, hier ab-
geklemmt, um neunzig Grad dabei gedreht:
geschieht wo Milch aseptisch portioniert entsteht.

Da kommt der Greifer schon, schiebt kurz und knapp
zum Supermarkt die kleinen Pyramiden,
zu Kindern, selbst befüllt bald und zufrieden.

Zum Sachartikel Tetra-Pak in meinem kleinen Markenlexikon geht’s hier.

Thema: Sonettwelt | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

Zum neuen Jahr

Donnerstag, 25. Juni 2009 15:56

© 1980 Dirk Schindelbeck

Den irren Speed, den Wahnsinns-Pep,
im neuen Jahr werd’ ich ihn finden,
im Jahr darauf dann werd’ ich euch,
warum ich ihn fand, begründen.

Noch knallt’ s im Schnee, es komme, was kommt,
das Eis zerspringt in den Bächen,
ein neuer Frühling will ins Haus
mit seinen Stärken und Schwächen. [weiter...]

Thema: Liebe et al | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Die Veränderung der Sonettstruktur von der deutschen Lyrik der Jahrhundertwende bis in die Gegenwart

Donnerstag, 25. Juni 2009 15:33

Die Veränderung der Sonettstruktur von der deutschen Lyrik der Jahrhundertwende bis in die Gegenwart
(zugleich Diss. Phil), Verlag Peter Lang, Frankfurt/Bern/New York/Paris, 1987, 242 Seiten

Die Veränderung der SonettstrukturOft totgesagt, erlebt das Sonett heute eine Renaissance. Worin liegen die Ursachen hierfür, und welches Formverständnis bewirkt dies? Die tradierten Gattungs-definitionen („festes Reimgedicht“; „dialektische Form”) vermögen darauf längst keine Antwort mehr zu geben. Die vorliegende Arbeit unter­nimmt zum ersten Mal exemplarisch und durchgängig, strukturelle Formbe­dingungen als ‚sonettisch’ zu verstehen und theoretisch herzuleiten, um sie später für die Analyse des einzelnen Gedichts nutzbar zu machen. Den Bewe­gungsabläufen, den lyrischen Syllogismen und der selbstreflexiven Tendenz sonettischer Formkörper wird nachgedacht, wobei sich oft überraschende Leistungen der Formgattung zeigen. Musterinterpretationen verfolgen schließ­lich Wandel, Funktion und Möglichkeiten sonettischen Dichtens im 20. Jahr­hundert vom Expressionismus über Exil, Nachkriegszeit und die 60er Jahre bis in die unmittelbare Gegenwart der jüngsten Lyrik Karl Krolows.

Einzelne Kapitel aus diesem Buch finden Sie hier:

Das Sonett: Theorie und Geschichte (S. 4-21)

Zwischen Metrum und Gattung (S. 22-37)

Das Unbehagen am Sonett (S. 38-66)

Das Sonett bei Paul Boldt (S. 85-92)

Das Sonett bei Rainer Maria Rilke (120-132)

Das Sonett bei Karl Krolow (S. 176-198)

Diskussion der Randzonen (199-221)

Einen bibilderten Aufsatz zu Geschichte und Theorie des Sonett inklusive einer kleinen Schreibwerkstatt finden Sie hier.

Thema: Deutsche Literatur | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Vivil

Mittwoch, 24. Juni 2009 7:51

Lemma [Kunstwort aus der Stammsilbe von lat. vivere = leben und den letzten Buchstaben von engl. oil = Öl]

Vivil-Reklamemarke von 1910

Vivil-Reklamemarke von 1910

Definition:  Markenname des ältesten deutschen Erfischungsbonbons auf der Basis von Pfefferminzöl

Inhaltsverzeichnis
Die Erfindung der Marke
Planmäßige und intensive Werbung
Werkswohnungen und Automaten
Weiterführende Literatur
Weblink

