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	<title>Dirk Schindelbeck</title>
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	<description>Geschichte ▪ Kommunikation ▪ Kultur ▪ Literatur</description>
	<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 17:59:09 +0000</pubDate>
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		<title>Die Beigen</title>
		<link>http://dirk-schindelbeck.de/archives/1666</link>
		<comments>http://dirk-schindelbeck.de/archives/1666#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 10:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bühnenwerke]]></category>

		<category><![CDATA[Liebe et al]]></category>

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		<description><![CDATA[(Hommage an Rilkes Blaue Hortensie)
© 2010 Dirk Schindelbeck
Als ob die grellen Töne jüngst verstarben,
verändert sich das Straßenbild zu Zeiten,
auf einmal dominieren bleiche Farben:
vor allem Beige beginnt sich auszubreiten.
Die Beige-gekleideten mit grauen Haaren.
sind sanfte, gute, angenehme Kunden.
Da sie den inneren Frieden längst gefunden,
wissen sie stets die Contenance zu wahren.
Sie sehnen immer Frühling her: gleich zieht
ein Pulk [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Hommage an Rilkes <a href="http://www.literaturwelt.com/werke/rilke/blauehortensie.html">Blaue Hortensie</a>)</em></p>
<p>© 2010 Dirk Schindelbeck</p>
<p>Als ob die grellen Töne jüngst verstarben,<br />
verändert sich das Straßenbild zu Zeiten,<br />
auf einmal dominieren bleiche Farben:<br />
vor allem Beige beginnt sich auszubreiten.</p>
<p>Die Beige-gekleideten mit grauen Haaren.<br />
sind sanfte, gute, angenehme Kunden.<br />
Da sie den inneren Frieden längst gefunden,<br />
wissen sie stets die Contenance zu wahren.</p>
<p>Sie sehnen immer Frühling her: gleich zieht<br />
ein Pulk von beigen Mänteln, Jacken, Mützen,<br />
in Parkanlagen, wo sie sich verstreuen:</p>
<p>Die beigen Mützen spiegeln sich in Pfützen.<br />
Sie selbst sind stumm und lächeln, und man sieht<br />
gerührte Beige sich im Grünen freuen.</p>
<p><em><strong>Dieses Sonett ist mit über 7.000 Klicks das auf </strong></em><a href="http://www.sonett-archiv.com/">Sonnet-Archiv</a><br />
<em><strong>mit Abstand am meisten abgerufene Gedicht!</strong></em></p>
<p><em>Einen umfangreichen Essay zum Sonett gibts <a href="http://www.schulstiftung-freiburg.de/de/forum/index.php?sid=&amp;psid=&amp;id=39&amp;artikel=351" target="_self">hier.</a></em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Und der Knabe fühlte sein Modellauto in der Tasche und träumte von einem Benz&#8230;</title>
		<link>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8690</link>
		<comments>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8690#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 14:36:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Sonettwelt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dirk-schindelbeck.de/archives/8690</guid>
		<description><![CDATA[© 2010 Dirk Schindelbeck

In der Hosentasche gut versteckt
hab ich die Modelle einst genossen,
ihre so zerbrechlichen Karossen
heimlich und für mich allein entdeckt:
Fenstersäulen, Scheiben, Hauben, Kühler,
Bodenplatten, filigran gepresst,
artig tastend wie ein Formenschüler
hielt ich jeden Typ mir blindlings fest.
Traumverloren in der Straßenbahn
sah dies Winkelglück mir keiner an:
Wo die Form war, war Idee nicht weit&#8230;
All mein Werkzeug? Fingerzärtlichkeit -
Stern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>© 2010 Dirk Schindelbeck</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_8692" class="wp-caption aligncenter" style="width: 160px"><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/08/1920_hugo_muensterberg168.jpg"><img class="size-medium wp-image-8692 " title="1920_hugo_muensterberg168" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/08/1920_hugo_muensterberg168-150x59.jpg" alt="Wiking-H0-Modelle der 60er Jahre" width="150" height="59" /></a><p class="wp-caption-text">Wiking-H0-Modelle der 60er Jahre</p></div>
<p>In der Hosentasche gut versteckt<br />
hab ich die Modelle einst genossen,<br />
ihre so zerbrechlichen Karossen<br />
heimlich und für mich allein entdeckt:</p>
<p>Fenstersäulen, Scheiben, Hauben, Kühler,<br />
Bodenplatten, filigran gepresst,<br />
artig tastend wie ein Formenschüler<br />
hielt ich jeden Typ mir blindlings fest.</p>
<p>Traumverloren in der Straßenbahn<br />
sah dies Winkelglück mir keiner an:<br />
Wo die Form war, war Idee nicht weit&#8230;</p>
<p>All mein Werkzeug? Fingerzärtlichkeit -<br />
Stern der Sterne war ein Kunststoffknopf -<br />
und der große Stern erstand im Kopf.</p>
<p><em>Hintergrundinfos (Sammeln, Soziologie, Geschichte der H0-Modelle etc.) dazu gibt&#8217;s <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/732">hier.</a></em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sonette als Produkte</title>
		<link>http://dirk-schindelbeck.de/archives/3287</link>
		<comments>http://dirk-schindelbeck.de/archives/3287#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 11:37:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Reklame & Werbung]]></category>

		<category><![CDATA[Sonettwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[oder: &#8221;Made in Germany&#8221;. Der etwas andere Sonettzyklus
© Dirk Schindelbeck 2007-2010
Wer etwas darüber nachdenkt, wird mir recht geben: Das Sonett ist  eigentlich ein Markenartikel. Es hat genormte Qualitätstandards (14  Zeilen, Volta nach dem 8. Vers, Pointe am Ende).  Es ist also  stapelfähig. Was Logistik, Lagerung, Transport, Distribution sehr erleichtert.
