(Mutmachende Elegie im klassischen Stil)
Wohlstandskinder mit Jahresringen
Ich lookmaxxe mich
Pater Leppich – Der Lautsprecher Gottes und Nylon-Dirnen
Immer wieder treibt es mich, Themen nicht nur kulturhistorisch, mithin als Sachtexte, abzuarbeiten, sondern sie auch zum Gegenstand literarischer Darstellungen zu machen (vgl. auch „Ronnie Biggs Superstar“ als kulturhistorischen Essey sowie als Ballade).
Der Lautsprecher Gottes
Pater Leppich war so etwas wie der deutsche Billy Graham, ein Wanderprediger, der vor allem in den frühen 1950er Jahren viel Aufmersamkeit auf sich zog und vor allem das gottlose, rein auf materielles Fortkommen gerichtete Leben in der sich entwickelnden westdeutschen Konsumdemokratie geißelte. Wer mehr über ihn, der sich auch „das Maschinengewehr Gottes“ nannte, wissen will, sei auf meinen Text in der Zeitschrift Damals verwiesen (Heft 10/1998, einer von inzwischen 37 Artikeln, die ich für dieses Periodikum schrieb). Spuren von ihm finden sich bis heute auf den Ankündigungtafeln für Gottesdienste an den Ortseingängen der Städte und Gemeinden.
Pater Leppich und die Nylon-Dirnen
Der literarische Text „Pater Leppich und die Nylon-Dirnen“, der hier als Bruchstück eines komischen Deutschland-Epos erscheint, ist in einem sehr selten gewordenen und seit vielen Jahrzehnten kaum mehr realisierten Vers verfasst: dem Hexameter. Auch hierzu und über sein Verschwinden in der deutschen Literatur habe ich mich geäußert („Langverse der Königsklasse“, in sprachnachrichten, 2018, hier ebenfalls eingestellt).
Um Zugang und Verständnis zum Hexameter zu erleichtern, ist weiter unten ein Essay zu dieser anspruchsvollen Versform beigefügt.
Langverse der Königsklasse
In diesem Essay über den deutschen Hexameter, seinen Aufstieg und Niedergang, trug ich 2018 einige literarhistorische Fakten zu diesem in der Antike erfundenen Langvers zusammen und schloss am Ende mit einem starken Plädoyer dafür, diesen ganz aus der Mode gekommenen Vers nicht ganz aus den Augen zu verlieren – sofern man denn als AutorIn noch gewillt ist, ihn zu erlernen und zu beherrschen, wozu man freilich auch einen langen Atem braucht. Insofern schließt sich der neue in Hexametern verfasste Text „Pater Leppich und die Nylon-Dirnen“ als weiteres Bruchstück eines (komischen?) deutschen Nationalepos an früher eingestellte hexametrische Texte auf dieser Seite wie „Wie wir wurden, was wir sind. Schöpfungsmythos und goldenes Zeitalter der Bundesrepublik“ oder „‘Niemand ist besser für Deutschland!‘ Lehrgedicht über Masse und Demokratie“ nahtlos an.
Restrisiko oder: Aus dem Gleis
Dieses Gedicht thematisiert die Unwägbarkeit unseres modernen Lebens zwischen „Unfall“ und „Vorfall“ im technischen Zeitalter, das doch so sehr darauf bedacht ist, reibungslos zu funktionieren und möglichst jedes Lebensrisiko von uns abzuhalten. Die vorgegaukelte Sicherheit ist allerdings trügerisch, vor allem dann, wenn sich tief sitzende Sehnsüchte nach anderen Erfahrungshorizonten melden, die unvermittelt in den Alltag einbrechen – als „Unfall“ oder „Vorfall“, je nachdem. Unversehens gerät das Leben „aus dem Gleis“
Schädigung durch Straßenlärm
Dieses konkrete Gedicht erschien 2015 als Anschauungsmaterial und Lehrbeispiel für die Klasse 8 in einem Schulbuch. Thema: Ein eigenes Stadtgedicht verfassen. Ein Gedicht fass- und hörbar gestalten.
Die große Barock-Verkaufs-Show
Man stelle sich vor: Ein abenteuerlich im Barock-Outfit auftretender Propagandist trommelt in einem Einkaufszentrum für eine Kollektion von Barock-Produkten. Wie käme das bei den Zeitgenossen an? Da ich nun immer wieder gern Gedichte in barocker Manier (z.B. a la Christian Hofmann von Hofmannswaldau, David Schirmer etc.) schreibe, habe ich dieses fiktive Experiment in entsprechende Verse gegossen. Und so stellt sich mein barockes alter ego Theophrastus Bombastus II. dieser Aufgabe – mit katastrophaler Resonanz beim sehr bunt gemischten vorbeiflanierenden Publikum.
der wäschemann im altenheim
Dieses Gedicht geht zurück auf reale Erfahrungen, die ich als Student Mitte der 1970er Jahre machte, als ich für eine Wäscherei allwöchentlich Wäschepakete in einem Altenheim abzuliefern hatte. Die bedrückende Atmosphäre prägte sich mir tief ein, sodass ich die Idee entwickelte, dieses 13 + 1 Strophen lange Gedicht als Kreuzweg, der ja bekanntlich 14 Stationen hat, zu konzipieren. Auch heute noch, 50 Jahre später, dürfte die Atmosphäre in vielen Alten- und Pflegeheimen kaum anders sein.
„Ronnie Biggs Superstar“
Vom Doku-Essay zur Ballade:
„Ronnie Biggs Superstar. Vom Wert der Öffentlichkeitsarbeit beim Postraub“.
Im Jahr 2000 verfasste ich als Beitrag zum von Klaus Schönberger initiierten und herausgegebenen Sammelband „Vabanque. Bankraub. Theorie. Praxis. Geschichte“ (Berlin/Göttingen 2000, S. 64-77) einen längeren, leicht satirisch gefärbten Essay über den sattsam bekannt gewordenen Posträuber Ronald Biggs.
Unter demselben Titel verfasste ich 2018 auch eine Ballade, die im Rahmen der Ausstellung „Nachtspiel“ in den Räumen der Raiffeisenbank Denzlingen als ppt-Dauerschleife gezeigt wurde. Hier der Text der Ballade als pdf.
Links zu den Originalen:
zum Buch: Vabanque Bankraub – Theorie – Praxis – Geschichte
zum Essay: Ronnie Biggs Superstar – vom Wert der Öffentlichkeitsarbeit beim Postraub (PDF)
Asylbewerber trifft deutschen Klassiker
Erstkontakt eines Asylbewerbers mit dem deutschen Klassiker „Friedrich
Schiller“, hier aufgrund niedrigschwelligen Zugangs „Fritz Schill“ genannt.
nano-sonett® in leichter Sprache1
- nano-sonett ist – als einziges Gedichtformat der Welt – eingetragenes Warenzeichen des Autors. Im nano-sonett zeigt die deutsche Sprache ihre besondere Leistungsfähigkeit, wenn sie mit einem Minimum an Sprachzeichen (nur 18 Silben auf 14 Verse!) ein Maximum an Bedeutungsdichte erzeugt und hier einen fundamentalen Kulturclash auf den Punkt bringt. ↩︎