Die Erfindung der Marke

Als der Kaufmann August Müller in der 10. Kompanie des Infanterie-Regiments Nr. 126 „Großherzog von Baden” auf einem Straßburger Kasernenhof exerzierte, sehnte er sich nach einer Erfrischung. Ihm schwebte ein bequem in der Tasche mitzuführendes Bonbon vor. Nach seinem Militärdienst begann er am heimischen Herd zu experimentieren, um mithilfe von natürlicher Pfefferminze eine belebende Tablette herzustellen. 1902 gründete er die Firma A. Müller & Co. und brachte ein Bonbon unter dem Kunstnamen Vivil auf den Markt. Bald wurde die „feinste Pfeffermünzpastille” auch jenseits der deutschen Grenzen verkauft, und schon 1908 begann „Vivil Peppermint” auf dem nordamerikanischen Kontinent Fuß zu fassen.

Planmäßige und intensive Werbung

Nachdem das Elsass in Folge des Ersten Weltkriegs wieder zu Frankreich gekommen war, siedelte das Unternehmen von Straßburg nach Offenburg am Fuße des Schwarzwaldes über. August Müllers Sohn, Dr. Bruno Müller, sorgte dafür, dass der Bekanntheitsgrad von Vivil kontinuierlich anstieg. Bald gab es keinen Bahnhof, kein Kulturereignis, keine Sportveranstaltung mehr, wo der Name des Produkts in Form von Emailschildern oder Bandenreklame nicht auch auftauchte.

Werkswohnungen und Automaten

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am Produktionsstandort Offenburg die Dr. Bruno Müller Siedlung gebaut, um den Betriebsangehörigen dringend benötigten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. In den fünfziger und sechziger Jahren stieg die Präsenz der Marke im öffentlichen Raum noch deutlich an, vor allem durch Aufstellung von Selbstbedienungs-Automaten an Bahnhöfen und Verkehrsknotenpunkten. Heute ist der Markenname neun von zehn Bundesbürgern ein Begriff.

Weiterführende Literatur:
Julius Keil: Die westdeutsche Wirtschaft und ihre führenden Männer, Land Baden-Württemberg, Teil III, Frankfurt/M. 1963
Werner Vogel: Produktstars. Erfolgsgeheimnisse großer Weltmarken, Idstein 1993
Weblink: www.vivil.de

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Thema: Konsum & Marken | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Victorinox

Mittwoch, 24. Juni 2009 7:48

Lemma [Kunstwort aus dem weiblichen Vornamen Victoria und Inox-Stahl]

Definition: Markenname des weltweit bekannten Multifunktions-Taschenmessers bzw. „Schweizer Offiziersmessers”

Inhaltsverzeichnis
Die Erfindung der Marke
Überlebensinstrument und Souvenir
Herausforderungen durch Plagiate und Nine Eleven
Weiterführende Literatur
Weblink

Die Erfindung der Marke

Ende der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts schrieb die Schweizer Armee einen Auftrag für die Lieferung von Soldatenmessern aus. Üblicherweise wurden solche Messer von der deutschen Konkurrenz in Solingen bezogen. Der Messerschmied Karl Elsener, der bereits 1884 ein Geschäft in Ibach im Kanton Schwyz eröffnete hatte, gründete daraufhin im Jahr 1890 die Vereinigung der Schweizer Messerschmiede mit dem Ziel, diesen Auftrag im eigenen Lande zu behalten. Schon 1891 konnte er ein den Vorgaben entsprechendes Produkt eigener Herstellung liefern: ein Soldatenmesser mit langer Klinge, Schraubendreher, Bohrahle und Dosenöffner.
Doch die Solinger Konkurrenz produzierte günstiger; die einheimischen Messerschmiede kamen nicht ins Geschäft. Viele von ihnen gaben auf; nur Elsener konnte, trotz großer Verluste und mithilfe von Nachlassstundung und finanzieller Unterstützung von Verwandten, den Konkurs seines Betriebes abwenden.
Aus dem unter so widrigen Umständen entstanden Urmuster des handlichen Soldatenmesser sollte im zivilen Bereich jedoch ein großer Markterfolg werden.
Elsener begann verschiedene Varianten seines Messers mit besonderen Zusatzfunktionen für spezielle Käufergruppen zu entwickeln. Ein mit zusätzlicher kleinere Klinge und Korkenzieher ausgestattetes Modell ließ er als „Offiziersmesser” 1897 patentieren.
Schon bald führte dessen Erfolg zu zahllosen Fälschungen und Nachahmungen, sodass sich Elsener gezwungen sah, sein Erzeugnis durch einen eingängigen Markennamen und ein unverwechselbares Erscheinungsbild zu schützen. Ab 1909 wählte er dazu den Vornamen seiner verstorbenen Mutter Victoria und bedruckte seine Messer mit dem Schweizer Kreuz.
Der endgültige Markenname wurde jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg und der Verbreitung rostfreien (= inoxidablen) Stahls gefunden.