Es hat wie alle Markenartikel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>oder: &#8221;Made in Germany&#8221;. Der etwas andere Sonettzyklus</strong></h3>
<p>© Dirk Schindelbeck 2007-2010</p>
<p>Wer etwas darüber nachdenkt, wird mir recht geben: Das Sonett ist  eigentlich ein Markenartikel. Es hat genormte Qualitätstandards (14  Zeilen, Volta nach dem 8. Vers, Pointe am Ende).  Es ist also  stapelfähig. Was Logistik, Lagerung, Transport, Distribution sehr erleichtert.</p>
<div id="attachment_412" class="wp-caption alignleft" style="width: 75px"><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2009/03/ro-80586-200x277.jpg"><img class="size-medium wp-image-412 " title="Ro-80" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2009/03/ro-80586-200x277-108x150.jpg" alt="Ro-80" width="65" height="90" /></a><p class="wp-caption-text">Werbepostkarte für NSU Ro 80 (1970)</p></div>
<div id="attachment_542" class="wp-caption aligncenter" style="width: 100px"><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2009/03/zello124.jpg"><img class="size-medium wp-image-542" title="Zello 1905" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2009/03/zello124-150x99.jpg" alt="Zello 1905" width="90" height="59" /></a><p class="wp-caption-text">Anzeige für Zello-Nasenformer (1905)</p></div>
<div id="attachment_639" class="wp-caption aligncenter" style="width: 86px"><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2009/04/schnull594.jpg"><img class="size-medium wp-image-639 " title="schnull594" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2009/04/schnull594-126x150.jpg" alt="Spaßprodukt Goethe-Schnuller von 1999" width="76" height="90" /></a><p class="wp-caption-text">Schnuller mit Goethes Kopf-Profil (1999)</p></div>
<p>Es hat wie alle Markenartikel eine erotische Oberfläche. Es möchte verführen. Wer einmal von  ihm genascht hat, verfällt einer gewissen Sucht. Es ist ein  Wiederholungszwang. Es will konsumiert werden, verbraucht, wird aber nie ganz befriedigen - um das Bedürfnis nach einem weiteren Sonett nicht absterben zu lassen. Alles Qualitäten, welche auch den Markenartikel auszeichnen. Grund genug für mein Projekt</p>
<h2><strong>„Sonette als Produkte. Made in Germany&#8221;</strong></h2>
<p>das erstmals gut 30 Sonette auf (historische) deutsche Markenartikel versammelt. So hat es bislang noch nie ein Sonett auf einen Panzertyp gegeben, ebenso wenig auf eine Badewanne, einen Perlonstrumpf oder den Wankel-Motor. Dass dieser Markenartikel-Lobpreis satirisch ausfällt und jeweils in einer entsprechenden Pointe endet, versteht sich von selbst.</p>
<p>Grundlage für dieses Projekt sind meine kulturhistorischen Arbeiten, die Sie unter verschiedenen Rubriken der docere-Abteilung finden, etwa unter <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/1940">Konsumgeschichte</a>, <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/4356">Reklame &amp; Werbung </a>oder <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3270">Theorie und Geschichte des Markenartikels</a>. Zu Geschichte und Theorie - vor allem des kybernetischen Sonetts - empfehle ich den Text <a href="http://www.schulstiftung-freiburg.de/de/forum/index.php?sid=&amp;id=39&amp;artikel=351">&#8220;Wir schreiben ein Sonett&#8230;&#8221; </a></p>
<p><a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/1940"></a><span id="more-3287"></span></p>
<p>Die folgenden Stücke bieten zugleich einen Querschnitt durch die historische deutsche Markenartikellandschaft, von den Maggi-Leguminosen des Jahres 1884 über eine Flohfangmaschine von 1908, den Erhard-Lippenstift von 1957 bis in die jüngste Zeit hinein. Und so endet die Reise am weihnachtlichen Gabentisch.</p>
<p><a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3477">Die drei Tresore</a> (1853)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3379">Arm &amp; Reich macht Leguminose gleich</a> (1884)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3400">Der Klebstoff-Engel </a>(1899)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3431">Bade zu Hause</a> (1901)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/184">Das diskrete Embonpoint</a> (1905)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/541">Zello, der Nasenformer</a> (1905<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3453">Die Flohfangmaschine </a>(1908)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3311">Des Kaisers Bart</a> (1911)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3385">Ein Kaiserreich für ein paar Hosenträger</a> (1916)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/8511">Dr. Unblutig empfiehlt</a> (1924)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3361">Der Himmelsschreiber</a> (1927)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/8633">Der kleine Trommler</a> (1935)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3426">Die Modefarben der Saison </a>(1938)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3329">Der arische Hering</a> (1940)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3372">Tiger II</a> (1944)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3344">Gonda Sureen, deutsche Beinkönigin</a> (1951)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3420">Lob des Tropfenfängers</a> (1953)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/8641">Thalysia-Edelformer</a> (1954)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3407">What a pit(t)y</a> (1954)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3337">Der Erhard-Lippenstift</a> (1957)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3467">Eicher Königstige</a>r (1958)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/7092" target="_self">Glücksklee</a> (1958)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/8434">braun sixtant oder. Das ideale Konfirmandengeschenk</a> (1964)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3296">Der 3 Mix</a> (1967)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3365">Hilf, Vater, hilf</a> (1967)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3392">Kreisende Kolben: der Ro 80</a> (1970)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3413">Das gute Betriebs-Klima</a> (1971)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/6075">Die Polaroid-Kamera </a>(1974)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3445">Das Filtermundstück</a> (1975)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/8621">Die Nusskanne </a>(1979)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3321">Bananen-Models </a>(1982)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3356">Der Goethe-Schnuller</a> (1999)<br />
<a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3437">Millenium-Erlebnis-Weihnacht</a> (1999)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Thalysia-Edelformer (1954)</title>
		<link>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8641</link>
		<comments>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8641#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 14:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Sonettwelt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dirk-schindelbeck.de/?p=8641</guid>
		<description><![CDATA[© 2010 Dirk Schindelbeck
Der kluge Mensch verschafft sich Proportionen,
die auch das andere Geschlecht begeistern.
Geschickt die Körperformen zu bemeistern,
das von Natur aus Schöne zu betonen
wird sich besonders für die Damen lohnen
(wie sag ich&#8217;s nur charmant?..), die etwas feistern
die gern ihr Problematisches verkleistern
und etwas voller sind in manchen Zonen.
