Hörspiele
Samstag, 25. Dezember 2010 10:31
© 2010 Dirk Schindelbeck
In dieser Rubrik werden fortan Hörspielmanuskripte eingestellt. Dabei schwebt mir ein breites Themenspektrum vor, von alltagsgeschichtlichen bis hin zu philosophischen Themen, von Feature-Formaten bis hin zu experimentellen Hörspielformen.
Das erste eingestellte Stück trägt den Titel “Scanning Empedokles”. Getreu der Grundstruktur meiner Website “docere et delectare” basiert es auf einer Kombination aus Realitäten und Fiktionen (Sachtext plus belletristischem Text) - in diesem Fall auf “O-Tönen” des vorsorkatischen Philosophen (ca. 485 - 425 v. Chr.), welche nur in Fragmenten überliefert sind und einer fiktiven “Versuchsanordnung” in einem wissenschaftlichen Forschungs-Institut. Die O-Töne resp. Originalzitate sind drei verschiedenen Ausgaben (von Hermann Diels/Wilhelm Capelle über Jaap Mansfeld bis hin zur hexamatrischen Übertragung von Walther Kranz) entnommen. Die dramaturgische Idee des Spiels nutzt die Elementenlehre des Empedokles, um mit ihm naturwissenschaftliche, gleichwohl ethisch fragwürdige Experimente anzustellen, wobei der auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen aufbauende Machbarkeitsglaube derjenigen, die mit ihm eben diese Versuche anstellen, am Ende relativiert wird. Empedokles war eben nicht nur der Begründer der modernen Naturwissenschaft, sondern entwickelte auch eine Ethik, welche sich der Konsequenzen aus dem erwachenden Machbarkeitsglauben sehr wohl bewusst war.
Damit der in der vorsokratischen Philosophie weniger bewanderte Leser und Hörer die historischen bzw. philosophiegeschichtlichen Hintergründe besser nachvollziehen kann, wird immer wieder zwischen dem Institut, in welchem Empedokles “bearbeitet” wird, um ihm mehr “Erkenntnis” zu entlocken, und der Vorlesung eines Philosophieprofessors über ihn hin und her geschaltet. Aber lesen Sie selbst…
Thema: Hörspiele | Kommentare (0) | Autor: Dirk Schindelbeck