Überlebensinstrument und Souvenir

Zur Marke mit weltweiter Bekanntheit brachte es das Victorinox erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Angehörige der US-Armee hatten es als ebenso praktisches wie formschönes Souvernir entdeckt und machten es auf diese Weise in den USA bekannt. Sie nannten es schlicht „Swiss Army Knife”. Für den vor allem in den USA wachsenden Markt entwickelten Elseners Nachfolger ständig neue Ausführungen mit Höhenmesser, Fischschupper oder Hakenlöser. Bald galt es als das universelle Taschenwerkzeug für Bergsteiger, Angler oder Jäger. Zur Legendenbildung trugen auch abenteuerliche Geschichten vom Victorinox als Lebensretter in Notsituationen bei. Als Ikone klassisch-modernen Designs fand das Swiss Army Knife Eingang ins Museum of Modern Art in New York.

Herausforderungen durch Plagiate und Nine Eleven

Das Victorinox-Messer gehört zu den am meisten kopierten und gefälschten Markenartikeln von Weltruf. Schon in den neunziger Jahren gab das Unternehmen zwei Prozent des Umsatzes allein für die juristische Verfolgung von Produkt-Piraten aus. Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung hat sich diese Situation noch deutlich verschärft.
Nachdem bekannt wurde, dass einer der Attentäter vom 11. September 2001, Mohammed Atta, Anfang Juli 2001 auf dem Flughafen Zürich, zwei Victorinox-Messer gekauft hatte und die Kontrollen im Flugverkehr seit den Anschlägen rigoros verschärft wurden, sanken die Verkaufszahlen des Schweizer Offiziersmessers rapide ab. In den Duty-free-Shops der Flughäfen galten sie als unverkäuflich. Obwohl das Unternehmen Victorinox selbst mit dem Markteinbruch schwer zu kämpfen hatte, konnte Wenger, der andere noch stärker angeschlagene Anbieter von Schweizer Messern, im April 2005 durch Übernahme vor dem Konkurs bewahrt werden.
Beide Hersteller produzieren zusammen mehr als 25 Millionen Messer im Jahr. Insgesamt beschäftigt die Victorinox-Gruppe etwa 1600 Mitarbeiter.
Neue Entwicklungsvarianten des Offiziersmessers mit eingebautem MP3 Player oder USB-Stick mit Laser-Pointer sowie seine Neupositionierung weniger als Messer denn als Taschenwerkzeug mit universeller Verwendbarkeit sollen neue Verbraucherschichten erschließen und die Marke stabilisieren.

Weiterführende Literatur:
Victorinox. Das Messer und seine Geschichte. Geschrieben zum Jubiläum „100 Jahre Victorinox”, Einsiedeln 1984
Allyn Freeman/Bob Golden: Post it, Pampers, Melitta & Co. 50 Produkte, die die Welt veränderten, St. Gallen 1998
Ruedi Leuthold: Die dritte Hand, in: Die Zeit vom 11.8. 2005
Weblink: www.victorinox.ch

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Thema: Konsum & Marken | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

Underberg

Mittwoch, 24. Juni 2009 7:46

Lemma [Eigenname des Firmengründers Hubert Underberg]