Jetzt hilft, was stärker ist als die Natur,
was sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>© 2010 Dirk Schindelbeck<a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/08/thalysia128.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8643" title="thalysia128" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/08/thalysia128-103x150.jpg" alt="thalysia128" width="103" height="150" /></a></p>
<p>Der kluge Mensch verschafft sich Proportionen,<br />
die auch das andere Geschlecht begeistern.<br />
Geschickt die Körperformen zu bemeistern,<br />
das von Natur aus Schöne zu betonen</p>
<p>wird sich besonders für die Damen lohnen<br />
(wie sag ich&#8217;s nur charmant?..), die etwas feistern<br />
die gern ihr Problematisches verkleistern<br />
und etwas voller sind in manchen Zonen.</p>
<p>Jetzt hilft, was stärker ist als die Natur,<br />
was sich stets ausdehnt, in der Form zu halten:<br />
Thalysia-Mieder mit den Urgewalten</p>
<p>verleihn dem äußren Menschen die Figur<br />
von früher und dem innren Menschen geben<br />
sie frische Spannkraft und ein neues Leben.</p>
<p>Anmerkung:</p>
<p>Aus dem Original-Anzeigetext von 1954: „Kein Grund zur Aufregung, meine Da­men, auch wenn ihr Körper beginnt, sich selbständig zu machen! Sie können trotzdem begehrenswert und schön bleiben - allerdings muss das Formgebende stärker sein als der Ausdehnungsdrang von innen, sonst drückt sich alles durch. Tragen sie also einen Thalysia-Edelformer.&#8221; Er erst „verleiht dem äußeren Menschen eine makellose Silhouette und dem inneren Menschen neue Spannkraft und Frische.&#8221;</p>
<p>Mehr Hintergründe dazu gibt&#8217;s <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/1940">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der kleine Trommler (1935)</title>
		<link>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8633</link>
		<comments>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8633#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 12:15:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Sonettwelt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dirk-schindelbeck.de/archives/8633</guid>
		<description><![CDATA[© 2010 Dirk Schindelbeck

Der kleine Trommler läuft im frischen Schritt,
ein stolzer Oskar, deutsch und kerngesund.
Wie strahlt der Pimpf dich an, wie lacht sein Mund!
Wann wanderst du in solchen Schuhen mit?
Dann könntet ihr zusammen wandern. Nein,
wenn ihr schon zwei seid, könnt ihr gleich marschieren!
Er schlägt den Takt vor, und das wird dich führen:
so kommt ihr von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>© 2010 Dirk Schindelbeck</p>
<p><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/08/schindelbeck-trommler.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8636" title="schindelbeck-trommler" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/08/schindelbeck-trommler-105x150.jpg" alt="schindelbeck-trommler" width="105" height="150" /></a></p>
<p>Der kleine Trommler läuft im frischen Schritt,<br />
ein stolzer Oskar, deutsch und kerngesund.<br />
Wie strahlt der Pimpf dich an, wie lacht sein Mund!<br />
Wann wanderst du in solchen Schuhen mit?</p>
<p>Dann könntet ihr zusammen wandern. Nein,<br />
wenn ihr schon zwei seid, könnt ihr gleich marschieren!<br />
Er schlägt den Takt vor, und das wird dich führen:<br />
so kommt ihr von den Alpen bis zum Rhein.</p>
<p>Die Schuhe, euer deutsches Fabrikat,<br />
sie passen gut, sie halten bis Paris,<br />
da sind die Mädchen scharf, die Nächte süß&#8230;</p>
<p>Doch halt! Was führt der Trommler jetzt im Schild?<br />
beschleunigt seinen Schritt, läuft aus dem Bild<br />
in Gegenrichtung bis nach Stalingrad&#8230;</p>
<p>Mehr Hintergrundimformationen zum Thema in Ilgen/Schindelbeck: <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/268">Am Anfang war die Litfasssäule.</a> Illustrierte deutsche Konsumgeschichte, Darmstadt 2006</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Nusskanne (1979)</title>
		<link>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8621</link>
		<comments>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8621#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 11:45:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Sonettwelt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dirk-schindelbeck.de/archives/8621</guid>
		<description><![CDATA[ein Requiem
Abbildungen zur WMF-Nusskanne von 1979 finden Sie hier
© 2010 Dirk Schindelbeck
Sie galt als Priesterin gehobner Tischkultur,
die uns Hygienestandards definierte,
und jene, die in Erdnussschalen ihre Spur
von Fingern hinterließen, rasch kurierte!
Wenn sich aus ihrem Bauch den letzten Spießern
ein Schwall von Flips ergoss und Erdnusskernen,
war sie der Anfang vom sozialen Lernen,
verwandelte Genossen zu Genießern.
Du gabst uns, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ein Requiem</strong></p>
<p>Abbildungen zur WMF-Nusskanne von 1979 finden Sie <a href="http://www.nusskanne.de/">hier</a></p>
<p>© 2010 Dirk Schindelbeck</p>
<p>Sie galt als Priesterin gehobner Tischkultur,<br />
die uns Hygienestandards definierte,<br />
und jene, die in Erdnussschalen ihre Spur<br />
von Fingern hinterließen, rasch kurierte!</p>
<p>Wenn sich aus ihrem Bauch den letzten Spießern<br />
ein Schwall von Flips ergoss und Erdnusskernen,<br />
war sie der Anfang vom sozialen Lernen,<br />
verwandelte Genossen zu Genießern.</p>
<p>Du gabst uns, was uns fehlte: Stil, Geschmack.<br />
Doch wir Banausen, ja wir dumpfes Pack<br />
vergaßen dich, benutzten dich höchst selten.</p>
<p>Nusskanne! Herrliche! In unsere Party-Welten<br />
drangst du nie ein und bliebst schon bald im Schrank:<br />
So nimm nun dies Gedicht als letzten Dank.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Hexameter-Projekt</title>
		<link>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8593</link>
		<comments>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8593#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 14:19:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Balladen/Eklogen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dirk-schindelbeck.de/archives/8593</guid>
