Donnerstag, 13. Mai 2010 18:49
Helden-Stück in drei Akten
(aus: Dirk Schindelbeck/Andreas Weber (Hg.): Elf Freunde müsst ihr sein!” Einwürfe und Anstöße zur deutschen Fußballgeschichte <= Geschichtswerkstatt Nr. 28>, Freiburg 1995, S. 71-93, wiederabgedruckt in: Rainer Gries/Volker Ilgen/Dirk Schindelbeck: „Ins Gehirn der Masse kriechen!” Werbung und Mentalitätsgeschichte, Darmstadt 1995, S. 74-92. Dort finden sich auch die hier weggelassenen Fußnoten und Quellenbelege)
© 1994 /2010 Dirk Schindelbeck
Dies dramatische Impromptu vom Kollektivleben deutscher Seele nimmt dank eines klugen Zeremonienmeisters einen glücklichen Ausgang, und selbst der „Böse” wird hier mit Nachsicht behandelt. Die Helden aber das sind neben den Akteuren auf der Bühne ja wir selbst, die Zuschauer wie wir wurden, was wir sind.
Vorspiel auf dem Theater und Einstimmung des Publikums
„Aus der Enklave, die da bei Konstanz liegt, ich weiß den Namen nicht mehr genau ( … ), die abgeschlossen ist von unserem deutschen Land, wurde die Bitte geäußert, daß der Wagen mit der heimkehrenden Fußballmannschaft auch dort halten sollte. (…) Ein Appell an die Bundesbahn, diese prachtvolle Institution, ( … ) hatte dann auch Erfolg, und so konnten wir das Zeichen der Treue dieser Deutschen in der Enklave, die nicht mit unserem Vaterland vereint sein dürfen, entgegennehmen.” Peco Bauwens, der erste Nachkriegspräsident des Deutschen Fußball Bundes, vergriff sich im Ton; doch als der Sondertriebwagen mit der Weltmeistermannschaft kurz vor Singen bundesrepublikanischen Boden erreichte, hatte sich die Welt der Deutschen verändert.

Fritz Walter und Frau Italia
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