Underberg-Werbezettel von 1954

Underberg-Werbezettel von 1954

Definition: Markenname des bekanntesten deutschen Magenbitterlikörs

Inhaltsverzeichnis
Die Erfindung der Marke
Rohstoffknappheit und Portionsflasche
Handzeichen und Colonel Bogey Marsch
Familienunternehmen im globalen Zeitalter
Weiterführende Literatur
Weblink

Die Erfindung der Marke

1846 gründete Hubert Underberg in Rheinberg eine Firma, um unter dem Namen Boonekamp einen magenbitteren Kräuterlikör auf den Markt zu bringen. Wie der Produktname selbst war auch der Begleittext anfangs niederländisch formuliert, mit zwei schwarzen Stempeln versehen und beeindruckte durch einen gelehrt anmutenden lateinischen Spruch, der die gesundheitsfördernde Wirkung dieses medizinisch wirkenden Alkohols herausstreichen sollte: „Occidit, qui non servat („Wer sich nicht schützt, geht zugrunde!”). Quer über das schwarz-weiße Etikett lief ein roter Überdruck „gesetzlich deponirt”. Damit gehörte Underberg - wie 4711, Klosterfrau Melissengeist oder Coca-Cola - zur Gruppe der im 19. Jahrhundert sehr verbreiteten „Geheimmittel”, deren Markenprofile sich gleichwohl noch heute zu erheblichen Teilen aus solch magischen Elementen („Geheimrezept”) speisen.
Doch selbst der kluge Hinweis auf den gesetzlichen Schutz in der Absicht, Nachahmer abzuschrecken, sollte wenig Wirkung zeigen. Schon 1851 sah sich Hubert Underberg veranlasst, auch per Zeitungsannonce gegen zunehmende Fälschungen Front zu machen. Nur solche Flaschen seien als echt anzusehen, „deren Etiquets durch mich eigenhändig unterschrieben sind.”
Wie kaum ein anderer Markenartikel dokumentiert der Fall Underberg Notwendigkeit und Geschichte des Markenschutzes in Deutschland. Gegen Hersteller von Plagiaten musste das Unternehmen mehr als 1200 Prozesse führen - und ging dabei nicht immer als Sieger hervor. Denn als 1874 im Deutschen Reich das erste Markenschutzgesetz in Kraft trat, waren die als „Boonekamp” umlaufenden Magenbitter-Liköre bereits so zahlreich im Umlauf, dass der Name, da zum Gattungsbegriff geworden, nicht mehr schutzfähig war. 1896 wurde in der Zeichenrolle Underbergs Anspruch auf „Boonekamp” als auch „occidit, qui non servat” gelöscht.
Hubert Underberg blieb nichts übrig, als sein Produkt unter dem eigenen Namen (zunächst als „Underberg Boonekamp”) als Markenartikel neu aufzubauen. Von Anfang an unternahm er diesmal die größten Anstrengungen, die Ausstattung der Flasche bis ins letzte Detail patentrechtlich absichern zu lassen - samt dem neugewählten lateinischen Sinnspruch als nahezu ewigem Qualitätsversprechen „semper idem” (immer dasselbe). In dieser Form hat sich das Erscheinungsbild der in gelbes Strohpapier gehüllten Flasche bis heute kaum verändert.

Rohstoffknappheit und Portionsflasche

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Rohstoffbeschaffung immer schwieriger. 1943 musste die Produktion des aus 43 verschiedenen Kräutern hergestellten Magenbitters eingestellt werden. Als nach der Währungsreform die Herstellung 1949 wieder anlaufen konnte, waren ihr gleichwohl noch enge Grenzen gesetzt - angefangen von den noch weiterhin knappen Rohstoffen bis hin zu den sich erst allmählich wieder aufbauenden Produktionskapazitäten. Um trotz dieser Beschränkungen von Anfang an eine möglichst flächendeckende Belieferung zu gewährleisten und sich bei vielen Verbrauchern in Erinnerung zu rufen, entschloss sich der Enkel des Firmengründers, Emil Underberg, zu einem kühnen Schritt - der Umstellung auf eine kleine Portionsflasche mit nur zwei Zentilitern Inhalt.
Die Gastronomie, vor dem Krieg Hauptumsatzträger, sah ihre Ausschank-Hoheit unterlaufen und sperrte sich vehement. Es dauerte oft Jahre, bis der einzelne Gastwirt seinen Widerstand gegen die ihm vorgegebene Anbietform aufgab und seinen Gästen das kleine Fläschchen servieren mochte.
Dafür waren schon früh Einzelhandel und Endverbraucher gewonnen - angesichts des sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik rasant ausbreitenden Selbstbedienungsprinzips ein unschätzbarer Vorteil. Schon Anfang 1962 wurden über einer Milliarde der kleinen Fläschchen verkauft.