		<description><![CDATA[© 2010 Dirk Schindelbeck

Wer in einer der Suchmasken im Internet „Hexameter&#8221; eingibt, wird, zumindest was moderne Beispiele betrifft, ziemlich enttäuscht sein. Die Ergebnisse pflegen sich auf klassische Texte zu konzentrieren; breit vertreten ist selbstverständlich die Antike (Homer, Vergil, Ovid, Theokrit, Juvenal usw.), evtl. werden einige Treffer aus der Zeit des lateinischen Mittelalters (Waltharius, Mosella u.a.) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>© 2010 Dirk Schindelbeck<strong><br />
</strong></p>
<p>Wer in einer der Suchmasken im Internet „Hexameter&#8221; eingibt, wird, zumindest was moderne Beispiele betrifft, ziemlich enttäuscht sein. Die Ergebnisse pflegen sich auf klassische Texte zu konzentrieren; breit vertreten ist selbstverständlich die Antike (Homer, Vergil, Ovid, Theokrit, Juvenal usw.), evtl. werden einige Treffer aus der Zeit des lateinischen Mittelalters (Waltharius, Mosella u.a.) zutage gefördert, sodann Klopstock, Goethe, evtl. Hölderlin oder Mörike. Das war&#8217;s.</p>
<p>Seit Jahrzehnten findet keine moderne Hexameter-Praxis mehr statt: Es mag sein, dass inzwischen der Mut dazu gänzlich verloren gegangen ist, nachdem selbst Autoren von Weltgeltung wie Thomas Mann (Gesang vom Kindchen, 1916<a name="_ftnref1" href="#_ftn1">[1]</a>) oder Bert Brecht (Lehrgedicht über die Natur des Menschen, Fragment, 1946<a name="_ftnref2" href="#_ftn2">[2]</a>) auf diesem Terrain erschreckend  schwache Stücke abgeliefert haben, sodass die Gattung selbst auch von der Forschung inzwischen als historisch überlebt abgehakt wird. Die herrschende Lehrmeinung innerhalb der Germanistik jedenfalls teilt diese Auffassung gern, dass mit der Wahrnehmung hexametrischer Texte, die ihren Qualitätsvorstellungen genügen, bei Mörike, im günstigsten Fall um 1900 Schlussbilanz zu ziehen sei.</p>
<p>Dennoch ist es nicht einzusehen, dass alle Epik, alles erzählende Dichten im 20./21. Jahrhundert nur auf die Form des Prosaromans beschränkt bleiben soll.</p>
<p><span id="more-8593"></span></p>
<p>Zu fragen ist also, was die lebendige Adaption dieses genialen Verskonzepts heute so behindert, ja blockiert? Ist er wirklich so antiquiert, wie es den Anschein hat oder wie einige den Anschein machen? Ich meine nein: Wie kein anderer Vers bietet der Hexameter ein ebenso ausgewogenes wie spannendes Mischungsverhältnis zwischen vielen Freiheiten, die er lässt und einigen, freilich unverzichtbaren, Regelmäßigkeiten, die er fordert - was ihn in der Handhabung außerordentlich bequem macht und eine hohe Festigkeit verleiht. Um ihn zu meistern, muss sich auch niemand in die Abgründe der deutschen oder gar lateinischen resp. altgriechischen Metrik einarbeiten. Internetseiten, die solches behaupten und sich folglich bloß auf diesen formalen Aspekt kaprizieren, haben den Sinn hexametrischen Dichtens nicht verstanden.</p>
<p>Wer den Hexameter als melodisches Grundkonzept begreift, dem erschließt er sich auf eine ganz andere Weise. Er rollt ab wie eine große, rhythmisch strukturierte Welle, die denjenigen, der auf ihr zu schwimmen übt, irgendwann auch zu tragen beginnt. Will sagen: Wer seine Melodik einmal begriffen und verinnerlicht hat, dem geht er automatisch von der Hand bzw. in Fleisch und Blut über. Dass er vermöge dieser musikalischen Qualitäten sogar messbare therapeutische Wirkungen entfaltet, ist übrigens schon längst mit Erfolg ausprobiert worden.</p>
<p>Gerade die deutsche Sprache ist besonders prädestiniert, dem Hexameter einen Lebensraum zu erhalten. Gegenüber dem Englischen oder Französischen jedenfalls, denen es aufgrund ihrer kurzen Wortstämme unendlich viel schwerer fällt, den Vers auch nur über kurze Strecken durchzuhalten, befindet sich das Deutsche in einer geradezu komfortablen Lage. Mit seinem Schatz an Flexionsendungen, Prä- und Suffixen kommt es den antiken wie keine andere der modernen Sprachen sehr nah - was die Realisierung hexametrischer Gedichte und Epen vergleichsweise einfach macht. Und dennoch geschieht dies nicht oder nur äußerst rudimentär: Warum?</p>
<h3><strong>Gründe für Enthaltsamkeit und Ignoranz</strong></h3>
<p>1.) Generell scheint der <strong>Sinn für den (regelmäßigen) Vers bei heutigen Autoren unterentwickelt</strong> (inzwischen macht sich das über mehrere Generationen aufgehäufte Defizit humanistischer Bildung massiv bemerkbar). Das war in der Antike anders, bedeutete keineswegs nur eine Formalität, als die sie heute gehandelt wird, sondern war die Zugangsvoraussetzung, um am öffentlichen Diskurs teilnehmen zu dürfen. Es war zudem ein Ausdruck vornehmen Wesens, seine Adressaten auch mit einem Mindestmaß an melodischer Durchformung seines Elaborates zu erfreuen. Dazu war „gebundene Rede&#8221; (also der Vers) unabdingbar. Erst Aristoteles (der Banause), selbst hexameter-unfähig, stellte die Eignung des Hexameters auch für philosophische Texte in Frage (was sollte er, der ja nur noch Prosa konnte, auch anderes tun?).</p>
<p>2.) Nicht metrische Hürden sind es, welche eine lebendige Hexameter-Praxis heute verhindern, sondern weit eher das, was der Vers an <strong>Gattungsforderungen</strong> offensichtlich immer gleich mit aufruft - Rücksichten auf  Traditionen wie das Heldenepos auf der einen Seite und die Idylle (Ekloge) auf der anderen. Da es in unserer Zeit einerseits keine „richtigen&#8221; (sozusagen noch von der Wolfsmutter gesäugten) Helden mehr gibt, andererseits auch - wegen der globalen Vernetzung - keine „richtige&#8221; (d.i. „glaubhafte&#8221;) Idylle mehr („Auch ich bin in Arkadien geboren&#8221; usw.), erscheint der Hexameter nicht mehr als ein abwegiges Apercu zu sein.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Zu diesen Rücksichten auf klassische Vorbilder gehört z.B. das „stehende Beiwort&#8221;, das Thomas Mann ausgiebig verwendete und welches den Text süßlich bis kitschig machte. Was bei Goethe (z.B. „die gute, verständige Hausfrau&#8221; in „Hermann und Dorothea&#8221;) und allenfalls noch bei Hebbel funktionierte, funktionierte bei Thomas Mann nicht mehr. Brecht wiederum meinte, den hohen Stil, wie er ihn bei Lukrez vorfand, imitieren zu müssen durch übermäßig viele Gerundiv-Konstruktionen. Auch das misslang.<br />