Handzeichen und Colonel Bogey Marsch

Kaum ein Markenartikel wurde und wird so konservativ - und getreu dem „semper idem” Gedanken - beworben wie Underberg - in den Nachkriegsjahrzehnten durch den Slogan „Nimm Underberg und Du fühlst Dich wohl”, von 1970 bis in die späten neunziger Jahre durch den mit der Melodie des bekannten Colonel Bogey Marschs unterlegten Appell „Komm doch mit auf den Underberg”. In den letzten Jahren wird versucht, ein Handzeichen zur allgemeinen Verkehrsgeltung zu bringen, das durch gespreizten Daumen und Zeigefinder die Größe der Flasche verdeutlicht und so auch in lärmerfüllten Gaststuben eine Bestellung ohne Worte ermöglicht.

Familienunternehmen im globalen Zeitalter

Obwohl inzwischen in über 20 Einzelgesellschaften aufgegliedert, befindet sich die Firma Underberg noch heute in Familienbesitz. Seit 2002 gehört der Rüdesheimer Weinbrandhersteller Asbach zum Unternehmen. Hauptprodukt ist nach wie vor der klassische Magenbitter.

Weiterführende Literatur:
Underberg (Hg.): Carl Underberg, 25 Mai 1896-1966, Rheinberg 1966
Underberg weiß Rat. Ein nützlicher Helfer für die Hausfrau, Rheinberg 1955
Willi Bongard: Fetische des Konsums, Hamburg 1964
Peter-Paul Schwarz: Underberg. Kleine Flaschenpost, Heidelberg 1956
Barbier, Hans D. / Krause-Brewer, Fides (Hg.): Die Person hinter dem Produkt. 40 Porträts erfolgreicher Unternehmer, Bonn 1988.
Weblink: www.underberg.de

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Thema: Konsum & Marken | Comments Off | Autor: Dirk Schindelbeck

UHU

Mittwoch, 24. Juni 2009 7:43

Anzeige für UHU Alleskleber von 1955

Anzeige für UHU Alleskleber von 1955

Lemma [Vogelart aus der Gattung der Uhus, die zur Ordnung der Eulen gehört: hier bildhaft gebraucht]

Definition: Markenname des ersten Allesklebers auf Kunstharz-Basis, der zum Synonym für Klebstoff wurde. Erfolgreichstes Produkt der Firma Lingner & Fischer in Bühl

Inhaltsverzeichnis
Vom Fischleim zum Kunstharz
Aufbaujahre eines Markenartikels
Werbetrommel und Jugendarbeit nach dem Krieg
Chemische Superkonzerne

Vom Fischleim zum Kunstharz

Noch im Deutschen Kaiserreich und bis zum Ende der Weimarer Republik galt die Marke „Syndetikon” als Synonym für Klebstoff. Sein Hersteller Otto Ring hatte sein Produkt über Jahrzehnte hin nicht nur sehr humorvoll beworben, sondern mit kluger Strategie dafür gesorgt, dass der Verkauf mittels komplementärer Produkte wie Ausschneide- und Bastelbögen stets stimuliert wurde. Der Slogan „Syndetikon leimt, klebt, kittet alles” war allgegenwärtig.
Ab 1932 waren die Tage dieses auf Fischleim basierenden Produkts gezählt. Dem Apotheker August Fischer im badischen Bühl war es gelungen, einen Klebstoff auf der Basis von Kunstharz zu entwickeln. Dieser war glasklar, eignete sich zum Kleben von Papier, Pappe, Leder, Keramik, Porzellan und sogar für den damals neuen Kunststoff Bakelit - eben ein Alleskleber. Die Klebestelle blieb zudem elastisch, wasserfest und unempfindlich gegen verdünnte Säuren.