</em></p>
<p>3.) Ein klassisches Spielfeld des antiken Hexameters wird seit etlichen Jahrzehnten ebenfalls <strong>nicht mehr als zeitgemäß w</strong>ahrgenommen und dementsprechend nicht mehr bedient: das philosophische bzw. naturwissenschaftliche <strong>Lehrgedicht</strong>, wie es seit Parmenides („Über das Sein&#8221;), Empedokles („Katharmoi&#8221;) oder Lukrez („De rerum natura&#8221;) einen nicht unerheblichen Teil hexametrischen Dichtens schlechthin ausmachte. In der Literaturwissenschaft gilt bis heute Goethes <a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=12&amp;xid=871&amp;kapitel=312&amp;cHash=d7ceecc7c02">Metamorphose der Tiere</a> als der letzte einsam gebliebene Vertreter seiner Art.</p>
<p>4.) Der wohl größte Widerstand gegen die kontinuierliche Weiterführung und Weiterentwicklung hexametrischen Dichtens ist der <strong>„hohe Ton&#8221;</strong>, den der Vers - nach Meinung vieler auch heute noch - augenscheinlich verlangt. Andererseits steht dieser „hohe Ton&#8221; uns Heutigen nicht mehr leicht zu Gebote (schon gar nicht, wenn er über Tausende von Versen hin, wie sie das große Epos fordert, durchgehalten werden soll). Einen Begriff davon, was der „hohe Ton&#8221; einst war, gibt z.B. Friedrich Gottlieb Klopstocks Messias, der beginnt:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen Erlösung,<br />
Die der Messias auf Erden in seiner Menschheit vollendet<br />
Und durch die er Adams Geschlecht zu der Liebe der Gottheit<br />
Mit dem Blute des heiligen Bundes von neuem geschenkt hat.<br />
Also geschah des Ewigen Wille. Vergebens erhub sich<br />
Satan wider den göttlichen Sohn; umsonst stand Judäa<br />
Wider ihn auf; er thats, und vollbrachte die große Versöhnung.<br />
Aber, o Werk, das nur Gott allgegenwärtig erkennet,<br />
Darf sich die Dichtkunst auch wohl aus dunkler Ferne dir nähern?&#8221;</em></p>
<p>5.) Die <strong>Nicht-Wahrnehmung</strong> und -Weiterführung <strong>der bukolischen Tradition</strong>. Nehmen wir beispielsweise ein Gedicht wie Mörikes Elegie (Hexameter + Pentameter) „Häusliche Szene&#8221;, so fällt auf, dass diese aus dem Umgang mit Theokrit und anderen antiken Autoren erwachsene Kenntnis der idyllischer Tradition geradezu wie abgebrochen erscheint - eine weithin ungenutzte Ressource. Gerade heute, wo sich so viele Spezialwelten auftun, erscheint deren idyllische Behandlung und Darstellung durchaus möglich.</p>
<p>6.) Ebenso gründlich <strong>vergesse</strong>n worden erscheint <strong>die Gattung des „komischen Epos&#8221;</strong>, zu der letztlich noch fast Werke von Wilhelm Busch gehören. Auch hier stehen große, weithin ungenutzte Vorbilder und Ressourcen zur Verfügung.</p>
<h3><strong>Möglichkeiten hexametrischen Dichtens heute<br />
</strong></h3>
<p>Aus den klassischen Betätigungsfeldern hexametrischen Dichtens wie</p>
<ul type="disc">
<li>Helden- bzw.      Nationalepos</li>
<li>Ekloge (Idylle)</li>
<li>Lehrgedicht</li>
<li>Satire</li>
</ul>
<p>finden Sie im Folgenden einige Musterstücke aus meiner poetischen Praxis, vor allem Texte, die historisches Material verarbeiten und sozusagen Bausteine zu einem „komischen Nationalepos&#8221; sind, z. B.</p>
<p>1.) <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/423">Schöpfungsmythos und Goldenes Zeitalter.</a> Unsere Nachkriegsgeschichte als Heldenepos (kontrastriert den fiktionalen Obertext der Schöpfungsgeschichte dessen, &#8220;wie wir wurden, was wir sind&#8221;, in einem großen Fußnotenapparat mit diversen historischen Sachinformation: docere et delectrare zugleich)</p>
<p>2.) <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/1872">&#8220;Niemand ist besser für Deutschland!&#8221;</a> Lehrgedicht über Masse und Demokratie (gewissermaßen die Fortsetzung des Schöpfungsmythos, aber ein Versuch, durch Thema und Gegenthema gewissermaßen zweistimmig zu arbeiten)</p>
<p>3.) <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/819">Pater Leppich und die Nylon-Dirnen</a> (verarbeitet zwei große Spiegel-Artikel sowie eine Werbeschallplatte der Firma NSU von 1953)</p>
<p>4.) <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/3057">Der Dauerhamster - ein Pädagogen-Projek</a>t (sowohl als Prosa-Text wie auch als milde Hexameter-Satire verfügbar)</p>
<p>5.) <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/388">Im Fortgeschrittenen-Tanzkurs - ein Dialog </a>(Ekloge in der Tradition der Syrakuserinnen am Adonisfest des Theokritos)</p>
<p>Viel Spaß beim Lesen,</p>
<p>Dirk Schindelbeck</p>
<p>Freiburg, Juli 2010</p>
<hr size="1" /><a name="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> Eine kleine Probe aus Thomas Manns hexametrischen Epos „Gesang vom Kindchen&#8221; (1916), dem wohl mit Abstand schwächsten Produkt des großen Romanciers, mag als Anschauungsbeispiel genügen. :<br />
<em>„ &#8230;. Kindchen; Nord im West und östlich tieferer Süden,<br />
Nieder- und Morgenland. Von gelber Wüste erzählet<br />
</em> <em>Mir das zierlich vorgebaute Untergesichtchen</em><em><br />
</em> <em>Und das arabische Näschen. Lächelt mir freundlich dein Auge?</em><em><br />
</em> <em>Blau zwar strahlt es wie nordisch Eis, doch zuweilen, kaum faßbar</em><em><br />
</em> <em>Meinem prüfenden Sinn, aus seiner Tiefe erdunkelt&#8217;s</em><em><br />
</em> <em>Irgendwie süß und exotisch, in fremder Schwermut, - indes doch</em><em><br />
</em> <em>Blond die Braue dir steht, ganz wie den hansischen Vätern</em><em><br />
</em> <em>(Lächeln muß ich fürwahr, so wohl erkenn&#8217; ich das Merkmal),</em><em><br />
</em> <em>Welche mit nüchternem Sinn und würdig schritten zum Rathaus</em><em><br />
</em> <em>Und im Sitzungssaale die Dose boten dem Nachbarn, -</em><em><br />
</em> <em>Kaufherrn zumal, rundbärtig, und Reeder fernreisender Schiffe &#8230;</em><em><br />
</em> <em>Wisse, du bist im Osten gezeugt. Es zeugte im Märchen</em><em><br />
</em> <em>Nordisches Seefahrerblut dich, nach Abenteuern begierig&#8230;&#8221;</em><br />
<a name="_ftn2" href="#_ftnref2">[2]</a> Ähnlich schwer mit dem Hexameter tut sich Bert Brecht in seinem von Lukrez „De Rerum natura&#8221; inspirierten „Lehrgedicht über die Natur des Menschen (Gesammelte Gedichte, Frankfurt 1986, Bd. 3, S. 895ff.)<br />
<em>„&#8230;Auch war die Art, die Industrie aufzubauen doch nicht</em><br />
<em>Einfach die falsche, sondern die wirkliche. Diese Maschinen</em><br />
<em>Wurden gebaut und betrieben so wie möglich gewesen&#8230;</em><br />
<em>Aber in Wirklichkeit waren die Herrn nicht so herrlich. </em><br />
<em>Als nun aber die immer fortschreitende Menschheit derartig</em><br />
<em>Wie es die Klassiker zeigen, in jenen Zustand geraten war</em><br />
<em>Wo jeder Fortschritt nunmehr und jede neue Erfindung</em><br />
<em>Ehern die Menschen in immer tiefre Entmenschung hineintrieb,</em><br />
<em>fing auch die Sprache an, rasch zu verkommen und jede Verständigung</em><br />
<em>wurde unmöglich&#8230;&#8221;</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Windelfaltung nach Hausmannsart</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 11:17:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Liebe et al]]></category>

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		<description><![CDATA[
(Erfahrungen aus der Vor-Pampers-Zeit)
© 2009 Dirk Schindelbeck

Wenn ich die Leinenwindel mittig falte
und gleich noch einmal quer, sodass vier Lagen (Fig. 1)
entstehen, kann ich es im Zweitschritt wagen,
die obren Lagen rauszuziehn (Fig. 2), erhalte
ein Dreieck oben, drunter ein Quadrat (Fig. 3);
nun wird das Ganze sorgsam umgedreht,
dies Viereck dann zu einem Stoffpaket
dreilagig eingewickelt (Fig. 4). Somit hat
das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/schindelbeck_winderfaltung082.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8557" title="schindelbeck_winderfaltung082" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/schindelbeck_winderfaltung082-75x150.jpg" alt="schindelbeck_winderfaltung082" width="75" height="150" /></a></p>
<p><em>(Erfahrungen aus der Vor-Pampers-Zeit)</em></p>
<p>© 2009 Dirk Schindelbeck<em><br />
</em></p>
<p>Wenn ich die Leinenwindel mittig falte<br />
und gleich noch einmal quer, sodass vier Lagen (Fig. 1)<br />
entstehen, kann ich es im Zweitschritt wagen,<br />
die obren Lagen rauszuziehn (Fig. 2), erhalte</p>
<p>ein Dreieck oben, drunter ein Quadrat (Fig. 3);<br />
nun wird das Ganze sorgsam umgedreht,<br />
dies Viereck dann zu einem Stoffpaket<br />
dreilagig eingewickelt (Fig. 4). Somit hat</p>
<p>das Baby an der Stelle, wo die Nässe<br />
sich gern und häufig zeigt, ein Maximum (Fig. 5)<br />
an Saugkomfort. Zufrieden schläft&#8217;s schon ein:</p>
<p>„Ja, ja, mein Baby, gell, du bist nicht dumm!&#8221;<br />
So lässt es mich den coolen Vater sein,<br />
der ich jetzt ein Sonett schreib oder esse.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>zurück zum Sonettzyklus <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/1276">&#8220;Alte Liebe&#8221;</a></em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>zurück zum <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/5111">Sachartikel &#8220;Pampers&#8221;</a> aus dem Markenlexikon</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Einen umfangreichen Essay zum Sonett gibts <a href="http://www.schulstiftung-freiburg.de/de/forum/index.php?sid=&amp;psid=&amp;id=39&amp;artikel=351" target="_self">hier.</a></em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Elfchen zur WM-Elf</title>
		<link>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8346</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 10:17:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Fußball-Ansichten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dirk-schindelbeck.de/?p=8346</guid>
		<description><![CDATA[© 2010 Dirk Schindelbeck
Gnaden-
und schnörkellos,
Leute. Elf Freunde
spielen unsere Feinde nieder:
&#8212; los
Neuer-
dings ist
unser Torwart Jungspund,
das hält, sogar die
Elfer
Schweini-
sche Geschichte:
hängender Sechser, räumt
ab, verteilt nur Zucker-
Bälle
Klose
klar wie
Kloßbrühe, abgebrüht wie
immer, aber immer öfter
wichtig
Lukas
Evangelium nach
einer göttlichen Schusstechnik
aus allen Lagen ballernd
ansatzlos
Lahm,
quirlig, nie
lahm, ganz ohne
Allüren, einfach der bessere
Berti
Ballack,
unsere blutende
Wunde. &#8220;Die Deutschen
haben nichts außer Ballack..&#8221;
Schaumermal!
Cacao:
fair trade
(ganzer Name unaussprechlich)
endlich tanzt unsere Mannschaft
Samba
Mertesacker
Lufthoheit garantiert
unten redlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>© 2010 Dirk Schindelbeck</p>
<p><strong>Gnaden-<br />
und schnörkellos,<br />
Leute. Elf Freunde<br />
spielen unsere Feinde nieder:<br />
&#8212; los</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong>Neuer-<br />
dings ist<br />
unser Torwart Jungspund,<br />
das hält, sogar die<br />
Elfer</strong></em></p>
<p><strong>Schweini-<br />
sche Geschichte:<br />
hängender Sechser, räumt<br />
ab, verteilt nur Zucker-<br />
Bälle</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong>Klose<br />
klar wie<br />
Kloßbrühe, abgebrüht wie<br />
immer, aber immer öfter<br />
wichtig</strong></em></p>
<p><strong>Lukas<br />
Evangelium nach<br />
einer göttlichen Schusstechnik<br />
aus allen Lagen ballernd<br />
ansatzlos</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong>Lahm,<br />
quirlig, nie<br />
lahm, ganz ohne<br />
Allüren, einfach der bessere<br />
Berti</strong></em></p>
<p><strong>Ballack,<br />
unsere blutende<br />
Wunde. &#8220;Die Deutschen<br />
haben nichts außer Ballack..&#8221;<br />
Schaumermal!</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong>Cacao:<br />
fair trade<br />
(ganzer Name unaussprechlich)<br />
endlich tanzt unsere Mannschaft<br />
Samba</strong></em></p>
<p><strong>Mertesacker<br />
Lufthoheit garantiert<br />
unten redlich ackernd<br />
wie eben ein Mertesacker<br />
kann</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong>Trainerfrage<br />
aufgeschoben, vorerst<br />
Werbespots für Joghurt<br />
wie früher Uns-Uwe: Milch<br />
machts.</strong></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://dirk-schindelbeck.de/archives/8346/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Nach dem Spiel ist vor dem Spiel</title>