Aufbaujahre eines Markenartikels

Nach dem Muster vieler Wettbewerber, die ihre Klebstoffe nach Vögeln zu benennen pflegten (Pelikan, Greif, Marabu, Schwan) erhielt auch das Produkt des Bühler Familienbetriebs einen solchen Namen: Uhu. August Fischer und seine Söhne waren sich im Klaren, dass sich der neue Alleskleber auf Kunstharz-Basis zu einem Markenartikel machen ließ. In Handarbeit lief die Produktion an, etwa 2500 Tuben am Tag, nach Augenmaß abgefüllt. Von Anfang an setzte man auf junge Verwender, schrieb regelmäßig Schulen an, überließ Kindergärten den Ausschuss kostenlos, brachte 1938 mit Uhu hart einen Spezialklebstoff für die an Modellbau interessierte Jugend auf den Markt. Geschickte Werbung tat ein übriges, Uhu schnell bekannt zu machen. Gern wurde der Satz kolportiert, Graf Zeppelin habe sein Luftschiff mit Uhu geklebt. Noch in den dreißiger Jahren erlangte Uhu auf diese Weise in der Wahrnehmung der Verbraucher die Stellung, die Syndetikon einst besessen hatte: Synonym für Klebstoff schlechthin zu sein.

Werbetrommel und Jugendarbeit nach dem Krieg

Musste in der unmittelbaren Nachkriegszeit aufgrund schlechter Produktionsbedingungen Uhu zeitweilig sogar in Tablettenform angeboten werden, so änderte sich mit der Währungsreform nicht nur die Rohstofflage zum besseren, sondern auch das Erscheinungsbild des Artikels. Mit nur geringfügigen Änderungen hat sich die auf schwarz und gelb gestellte Packung bis auf den heutigen Tag erhalten; sie führte in den achtziger Jahren zu einem zeitweiligen Sponsor-Engagement beim farbengleichen Fußballverein Borussia Dortmund.
Auch die bereits in den dreißiger Jahren angelegte Strategie der Marktdurchdringung über komplementäre Produkte wurde aufgenommen und perfektioniert. Seit 1955 bietet die Firma Graupner den Segelflugzeug-Baukasten „Der kleine Uhu” an, dessen Zusammenkleben der Balsaholz-Teile nur der Klebstoff Uhu hart garantiert. Nichts aber dürfte den Bekanntheitsgrad von Uhu mehr gesteigert haben als der sprichwörtlich gewordene und nicht zu verbessernde Werbeslogan „Im Falle eines Falles klebt Uhu wirklich alles”. Seit den fünfziger Jahren versinnbildlicht er mit humorvollen Karikaturen die Qualitäten des Klebstoffs. Dass Syndetikon einst mit fast denselben Worten beworben worden war, wusste zu dieser Zeit kein Verbraucher mehr.

Diversifizierung und Globalisierung

Schon in den fünfziger Jahren versuchte die Firma Fischer auch auf anderen Märkte erfolgreich zu sein, etwa mit der Wäschesteife Uhu-Line. Heute ist Uhu als Tochter der Bolton-Gruppe ein weltweit tätiges Unternehmen, das - vom Hauptsitz Bühl aus - mit einer großen Palette von Klebstoff-Produkten über 60 Prozent seines Umsatzes im Ausland erzielt.

Weiterführende Literatur:
Uhu 50 Jahre. Die Uhu-Story, Sonderdruck aus dem Heimatbuch des Landkreises Rastatt 9/1982
Wolfgang Hars: Lexikon der Werbesprüche, München 1999
Hans-Georg Böcher: Design in Hülle und Fülle. Gefaltete Schachteln - entfaltete Marken, Heidelberg 2001
Weblinks:
www.uhu.de

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