		<link>http://dirk-schindelbeck.de/archives/1243</link>
		<comments>http://dirk-schindelbeck.de/archives/1243#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 12:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Schindelbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Deutschlandgedichte]]></category>

		<category><![CDATA[Fußball-Ansichten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dirk-schindelbeck.de/?p=1243</guid>
		<description><![CDATA[© 1995 Dirk Schindelbeck
Dieses Gedicht - die geniale Strophe verdanke ich Johann Christian Günther (1695-1723; &#8220;An Leonore beim anderen Abschiede&#8221;) - arbeitet nach dem Prinzip der kalkulierten Redundanz. Es ist sowohl ein barockes
als auch ein konkretes
Gedicht, was das beigefügte Bild verdeutlichen möge, wo jede Strophe gleichsam zu einem Spieler auf dem Rasen wird, der den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8325" class="wp-caption aligncenter" style="width: 158px"><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/schindelbeck_spielball025.jpg"><img class="size-medium wp-image-8325" title="schindelbeck_spielball025" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/schindelbeck_spielball025-148x150.jpg" alt="Das &quot;ballrunde&quot; Fußballgedicht in der einzig ihm angemessenen Optik" width="148" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Das &quot;ballrunde&quot; Fußballgedicht in der einzig ihm angemessenen Optik</p></div>
<p>© 1995 Dirk Schindelbeck</p>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em><strong>Dieses Gedicht - die geniale Strophe verdanke ich Johann Christian Günther (1695-1723; </strong></em><em><strong><a href="http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=12&amp;xid=1019&amp;kapitel=22&amp;cHash=5b7edd2f732" target="_self">&#8220;An Leonore beim anderen Abschiede&#8221;</a>)</strong></em><em><strong> - arbeitet nach dem Prinzip der kalkulierten Redundanz. Es ist sowohl ein <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/983">barockes</a></strong></em></p>
<div id="attachment_8484" class="wp-caption aligncenter" style="width: 100px"><em><strong><em><strong><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/gryph078.jpg"><img class="size-medium wp-image-8484 " title="gryph078" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/gryph078-150x112.jpg" alt="Gedichtmarke &quot;barock&quot;" width="90" height="67" /></a></strong></em></strong></em><p class="wp-caption-text">Schindelbecks Gedichtmarke &quot;barock&quot;</p></div>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em><strong>als auch ein <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/1105">konkretes</a></strong></em></p>
<div id="attachment_8486" class="wp-caption aligncenter" style="width: 100px"><em><strong><em><strong><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/jandl077.jpg"><img class="size-medium wp-image-8486  " title="jandl077" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/jandl077-150x107.jpg" alt="Gedichtmarke konkret" width="90" height="64" /></a></strong></em></strong></em><p class="wp-caption-text">Schindelbecks Gedichtmarke &quot;konkret&quot;</p></div>
<p><em><strong>Gedicht, was das beigefügte Bild verdeutlichen möge, wo jede Strophe gleichsam zu einem Spieler auf dem Rasen wird, der den Ball aufnimmt und weitergibt. Ausgestellt wurde es im Jahr 2001 innerhalb der Performance <a href="http://dirk-schindelbeck.de/archives/1314">&#8220;Poetische Installationen&#8221;</a>. Die Besucher konnten raten, wo es anfängt und ob es überhaupt anfängt (oder aufhört)&#8230; Es findet sich auch in der von Günter Guben und Astrid Braun herausgegebenen Anthologie &#8220;Zur Zeit&#8221; (edition kanalstr. 4, S. 158ff., Stuttgart 2008), wo es leider nicht im Kreis gedruckt werden konnte. Aber dafür hier - gepriesen sei das Internet&#8230;</strong><br />
</em></p>
<p>„Ein Null zu Null steht gar nicht zur Debatte,<br />
schon immer lag im Angriff unser Heil,<br />
denn den Erfolg, den meine Mannschaft hatte,<br />
errang sie im Direktspiel, schnell und steil:<br />
Der Offensivgeist hat sie meist zum Sieg geführt,<br />
doch kontrolliert.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px;">Noch kontrolliert der Mann in schwarz die Spieler,<br />
die Stollen, Schoner mit geübtem Blick.<br />
Das Stadion brodelt. Plötzlich wird es stiller:<br />
Soeben aus dem Presseraum zurück<br />
Tritt auf der Admiral und wird bestaunt,<br />
und alles raunt.</p>
<p><span id="more-1243"></span>Und alles raunt, der Sprecher mahnt zur Wahrung<br />
Von Anstand, Fairness, was eh jeder weiß.<br />
Kondome gegen Klebstoff: welche Paarung:<br />
Sie macht seit Wochen die Gemüter heiß.<br />
Die Seite ist, der Anstoß ausgelost -<br />
ab geht die Post.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Ab geht die Post, jetzt wird nicht mehr gefackelt,<br />
Arthur spielt auf, und Charly geht ans Werk.<br />
Fritz bricht schon durch - die Klebstoffabwehr wackelt -<br />
und Rudi Raser, der kompakte Zwerg<br />
flankt scharf herein zu Boss, der haut das Ei<br />
knallhart vorbei.</p>
<p>Knallhart vorbei und in die Fotografen<br />
schlägt ein das Ding, dann legt es sich ins Gras<br />
ganz still und sanft, erlaubt sich abzuschlaffen.<br />
Ein Extra-Punkt für den gekonnten Spaß.<br />
Der Fotograf beweint die Kamera.<br />
Die Fans sind da.</p>
<p><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/ball3.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-8331" title="ball3" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/ball3-150x112.jpg" alt="ball3" width="150" height="112" /></a></p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Fans sind da und schwenken ihre Fahnen,<br />
sie klatschen, grölen Lieder, pfeifen laut,<br />
skandieren, Fäuste reckend und Bananen:<br />
„Hier werden auch die Bayern noch verhaut!&#8221;<br />
Und aus der Kurve raunt der Gegen-Chor:<br />
„Kondome vor!&#8221;</p>
<p>Kondome vormarschiert auf beiden Flügeln<br />
Mit starkem Antritt, aber Ballgefühl:<br />
Es sind die guten mit den Gütesiegeln<br />
(und noch nicht ganz so gutem Stellungsspiel),<br />
es scheint der Strafraum wie ein Hindernis:<br />
da fehlt der Biss.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Da fehlen Biss und Witz im Spiel der Grünen,<br />
im Aufbau wirkt schon alles so verkrampft;<br />
die Gelben aber, die am Ende schienen,<br />
sie wachen plötzlich auf, ihr Kessel dampft,<br />
ihr Manfred wühlt sich durch die Mitte vor -<br />
ein Schrei, ein Tor!</p>
<p>Ein Schrei, ein Tor aus Radiogeräten:<br />
In Köln führt Meppen jetzt schon sechs zu zwei.<br />
Hier aber scheint man geistig weggetreten,<br />
doch plötzlich steht der Bruno drüben frei<br />
allein vorm Tor, hat alle Zeit der Welt<br />
und rennt und fällt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Und rennt und fällt und fasst sich an die Stollen,<br />
Gesicht verzerrt von schicksalsschwerer Pein,<br />
der Schmerzensmann, und er markiert den Tollen,<br />
haut seine Schuhe auf dem Rasen klein<br />
und schreit: „Die Stollen sind noch immer nix!<br />
Kreuz Kruzifix!&#8221;</p>
<p>„Kreuz, Kruzifix um Hals und goldnes Kettchen<br />
an Handgelenk, einher kommt Fußballstar,<br />
hat Kondition nur nachts mit Zigarettchen<br />
und Sekt und Mädchen in die Altstadtbar.<br />
Und der da drüben nickt noch, was weiß er,<br />
ich leide mehr.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Ich leide mehr wie zwanzig Direktoren,<br />
ich lieben Mannschaft, Söhne sind für mich.<br />
Doch Vater immer predigt taube Ohren -<br />
Jungs spielen heute wieder jämmerlich:<br />
Wenn nicht bald Tor fällt und bleibt Null zu Null -<br />
O weh mein Stuhl.&#8221;</p>
<p>„Uwe, mein Stuhl&#8221;, herrscht auf der andern Seite<br />
der Admiral den Assistenten an.<br />
Zu lang geht ihm das Spiel schon in die Breite,<br />
jetzt will er näher an das Spielfeld ran.<br />
Da hört auch niemand, wenn er leise stöhnt&#8230;<br />
Der Sponsor gähnt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Der Sponsor gähnt und knistert mit den Scheinen,<br />
aus seiner Gondel unterm Zeppelin<br />
verfolgt er dieses Auswärtsspiel der Seinen:<br />
Wie quält ihn dies vergebliche Bemühn.<br />
Er funkt zur Bank hinunter: „Ich erhöh<br />
die Prä - mi -e.&#8221;</p>
<p>Die Prämie bewirkt in der Kabine<br />
zur Pause Schenkelklatschen, Heiterkeit.<br />
Allein der Admiral mit kalter Miene<br />
verkündet grimmig: „Ich erwarte heut,<br />
dass ihr, indem ihr vorführt, was ihr könnt,<br />
das Spiel gewinnt.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px;">Das Spiel gewinnt nun wirklich Qualitäten,<br />
wie vor der Halbzeit nie. Der beißt ins Gras,<br />
der wird geklemmt und dieser breitgetreten,<br />
der umgenietet, diesen trifft etwas.<br />
Auf beiden Seiten zeigt sich neuer Mut:<br />
Der Ball läuft gut.</p>
<p>Der Ball läuft gut hinaus bis an die Ecke,<br />
der Ball geht quer, wird elegant gestoppt,<br />
der Ball wird lang und geht die weite Strecke,<br />
tropft ab, springt hoch und tänzelt wie gedopt<br />
von Kopf zu Kopf und läuft im Augenblick<br />
zum Tor zurück.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Vom Tor zurück, von wo es abgeschlagen,<br />
erreicht das Leder Arthur, der es drischt<br />
hinaus auf Rudi, der das ding jetzt jagen<br />
und scharf reinflanken will, doch da erwischt<br />
den Ball mit zartem Fuß Egidius Hinz,<br />
der Mätzchenprinz.</p>
<p>Der Mätzchenprinz hat diesen Ball erbeutet,<br />
Egidius Hinz gibt ihn so schnell nicht her,<br />
Egidius weiß, was Ballbesitz bedeutet<br />
(und keiner wirbt für Klebstoff so wie er).<br />
Er dribbelt lang, er streichelt, küsst den Ball<br />
und kommt zu Fall.</p>
<p><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/ball4.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-8333" title="ball4" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2010/06/ball4-150x112.jpg" alt="ball4" width="150" height="112" /></a></p>
<p style="padding-left: 30px;">Und kommt zu Fall, muss raus, gar keine Frage,<br />
der Joker ist schon heiß, wird eingetauscht.<br />
Dass Rüpelmann auf seine alten Tage<br />
im Klebstoffhemdchen übern Platz noch rauscht,<br />
wer hätte das gedacht: der Oldie lebt,<br />
wenn auch verklebt.</p>
<p>Wenn auch verklebt, so schleppt das Spiel sich weiter<br />
Kondome dümpeln lustlos übers Feld.<br />
Die Klebertruppe spielt jetzt immer breiter,<br />
man hat genug geackert für sein Geld.<br />
Ein Eckball trudelt noch nach innen und -<br />
der Ball ist rund.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Der Ball ist rund. Des Sponsors Luftschiff wendet,<br />
doch dessen Imposanz ist heut verpufft.<br />
Er weiß es ja, wie die Begegnung endet -<br />
Da sieht er, so von oben, aus der Luft,<br />
die Klebstoffwerke liegen, weiß wie Schnee:<br />
welche Idee!</p>
<p>Welche Idee entwirft sich ihm zu Plänen!<br />
Das Werk dort unten aufgekauft mal schnell<br />
sieht er und hört, wie sich die Kunden sehnen<br />
nach dem Produkt mit Pfiff: ein Service-Terminal:<br />
Kondom-Auswahl und Kleber drin als Set:<br />
Wär das nicht nett?</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Wär das nicht nett, ein Sätzchen nur zu sagen<br />
zum Spielverlauf?&#8221; - „Saison ist noch sehr lang,<br />
heut war sehr schwer, doch Mannschaft nie verzagen,<br />
zeigt großen Gegner Zähne.&#8221; - „Es errang<br />
das Team trotz großem Druck geschickt und cool<br />
ein Null zu Null.&#8221;</p>
<div id="attachment_1249" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2009/05/ball1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1249" title="ball1" src="http://dirk-schindelbeck.de/wp-content/uploads/2009/05/ball1-150x150.jpg" alt="Das Gedicht als interaktive Installation. Sobald jemand auf die &quot;richtige&quot; (=Anfangs-) Strophe auf der Tischplatte drückte, leuchtete die Lampe in der Mitte auf" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Das Gedicht als interaktive Installation. Sobald jemand auf die &quot;richtige&quot; (=Anfangs-) Strophe auf der Tischplatte drückte, leuchtete die Lampe in der Mitte auf</p></div>
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